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Umfragedes ADFC : Gutes Klima für Radler in Elmshorn?

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Neue Umfrage im Internet gestartet. Hohe Beteiligung, aber schlechte Noten beim Test vor zwei Jahren. Der Bund unterstützt die Aktion.

shz.de von
erstellt am 16.Okt.2014 | 16:00 Uhr

Elmshorn | „Macht das Radfahren in Elmshorn Spaß?“, „Gibt es häufig Konflikte mit Fußgängern oder Autofahrern?“ – diese und andere Fragen stellt der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) jetzt im Fahrradklima-Test 2014. Ab sofort können Radfahrer in ganz Deutschland auf der Internetseite www.fahrradklima-test.de mitmachen und so Impulse für bessere Radfahrbedingungen geben.

Beim letzten Test dieser Art im Jahre 2012 hatten sich bereits zahlreiche Elmshorner beteiligt. Die Stadt an der Krückau gehörte somit zu den 332 Städten, die bewertet wurden. Die Ergebnisse für Elmshorn waren allerdings insgesamt gesehen schlecht. Eindeutig als positiv gesehen wurde aber die hohe Beteiligung: 328 Frauen und Männer nahmen an der vom Bundesverkehrsministerium geförderten und vom infas Institut für Sozialforschung unterstützten Aktion teil und gaben so Anstöße für die zukünftige Verkehrsplanung. In den größeren Städten wie Neumünster und Flensburg war die Beteiligung deutlich geringer.

„Wir wissen, dass die Menschen gern und viel Rad fahren, wo es sich komfortabel und sicher anfühlt. Der Fahrradklima-Test des ADFC kann den Kommunen und uns hierfür wichtige Hinweise geben“, sagte Katherina Reiche, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesverkehrsministerium für Verkehr, zum Start der neuen Aktion. Die Befragung der Radfahrer wird ausdrücklich vom Bundesministerium unterstützt. Auch Reiche erhofft sich eine große Beteiligung: „Machen Sie mit – Ihre alltäglichen Erfahrungen im Straßenverkehr werden gebraucht!“

Der ADFC-Test ist die größte Befragung zum Radfahrklima weltweit und wird in diesem Jahr zum sechsten Mal durchgeführt. Beim letzten Test im Jahr 2012 nahmen mehr als 80.000 Menschen teil. Die fahrradfreundlichste Stadt in Deutschland war laut der Befragung 2012 nach wie vor Münster in Nordrhein-Westfalen vor Freiburg im Breisgau.

Im Norden hatte Kiel die Nase vorn

In Schleswig-Holstein hatte Kiel bei den Städten über 200.000 Einwohnern die Nase vorn. Kiel lag bundesweit auf Platz vier unter den 38 beteiligten großen Städten und gilt mit einem Index von 3,48 (Münster 2,61) noch als fahrradfreundlich.

Bei den Städten und Gemeinden unter 100.000 Einwohnern lag Kellinghusen im Norden an der Spitze und mit einem Index von 3,32 bundesweit unter den 252 beteiligten Kommunen dieser Größenordnung auf Platz 42. Elmshorn nahm in der Tabelle noch hinter Eckernförde, Norderstedt, Wedel, Flensburg, Itzehoe, Ahrensburg und Bad Oldesloe mit Platz 12 von insgesamt 16 in Schleswig-Holstein einen der hintersten Ränge ein. Bundesweit reichte der Index von 4,13 für Elmshorn nur für Platz 213 von 252. Schlusslicht im Norden war noch hinter Quickborn (Platz 14 in Schleswig-Holstein) die Kreisstadt Pinneberg. Sie belegte mit einem Gesamtindex von 4,38 bundesweit Rang 247.

Aus den 328 Bewertungen aus Elmshorn ging 2012 hervor: Die Erreichbarkeit der Innenstadt mit dem Rad erhielt die beste Note (2,55), die schlechteste Note vergaben die Elmshorner Teilnehmer der Oberflächenbeschaffenheit der Radwege: eine glatte fünf, die deutlich unter dem bundesweiten Mittelwert von 3,83 lag. Auch die Breite der Radwege wird moniert (4,99).

Trotzdem waren sich die Elmshorner 2012 sicher, dass in ihrer Stadt viele Menschen aus allen Altersgruppen Radfahren (2,60). Die Sicherheit beim Fahrradfahren wurde dagegen als schlecht eingeschätzt: Der Index von 4,21 lag 2012 deutlich unter dem Mittelwert von 3,74 bei allen 252 beteiligten Kommunen mit weniger als 100.000 Einwohnern.

Hinweise für Politiker und Verkehrsplaner

Wie alle Rankings und Statistiken ist auch der Fahrradklima-Test mit kritischen Augen zu betrachten. Bei der großen Beteiligung in Elmshorn mit 67 Fragebögen pro 10.000 Einwohnern vor zwei Jahren (Kiel 35; Pinneberg 15 oder auch Münster/Westf. 23 und Hamburg 20) konnte aber trotz aller Skepsis ein genauerer Blick in die Daten allen Interessierten wie Stadtpolitikern und Verkehrsplanern wertvolle Tendenzen aufzeigen.

Mitmachen können alle, die gelegentlich oder regelmäßig mit dem Fahrrad fahren: Sei es mit dem Kind auf dem Weg zur Kita, auf dem Weg zur Arbeit oder  zur Schule, zum Einkaufen, zum Kaffeeklatsch, zum Sport oder bei der Wochenendtour. Den Fragebogen kann man auf www.fahrradklima-test.de online ausfüllen oder ausdrucken. Der Zeitaufwand beträgt fünf bis zehn Minuten. Die Umfrage läuft vom 24. September bis zum 30. November 2014. Die Ergebnisse werden im Frühjahr 2015 in Berlin und weiteren Städten der Öffentlichkeit vorgestellt.
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