Energiewende : "Grüner Strom" für Elmshorn

Stadtwerke wollen langfristig alle Haushalte mit selbst erzeugter regenerativer Energie versorgen

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16. März 2013, 08:04 Uhr

Elmshorn | Die Atom-Katastrophe von vor zwei Jahren in Fukushima (Japan) hat viele aufschrecken lassen und bei einigen Versorgern zu einem Umdenken geführt. Auch die Stadtwerke Elmshorn haben ihre Schlüsse aus dem Unglück gezogen. "Haushaltskunden erhalten keinen Strom aus Atom- oder Kohlekraftwerken mehr", berichtet Stadtwerkedirektor Sören Schuhknecht. Mit der Bekennung zur Energie der Zukunft würden Werte wie Umweltverträglichkeit, Nachhaltigkeit und vor allem Sicherheit gelebt.

Das regionale Energieversorgungsunternehmen beschäftigt sich schon lange mit erneuerbaren Energien. "Der Verzicht auf Atom- und Kohlekraft ist nur der erste Schritt", betont Schuhknecht. Der Ausbau der Eigenerzeugung regenerativer Energien und Kraft-Wärme-Kopplung soll folgen. "In Zukunft setzen die Stadtwerke bei der Energiebeschaffung allein auf erneuerbare Energien aus Windkraft, Sonnenenergie, Wasserkraft und Biomasse", sagt der Direktor, der die Leitung des Elmshorner Unternehmens Anfang des Jahres übernommen hat.

Ziel der Stadtwerke: Langfristig soll den 35 000 Haushalten im Stadtwerke-Netz nur noch "grüner" Strom aus regenerativen Quellen angeboten werden. "Um dieses Ziel zu erreichen, müssen wir uns vom Energieversorger zum Energieerzeuger wandeln. Dazu investieren wir in den kommenden Jahren verstärkt in regenerative Erzeugungsquellen", sagt Schuhknecht. Bereits in 15 Jahren soll der gesamte Strom der Haushaltskunden durch eigene Wind- oder Sonnenenergieanlagen und durch regenerative Kundenanlagen gewonnen werden.

Abgerundet wird das "grüne Engagement" der Stadtwerke durch ein vielfältiges Angebot an Energiedienstleistungen. So bietet die Energieberatung der Stadtwerke neben Gebäudeberatungen und Stromspargutachten auch Thermografien an. Besonders erfolgreich ist laut Schuhknecht das CO2- Minderungsprogramm, mit dem die Elmshorner seit 2009 CO2-sparende Maßnahmen fördern. "So wurden in den vergangenen vier Jahren mehr als 400 energie- und ressourcenschonende Anlagen mit einer CO2-Ein sparung von 1200 Tonnen gefördert", berichtet der Stadtwerkechef.

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