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Abgeschossene Rinder : Heftige Vorwürfe gegen den Nabu Elmshorn

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Abgeschossene Rinder: Der Vorsitzende des Bauernverbandes der Kreise Pinneberg und Steinburg wirft den Naturschützern Versagen vor.

Bokholt-Hanredder | Nach dem Abschuss von 21 Rindern in Bokholt-Hanredder im Kreis Pinneberg gerät der Naturschutzbund (Nabu) Elmshorn immer mehr in die Kritik. Jetzt erhebt auch der Vorsitzende des Bauernverbandes der Kreise Pinneberg und Steinburg, Georg Kleinwort, heftige Vorwürfe gegen die Organisation. In Schutz nimmt der Landwirt hingegen den Chef des Ordnungsamtes Rantzau. Rainer Schattauer hatte in der vergangenen Woche die Tötung der verwilderten Herde angeordnet. „Er hatte keine andere Wahl“, sagt Kleinwort im Gespräch mit dieser Zeitung. Die öffentliche Kritik richte sich zu Unrecht zum Großteil auf den Amtsleiter.

Neben dem Versagen des Besitzers der Herde, einem Bauern aus Bullenkuhlen, sieht Kleinwort vor allem Fehler bei den Verantwortlichen des Nabu. „Als Verpächter habe ich die Pflicht zu prüfen, was auf meinem Gelände geschieht“, sagt der Bauern-Chef. Der Nabu habe nicht nur bei der Auswahl des Pächters versagt, sondern auch später, als die Probleme mit den Highlandrindern und Galloways auftraten.

„Die Fläche hätte zu diesem Zweck gar nicht verpachtet werden dürfen. Das Gebiet ist viel zu klein für so viele Rinder und der moorige Untergrund ist für die Haltung völlig ungeeignet“, betont Kleinwort. Normalerweise rechne man mit einer Fläche von einem Hektar pro Rind. „Dort wurden  21 Rinder auf zehn Hektar gehalten. Die Fläche ist total überweidet. Es gab nichts zu fressen mehr.“

Der Bauern-Chef hat sich die Nabu-Fläche in Bokholt-Hanredder in diesen Tagen angeguckt. „Was da passiert ist, ist eine Katastrophe. Fast das gesamte Naturschutzgebiet ist zerstört worden“, sagt Kleinwort. Das sei schlimm. Immerhin sei das Areal mit Beiträgen der Nabu-Mitglieder und öffentlichen Mitteln in den vergangenen Jahren aufgeforstet worden. „Die Schäden sind in den nächsten zehn Jahren nicht zu beheben“, so der Bauern-Chef.

Sieben Pferde, die auf dem Areal derzeit noch untergebracht sind, müssten verschwinden. „Die leben ohne Unterstand. Das Gebiet ist für eine solche Tierhaltung ungeeignet“, so der Bauern-Chef. Auf Kölln-Reisieker Seite des Nabu-Areals würden zudem auch jetzt noch sieben Rinder gehalten. „Das geht zu dieser Jahreszeit gar nicht mehr“, sagt Kleinwort.

Der Vorsitzende des Bauernverbands will Kontakt zum Nabu aufnehmen. „Solche Fehler dürfen sich nicht wiederholen. Hätte man sich vorher vernünftig informiert, wäre das alles nicht passiert“, so Kleinwort. „Wenn dem Nabu der Sachverstand fehlt, wie solche Flächen richtig bewirtschaftet werden, muss er sich Hilfe holen. Wir vom Bauernverband helfen gern“, sagt der Landwirt aus Haselau.

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erstellt am 28.Nov.2014 | 06:00 Uhr

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