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Grundschule: Sicherheit gegen Anspruchsdenken

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Friedrich-Ebert-Schule Autofahrer gefährden Schüler / Politiker wollen Bringen mit dem Auto nicht unterstützen

Als Dieter Ackmann am Montag aus der Sitzung des Ausschusses für kommunale Dienstleister kommt, kann er nur noch voller Unverständnis den Kopf schütteln. „Offenbar zählt die Sicherheit von Kindern nichts mehr“, sagt der Schulleiter der Friedrich-Ebert-Schule.

Schon seit über einem Jahr befasst sich die Politik mit dem allmorgendlichen Verkehrschaos an der Grundschule – und wieder fiel am Montag keine Entscheidung. An der Schule kommt es regelmäßig zwischen 7.30 und 7.55 Uhr zu gefährlichen Situationen: Eltern bringen ihre Kinder mit dem Auto zur Schule und ignorieren dabei Verkehrsregeln, kleine Kinder müssen sich auf dem Weg zum Sammelpunkt auf dem Schulhof zwischen geparkten und fahrenden Autos hindurchquetschen.

Zwar hat sich die Lage nach Einschätzung von Petra Langefeld vom Amt für Flächenmanagement in den letzten Monaten stark verbessert, indem in der Jahnstraße sogenannte „Kiss-and-Go“-Zonen, also Halteplätze für die Eltern, eingerichtet worden waren. Gelöst ist das Problem aber noch lange nicht. „Die Situation in der Jahnstraße hat sich entspannt, die Turnstraße bleibt aber gefährlich“, sagte Langefeld. Insgesamt 75 Sonderparkgenehmigungen für Lehrer, Mitarbeiter und an der Schule engagierte Eltern hat die Stadt gewährt, dazu kommen die „Unverbesserlichen“, wie sie Schulleiter Ackmann nennt, die trotz des Einfahrverbots zwischen 7 und 14 Uhr in die Turnstraße hereinfahren, um ihr Kind abzusetzen oder einzusammeln.

Genau aus diesem Grund hat Petra Langefeld für die Ausschusssitzung am Montag keine neue Beschlussvorlage vorbereitet. Die Verwaltung rät der Politik weiterhin dazu, den Abschnitt der Turnstraße, der an dem Schulgrundstück entlang verläuft, mit einem Poller von der Jahnstraße zu trennen. Gleichzeitig möchte die Verwaltung Lehrerstellplätze auf der Rasenfläche zwischen Jahnstraße und Schule einrichten– dann wären Schulweg und Parkplätze sauber voneinander getrennt. Das würde jedoch 80  000 Euro kosten – und da sträubt sich die Politik.

„Ich tue mich schwer, dem Anspruchsdenken der Gesellschaft nachzugeben und auch noch Eltern zu unterstützen, die meinen, ihre Kinder direkt vor der Schule mit dem Auto absetzen zu müssen“, sagte Jens Petersen (FDP). Die Fraktionen waren sich darin einig: Einen Beschluss können sie noch nicht fassen, dafür hätte die Verwaltung im Vorhinein die Informationen über die verbesserte Situation in der Jahnstraße einreichen müssen. Und die Grünen hoffen auf die Umsetzbarkeit ihres Alternativvorschlags – der Schaffung von Lehrerparkplätzen am Hedwig-Kreutzfeldt-Weg.

Jedoch: Das klingt einfacher als es tatsächlich ist. Die Parkplätze sind alle Wohnungen zugeordnet. „Das wurde alles ausgelotet“, sagt Schulleiter Ackmann. „Wenn es einen einfachen Weg gäbe, wären wir sofort dabei.“ Er kann nachvollziehen, dass die Politiker aufs Geld schauen müssen. „Aber es wäre gut investiertes Geld“, sagt er. „Wir sollten nicht warten, bis Schüler verletzt werden.“ Auch Ackmann würde sich wünschen, dass mehr Schüler zu Fuß zur Schule kommen. „Aber die Lebenswirklichkeit ist eine andere. Wir haben eine freie Schulwahl, viele Eltern bringen ihre Kinder von weiter her auf dem Weg zur Arbeit zur Schule. Die Politik redet an der Realität vorbei.“

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erstellt am 18.Mai.2017 | 16:00 Uhr

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