Elmshorn : „Hauptmann von Köpenick“ an der Dittchenbühne

Rolf „Kalle“ Skala als Schuster Wilhelm Voigt und preußischer Offizier im „Hauptmann von Köpenick“ – dem kommenden Theaterhighlight am „Forum Baltikum – Dittchenbühne“.
Rolf „Kalle“ Skala als Schuster Wilhelm Voigt und preußischer Offizier im „Hauptmann von Köpenick“ – dem kommenden Theaterhighlight am „Forum Baltikum – Dittchenbühne“.

Ralf Skala spielt den „Hauptmann von Köpenick“ an der Dittchenbühne. Intensive Beschäftigung mit Stück und Rolle seit Februar.

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25. Juli 2014, 16:00 Uhr

Elmshorn | „Im ‚Hauptmann von Köpenick’ habe ich schon einmal mitgespielt“, berichtet Ralf Skala. „Natürlich auch an der Dittchenbühne, aber vor 14 Jahren!“ Weil er die Rolle des Kalle so gut verkörpert hat, nannten ihn damals alle Kalle. Der Name ist geblieben: Kalle Skala ist ein fester Begriff an der Laienspielbühne geworden – und ab 22. August spielt er die Hauptrolle in dem Zuckmayer-Stück – den Schuster und ehemaligen Häftling Wilhelm Voigt, der in seiner Not zum Hauptmann von Köpenick wird – gezwungen vom Bürokratismus und begünstigt vom preußischen Militarismus.

Skala, dem man noch heute die Herkunft aus dem Großraum Berlin an der Sprache anhört, war 1997 nach Elmshorn gekommen. Zwei Jahre später stellte er sich bei Dittchenbühnen-Chef Raimar Neufeldt vor und wollte Theater spielen. Ein paar Monate später stand er auf der Bühne – im Stück „Heinrich von Plauen“. Weitere Rollen folgen – manchmal im Halbjahrestakt. In „Louise“ spielt der Eurogate-Hallenleiter den Napoleon und im Geschichtsstück „Herkus Monte“ eine weitere Hauptrolle. Und jetzt also Wilhelm Voigt, den Hauptmann von Köpenick.

Fast seit Anfang des Jahres hat sich Kalle Skala mit dem Stück auseinandergesetzt. Den Text gab es im Februar, geprobt wird seit April. Nach dem Lesen des Textbuches ist für Skala das Gespräch mit dem Regisseur – in diesem Fall: Raimar Neufeldt – besonders wichtig: Wie stellt der Regisseur sich die Rolle vor? Was denkt man selbst? Der Darsteller: „Für mich ist das eine wichtige Voraussetzung dafür, um in die Rolle hineinschlüpfen zu können!“

Wichtig, so Skala, sei das auch für das Lernen des Textes: „Spiele ich einen traurigen Charakter, lerne ich den Text auch so. Spiele ich einen bösen Charakter, lerne ich den Text anders.“ Und: Er lernt den Text nicht zunächst still für sich, sondern gleich laut. Und zwar an allen möglichen und unmöglichen Orten: „Ich lerne abends im Bett und schlafe mit dem Textbuch auf dem Bauch ein. Das Buch ist mein ständiger Begleiter: in den Arbeitspausen etwa oder auf der Fahrt im Auto, wo ich die Akte laut durchspreche.“ Darüber hinaus versucht Skala, sich möglichst gut über das jeweilige Theaterstück zu informieren: „Beim Hauptmann von Köpenick gibt es ja zum Beispiel viele Verfilmungen und auch allerhand zum Hintergrund.“

Prägen aber solche Verfilmungen den Schauspieler nicht zu sehr? Skala: „Ich will niemanden kopieren, sondern meine eigene Note in die jeweilige Rolle bringen.“ Er betont: „Es bringt nichts, wenn ich versuchen würde, Heinz Rühmann nachzumachen. Das wäre lächerlich. Deswegen muss man seinen eigenen Weg finden! Aber das ist nicht einfach . . .“ Kurios: Skala hat bei den Proben nicht die Stimmen der berühmten Kollegen in seinem geistigen Ohr, sondern oft die Stimmen der Mitspieler aus dem Jahr 2000. Der Darsteller: „Kein Wunder, denn wir haben das Stück ja x-mal gespielt, waren auf zwei Tourneen damit, es lief fast ein Jahr lang.“ Und er unterstreicht noch einmal: „Ich möchte niemanden imitieren, ich will meinen eigenen Weg finden, den Hauptmann zu spielen!“

Dreimal in der Woche wird geprobt, immer mit dem Ziel, dem Publikum eine möglichst perfekte Vorstellung zu bieten. Nach so einer langen Zeit der Proben, nach den Aufführungen und dann nach der Tournee „fällt man in ein schwarzes Loch“, so Ralf „Kalle“ Skala, „da ist man richtig etwas traurig, wenn das Ensemble wieder auseinandergeht.“ Alle gehören irgendwie zusammen - wie eine Familie. Und das betrifft nicht nur alle auf der Bühne, sondern auch die davor und dahinter: die Schneiderin, die Techniker, der Regisseur … Aber, meint Skala, „nach einem Stück ist meistens ja auch vor einem Stück – und dann findet sich wieder eine neue Ensemble-Familie zusammen“.

Die Termine: Fr., 22.8., 20 Uhr: Freilicht-Theater des Elmshorner „Forum Baltikum – Dittchenbühne“, Eintritt: 20 Euro; So., 24.8., 16 Uhr: Eintritt: 12 Euro; Fr., 29.8., 20 Uhr Eintritt: 12 Euro; So., 31.8., 16 Uhr, Eintritt: 12 Euro; Fr., 5.9., 20 Uhr, Eintritt: 12 Euro; So., 7.9., 16 Uhr, Eintritt: 12 Euro; Sa., 20.9., 20 Uhr, Eintritt: 15 Euro; So., 21.9., 16 Uhr, Eintritt: 15 Euro; Fr., 26.9., 20 Uhr, Eintritt: 15 Euro; So., 5.10., 16 Uhr. Eintritt: 15 Euro.
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