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Elmshorner Nachrichten

17. November 2017 | 22:23 Uhr

Das Kita-Portal : Gut gegen Kartei-Leichen

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

shz.de von
erstellt am 05.Mai.2017 | 10:15 Uhr

Elmshorn | Elmshorn Egal ob dicker gelber Punkt oder großes rotes X – die Aussage bleibt die selbe: Die Kindertagesstätten in Elmshorn sind dicht. Ein Blick in das Kita-Portal im Internet zeigt Eltern: Entweder können sie ihr Kind bei einer der 20 dort vertretenen Elmshorner Kitas auf die Warteliste setzen lassen – oder sie erhalten die Information, dass alle Plätze belegt sind.

Für Heike Rosemann, Leiterin des Amtes für Kinder, Jugend, Schule und Sport der Stadt Elmshorn, ist die Datenbank dennoch ein Segen. Die landesweite Internetseite ist seit Oktober online und verhindert das, was Rosemann nur unter dem Begriff „Kartei-Leichen“ zusammenfassen kann. Jahrzehntelang hatten sich in Elmshorn Eltern in der Hoffnung auf einen Kita-Platz direkt bei den Einrichtungen in Wartelisten eintragen lassen. Und zwar, um die Chancen zu erhöhen, gleich bei mehreren Einrichtungen. Bekam das Kind einen Platz, verschwand es aber nicht von den Listen der anderen Einrichtungen.

Den Kitas und der Stadt fehlte der Überblick, die Eltern verzweifelten angesichts ellenlanger Wartelisten. Das neue System macht den Prozess deutlich transparenter. Eltern wählen mit Hilfe der Suchmaske unter www.kita-portal-sh.de eine Einrichtung aus, tragen die Daten ihres Kindes  ein und erhalten einen Freischalt-Code. Nachdem eine Kita den vor Ort bestätigt hat, taucht das Kind in der Datenbank als platzsuchend auf. Die Eltern können ihr Kind dann bei drei Kitas auf die Warteliste setzen. Und sobald ihr Kind einen Platz bekommen hat, verschwindet es wieder von der Warteposition.  „Die Datenbank wurde von den Einrichtungen super angenommen“, sagt Rosemann. „Und auch die Eltern nutzen das System sehr stark, wir haben täglich Zugriffe.“

Warum die Kita-Datenbank trotzdem immer noch nicht richtig funktioniert, hängt damit zusammen, dass es in Elmshorn nicht ausreichend Kita-Plätze gibt. „Faktisch verwalten wir im Moment eine Not“, sagt Rosemann. Außerdem sind die   alten Wartelisten der Kitas nicht vollständig bereinigt. Die Mitarbeiter des Jugendamtes arbeiten mit Hochdruck daran, aber während laut Geburtenzahlen derzeit 3600 Kinder im Kita-Alter sein sollten, stehen noch 6000 Kinder in den Listen. Als nächstes möchte das Jugendamt auch Tagesmütter und -väter in die Datenbank aufnehmen. Richtig funktionieren wird die Datenbank jedoch erst, wenn es in Elmshorn Kita-Plätze für alle gibt. Rosemann: „Dann können die Eltern  sehen, bei welchen Kitas es sich lohnt, sich zu bewerben.“

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