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Politik beschließt Abriss : Hainholz: Nächster „Mord“ an Brücke

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Einen Rettungsversuch für die Fußgängerbrücke über die Gleisanlagen der Deutschen Bahn in Hainholz gab es nicht mehr.

shz.de von
erstellt am 15.Jun.2017 | 10:00 Uhr

Elmshorn | Liether Wald, Gerlingweg, Steindammwiese – und jetzt Hainholz. Kein Wunder, dass sich bei CDU-Fraktionschef Immo Neufeldt das Gefühl breit gemacht hat, ein „Brückenmörder“ zu sein. „Das ist die vierte Brücke, die wir killen“, sagte der Vorsitzende des Ausschusses für Kommunale Dienstleister. Einen Rettungsversuch für die Fußgängerbrücke über die Gleisanlagen der Deutschen Bahn in Hainholz gab es nicht mehr. „Die Brücke funktioniert nicht mehr“, betonte Bürgermeister Volker Hatje. Sie lasse sich nicht mehr ertüchtigen. Das Bauwerk ist seit November 2016 gesperrt, nachdem bei der Brückenhauptprüfung ein gravierender Schaden an einem der zwei Hauptträger festgestellt worden war. Die Sanierung hätte zirka 275  000 Euro gekostet – allerdings ohne Gewähr, dass das 1988 errichtete Bauwerk in den kommenden Jahren auch wirklich die benötigte Standsicherheit aufgewiesen hätte.

Ein im Mai 2015 ins Spiel gebrachter Neubau einer Stahlbrücke war mit Kosten in Höhe von 720.000 Euro veranschlagt worden. Dieser Vorschlag wurde verworfen. Die Brücke für Fußgänger und Radfahrer wird vor allem auch als Schulweg genutzt. In der Nähe befinden sich die Timm-Kröger-Grundschule und die Kästner-Gemeinschaftsschule mit mehr als 1300 Schülern. Laut Gutachten wurde die Brücke – sie führt vom Heidkamp über die Bahn rüber zur Holunderstraße/Hainholz – von zirka 30 Personen pro Stunde überquert. Keine Frage: Diese Verbindung über die Gleise war attraktiv. Das räumt auch die Stadt ein. Viele „Brückengeher“ werden in Zukunft aufs Auto umsteigen müssen, um ihre Ziele zu erreichen. Der jetzt beschlossene Abriss soll so schnell wie möglich erfolgen. Er wird die Stadt zirka 75.000 Euro kosten. Kein ganz billiger „Mord“, oder?

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