Onlinehandel : Händler setzen vermehrt auf das Internet

Längst kein ungewöhnliches Bild mehr in Elmshorn: Leere Läden in der Innenstadt – TSN, früher mit diesem Geschäft auf Vormstegen, gibt es aber immer noch. Die Geschäfte werden aber mittlerweile online abgewickelt.
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Längst kein ungewöhnliches Bild mehr in Elmshorn: Leere Läden in der Innenstadt – TSN, früher mit diesem Geschäft auf Vormstegen, gibt es aber immer noch. Die Geschäfte werden aber mittlerweile online abgewickelt.

Elmshorner Geschäftsleute werben nicht mehr nur in der Einkaufsstraße um Kunden. Verkauf und Präsentation im Internet nehmen zu.

shz.de von
13. Juni 2014, 16:00 Uhr

Elmshorn | Das Geschäft im Vormstegen steht längst leer. Seit 2001 ging hier schon nichts mehr über den Ladentisch. Zehn Jahre lang war das anders. Für CDs, DVDs oder hochwertige Abspielgeräte für Musik und Film war TSN die Adresse in Elmshorn. Ein Händler vor Ort, ganz klassisch. TSN verkauft immer noch, nicht mehr in den Verkaufsräumen auf Vormstegen, aber im Internet.

Während in der Krückaustadt zahlreiche Geschäftsräume leer stehen, steigt der elektronische Handel kontinuierlich. Der Handelsverband Deutschland schätzt, dass der Handel im Internet im Jahr 2013 33 Milliarden Euro erwirtschaftet hat.

„40 bis 60 Sendungen gehen täglich bei uns raus“, sagt Helmut Sterdt, der gemeinsam mit Ralf Thomsen TSN betreibt. CDs und DVDs haben die beiden nicht mehr im Programm. Dafür unter anderem Lautsprecher, Entertainment Systeme, Plattenspieler oder Verstärker – der Versand handelt mit hochwertigen Geräten.

„Wir haben die Produkte der Edel-Hersteller. Die großen Händler bekommen mit denen keine Verträge und können sie nicht verkaufen“, erläutert Sterdt. Zwei Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet das Elmshorner Geschäft jährlich. „Vor fünf Jahren war es noch das Doppelte.“

Von 1998 bis 2008 ging es stetig bergauf mit dem Geschäft. Das Sortiment war früher breiter als heute. Derzeit konzentriert sich TSN speziell auf qualitativ sehr hochwertige Produkte. 85 Prozent der Kunden seien aus Deutschland, der Rest aus anderen EU-Ländern. „Zwischen 9 bis 16 Uhr muss immer jemand im Büro sein“, so Sterdt. Zusätzlich als Einzelhändler vor Ort zu sein und direkt in der Krückaustadt zu verkaufen, sei zu viel Arbeit gewesen.

Das Autohaus Elmshorn ist ebenfalls schon lange im Internet aktiv. Im Online-Shop handelt es jedoch nicht mit Autos, sondern nur mit Fahrzeugteilen. Pick-Up-Zubehör ist beispielsweise im Internet gefragt. „Da bedienen wir in Deutschland noch eine Nische“, sagt Frank Lexau. Der Geschäftsführer ist generell kritisch was Online-Handel betrifft. „Man kann sich dem aber nicht verschließen.“ Das Auto sei aber ein Produkt für das man vor Ort sein sollte, um es zu kaufen. Wesentlicher Vorteil mit dem Internet habe der Verbraucher jedoch beim Einholen von Informationen über einen Wagen. Auf den bekannten Internet-Autobörsen, sei das Autohaus bereits von Anfang an aktiv. „Für uns ist das schon ein Vorteil, sonst sind wir komplett regional gebunden“, so Lexau.

„Wenn es uns im Web nicht gibt, gibt es uns für diejüngere Generation, für die 15- bis 25-Jährigen, gar nicht“, sagt Sonja Albrech vom Modehaus Ramelow. Seit zwei Jahren fährt das Unternehmen eine aktive Online-Strategie. Regelmäßig erscheinen neue Texte und wöchentlich wird der „Look of the Week“ vorgestellt. Die Besuchszahlen der Website sollten sich mit der Strategie verdoppeln, laut Albrech haben sie sich sogar verdreifacht. Einen Online-Shop gibt es aber zurzeit noch nicht. „Was künftig sein wird, wissen wir ja noch nicht. Unsere Zielsetzung ist, dass die Kunden in den Laden kommen.“

Manuela Kase vom Elmshorner Stadtmarketing-Verein beobachtet, dass die meisten Händler in der Krückaustadt mittlerweile zweigleisig fahren, ob mit Online-Shop oder mit Internetauftritten für Kundeninformationen. „Man sollte das Internet nutzen“, sagt Kase. Generell versucht der Verein jedoch, Kunden zum Einkaufen in die City zu locken. „Das Ziel ist, dass die Leute hier vor Ort einkaufen“, so die Geschäftsführerin des Stadtmarketing-Vereins.

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