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Elmshorn : Hallenbad: Sportschwimmer kritisieren erste Pläne und fordern separates Sportbecken

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Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Neubau oder Sanierung? Elmshorns Politiker diskutierten über verschiedene Optionen für die Zukunft des Hallenbads.

Seit fast einem Jahr ist das Hallenbad im Krückaupark geschlossen und genauso lange wird über seine Zukunft verhandelt. Nun  hat der  Stadtwerkeausschuss  Pläne vorgestellt, wie das neue Bad aussehen könnte.

Bürger aller Altersschichten sollen berücksichtigt werden und auch die  Sportler sollen nicht zu kurz kommen, fasste der  Vorsitzende Siegfried Golz (CDU) die Interessenlage zum neuen Hallenbad am Anfang der Ausschusssitzung am Dienstagabend zusammen. Doch auch die finanzielle Seite solle nicht aus dem Fokus geraten: „Vieles ist machbar, aber nicht alles bezahlbar“, sagte Golz. Je nach Entwurf liegen die Baukosten zwischen  13 und 17,4 Millionen Euro.

Auf der Tagesordnung stand  die Vorstellung unterschiedlicher Pläne zum neuen Hallenbad. Christoph Keinemann von der GSF, Planungsgesellschaft für Sport- und Freizeitbauten, präsentierte vier Varianten.  Neubau oder Sanierung des bestehenden Gebäudes stehen zur Debatte. Für beide Vorhaben wurden jeweils zwei Grundrisse ausgearbeitet.

Diskutiert wurde im Ausschuss aber vor allem darüber, wie das Bad ausgestattet werden soll. So sehen zwei Vorschläge die Reduzierung im Sportbecken von fünf auf drei Bahnen vor. „Wir als Sportler würden uns damit sehr schwer tun“, sagte Gerhard Kruse vom Swim-Team Elmshorn.

 Mehrere Bedingungen waren dem Planungsteam der GSF, Planungsgesellschaft für Sport- und Freizeitbauten, für ihre Entwürfe zum Neubau oder Sanierung des Hallenbades in Elmshorn gestellt worden. So sollte ein gemeinsamer Eingangsbereich für die Sauna und Badebereich geschaffen werden. Auch eine zentrale Gastronomie und eine freie Fläche, die gegebenenfalls an Dritte vermietet werden kann, sowie ein Platz für eine nachrüstbare Großrutsche sollte in den Plänen auftauchen.

An Wasserfläche wünschte sich die Stadtverwaltung ein 25 Meter großes Sportbecken mit fünf Bahnen, einen Kinderbereich und ein Aktiv-Kursbecken, das mit einem Hubboden für Sportkurse ausgestattet werden soll. In allen vier vorgestellten Plänen wurden diese Voraussetzungen eingearbeitet, nur ein Detail wurde in zwei Planungsvarianten missachtet: Statt einem separaten Sportbecken mit fünf Bahnen wurde die Idee eines Kombibeckens präsentiert.

Hier soll das Erlebnisbecken, das etwa mit Unterwasserliegen, Strömungskanal und Blubberbad ausgestattet werden könnte, mit einem Sportbereich zusammengefasst werden. Den Sportlern würden in dieser Variante dann nur noch drei statt fünf Bahnen zur Verfügung stehen. Zu wenig, meinte Claudia Schunk, Leiterin der MTV Schwimmabteilung: „Ob Neubau oder Sanierung ist uns egal, aber fünf Bahnen brauchen wir schon.“ Auch sieht sie die Vermischung von Freizeit- und Sportschwimmern in einem Becken kritisch: „Wenn daneben gespielt und getobt wird, haben die meisten Erwachsenen keine Freude mehr am Sportschwimmen“, gab sie zu Bedenken. Sören Schuhknecht, Geschäftsführer der Stadtwerke, stellte dem die Kosten gegenüber: „Mit dem Kombibecken haben wir über das Jahr 100  000 Euro weniger Energiekosten.“ Man müsse auch überlegen, was man sich in Zukunft leisten könne, so der Stadtwerkechef, der die größte Herausforderung in der Finanzierung des Projektes sieht. Auch Volker Hatje sieht in den Kosten ein Problem: „Um es deutlich zu sagen: Es ist ja nicht so, dass sich das Bad von alleine trägt. Das müssen die Stadtwerke woanders erwirtschaften. Und wenn sie das nicht können, muss der Stadthaushalt dafür aufkommen“, so der Bürgermeister (parteilos).

Eine Entscheidung wurde bei der Sitzung noch nicht getroffen. „Spätestens bei unserer Sitzung am 27. Juni sollten wir aber einen Beschluss fassen“, sagte der Ausschussvorsitzende Siegfried Golz (CDU).

 

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