Schock in Elmshorn : Hallenbau vor dem Aus

EMTV-Geschäftsführer  Mark Müller  bedauert die Entscheidung
EMTV-Geschäftsführer Mark Müller bedauert die Entscheidung

Kein Geld für den EMTV: Der Kreistag lehnte den Antrag auf einen Zuschuss in Höhe von 700.000 Euro ab.

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16. November 2013, 16:00 Uhr

Schock für den EMTV: Der Sportausschuss des Pinneberger Kreistags hat am Donnerstagabend den beantragten Zuschuss in Höhe von 700 000 Euro zum Hallenneubau abgelehnt. „Wir sehen uns angesichts der finanziellen Lage derzeit nicht im Stande, diese Summe bereitzustellen“, begründete Ortwin Schmidt (CDU) das Votum seiner Fraktion, die den Antrag von SPD und Grünen gemeinsam mit der Stimme der FDP zu Fall gebracht hatte.

Der EMTV-Geschäftsführer Mark Müller reagierte gestern gefasst, aber dennoch ziemlich fassungslos auf die Entscheidung. „Das ist sehr, sehr bedauerlich und auch ein bisschen enttäuschend“, sagte er. Es sei aber im Zuge der Diskussion ersichtlich gewesen, dass die Ausschussvorsitzende Kerstin Seyfert (CDU) nicht habe mit sich reden lassen wollen.

Vor der Abstimmung hatten Sozialdemokraten, Grüne und der Geschäftsführer des Kreissportverbands (KSV) Pinneberg, Karsten Tiedemann, darum gekämpft, das Thema in den Finanzausschuss zu verweisen. Tiedemann sagte vor dem Gremium: „Dann haben Politik und Verwaltung die Chance, noch einmal kreativ zu werden und gemeinsam zu schauen, wie die Förderung doch noch erfolgen könnte.“ Schließlich sei die Halle sowohl für den Verein als auch die Stadt Elmshorn „von sehr großer Bedeutung“. Er ging sogar soweit zu sagen, dass dem EMTV drohe, „den Bach herunter zu gehen“, wenn die neue Sportstätte nicht zügig gebaut werde. „Die Halle ist abgängig“, daran gebe es keinen Zweifel, merkte KSV-Vorsitzender Sönke Hansen nach dem Votum der Politik an. Ein Neubau sei unumgänglich. Hansen sagte: „Für die Stadt Elmshorn könnte die Entscheidung des Sportausschusses existenziell werden.“

Der Liberale Gunnar Werner betonte, dass der EMTV vom Kreis bereits 180 000 Euro für die Erweiterung des Bewegungszentrums erhalten hat und nun auch einmal andere Vereine dran wären – wie beispielsweise der FC Union Tornesch. Burghard Schalhorn (KWGP) fügte an, dass die Überarbeitung des kommunalen Finanzausgleichs vorsieht, dass der Kreis ab 2015 jährlich mit 6,7 Millionen Euro weniger auskommen müsse. Deshalb sei es nicht vertretbar, zu diesem Zeitpunkt 700 000 Euro für den mehr als fünf Millionen Euro teuren Hallenneubau zur Verfügung zu stellen. Pirat Sven Lange regte an, dass die Stadt Elmshorn tiefer in die Tasche greift, sodass sich die Zuschusssumme für den Kreis verringere. Piraten, KWGP und Linke haben im Sportausschuss kein Stimmrecht.

Nach der Abstimmung sagte Werner Harms (SPD), dass seine Partei sich vorbehalte, den EMTV-Hallenbau noch einmal im Kreistag zum Thema zu machen. Darauf setzt nun auch der EMTV seine letzte Hoffnung. Am Montag berät der Vorstand über das weitere Vorgehen.

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