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Wo kommt das Wasser her? : Hallen-Ärger in Sparrieshoop - jetzt droht ein Rechtsstreit

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

TSV Sparrieshoop rätselt. Neue Sporthalle zwar trocken – aber gesperrt. Erste Vereinsaustritte.

shz.de von
erstellt am 26.Mär.2015 | 10:00 Uhr

SPARRIESHOOP | Millionen investiert und am Ende nur Ärger – so geht es den Verantwortlichen in der Gemeinde Klein Offenseth-Sparrieshoop und des dortigen Sportvereins. Statt die neue, rund 2,5 Millionen Euro teure  Sporthalle nutzen zu können, bereiten sich Gemeinde und TSV auf einen Rechtsstreit vor. Denn nach nur einem Jahr schon gibt es in dem Neubau massive Probleme. Wie berichtet, ist die Halle seit Wochen gesperrt, weil Wasser  unter Schwingboden und Tribüne entdeckt wurde. Die Halle ist jetzt zwar trocken. Die Ungewissheit aber, wo das Wasser herkam, ist geblieben.

Über das Amt Elmshorn-Land hat der TSV Sparrieshoop einen Anwalt engagiert. Denn es gilt zu klären, welches der am Bau beteiligten Gewerke für die Probleme verantwortlich ist. Um nicht auf den  Kosten für die Trocknung und eine mögliche Sanierung sitzen zu bleiben, stellt sich der Verein  auf einen Rechtsstreit ein.

Das kann ein langes und Nerven aufreibendes Unterfangen werden. Die Gemeinde Klein Nordende führt schon seit zehn Jahren eine rechtliche Auseinandersetzung. Und in Barmstedt läuft  ein Beweissicherungsverfahren wegen Mängeln in den 2012 eröffneten Sporthallen. Auch in diesen beiden Fällen geht es um Wassereinbrüche.

Die Stimmung im Sportverein ist angespannt. Laut TSV-Chef Wolfgang Roschinski gibt es wegen der gesperrten Halle bereits erste Austritte. Das Thema dürfte auch die morgige Jahreshauptversammlung des Vereins beherrschen.

Trocknungsmaschinen sind mittlerweile abgebaut

Die 18 großen Trocknungsmaschinen sind mittlerweile abgebaut. Das Wasser unter dem Schwingboden und der Tribüne in der gerade mal ein Jahr alten Sporthalle von Klein Offenseth-Sparrieshoop ist weg. Geblieben sind 50 Löcher im Bodenbelag, jedes mit einem Durchmesser von fünf Zentimetern – und die Ungewissheit, woher das Wasser nun stammte und, ob es in naher Zukunft wieder passieren könnte. Daher ist die Sportstätte nach wie vor für jeglichen Betrieb gesperrt. Und das zerrt an den Nerven der Nutzer und der Verantwortlichen.

„Wir sind dem Verursacher nicht näher gekommen“, sagt Wolfgang Roschinski, Vorsitzender des TSV Sparrieshoop im Gespräch mit dieser Zeitung. Der Turn- und Sportverein ist Träger des Baus. „Ich hoffe, dass ich zur Jahreshauptversammlung mehr sagen kann“, so Roschinski. Die ist am Freitag, 27. März, im Klubraum des Vereins an der Rosenstraße.

Der TSV Sparrieshoop hat sich vier Wochen, nachdem der Wasserschaden in dem Neubau bekannt wurde, zu einer schärferen Gangart entschlossen. „Wir haben über das Amt Elmshorn-Land einen Anwalt beauftragt, der sich der Sache annimmt“, sagte Roschinski. Immerhin geht es um Geld, unter Umständen sogar viel Geld. Außerdem gebe es bereits die ersten Austritte von Mitgliedern zu verzeichnen.

Sparrieshoops Bürgermeister Günter Korff (SPD) ging bei Bekanntwerden des Schadens davon aus, dass die Regulierung unter die Gewährleistung der am Bau beteiligten Firmen fällt. Die Frage aber ist, welche Gewerke dafür verantwortlich zeichnen. Ungeklärt ist ebenso, ob das Wasser von außen eindringen konnte oder es ein Leck im internen Wasserkreislauf gab. Wolfgang Roschinski mag sich aus gutem Grund nicht an öffentlichen Spekulationen beteiligen. „Es müssen weitere Untersuchungen vorgenommen werden“, war das Einzige, was er zur Ursachenforschung sagen mochte.

Im Moment scheint die Halle trocken zu sein. „Das Wasser ist in einem Unterdruckverfahren abgesaugt worden“, erklärte Roschinski. Dazu mussten in der Halle und im Sanitärbereich besagte Löcher gebohrt werden. Den Rest erledigten die Kondenstrockner, welche der Raumluft die Feuchtigkeit entzogen haben. Dieser Prozess dauerte vier Wochen. Jetzt herrscht Stillstand – und dem Verein bleibt nur, voller Ungeduld zu warten, denn, so Roschinski: „Ich will so schnell wie möglich einen Zustand herstellen, dass wir und die Schule die Halle wieder nutzen können.“

Der TSV Sparrieshoop ist bei weitem nicht der einzige Träger, der in jüngerer Vergangenheit Sorgen und Probleme mit dem Bau einer Sporthalle hatte. In Klein Nordende liegen die Gemeinde und der Bauträger nach wie vor vor Gericht überkreuz. Dort war an der 2005 errichteten  Bürgermeister-Hell-Halle ebenfalls Wasser eingedrungen. Der Streitwert liegt bei 1,2 Millionen Euro.
Auch in Barmstedt war die neue Sporthalle an der Schulstraße nach der Eröffnung im August 2012 gleich mehrfach gesperrt: Erst wies das Trinkwasser eine zu hohe Keimbelastung auf, dann trat im Sommer 2013 nach einem Starkregen ein Wasserschaden mit anschließender Schimmelbildung auf. Derzeit läuft dort der Sportbetrieb, aber die Sanierung ist nicht abgeschlossen, die Kostenfrage offen.
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