Feuerwehr-Übung : Großeinsatz im Disco-Nebel

Das Szenario: Ein eingeklemmter Erwachsener unter dem Traktor, sieben versteckte Kinder in der Halle – die Feuerwehr bereitet die Halle für die Übung vor, der Nebel zieht auf.
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Das Szenario: Ein eingeklemmter Erwachsener unter dem Traktor, sieben versteckte Kinder in der Halle – die Feuerwehr bereitet die Halle für die Übung vor, der Nebel zieht auf.

Gemeinsame Übung der Feuerwehren Seestermühe und Elmshorn. Alle „Verletzten“ konnten erfolgreich gerettet werden.

shz.de von
04. Juni 2014, 12:00 Uhr

Seestermühe | Sieben eingeschlossene Kinder und ein schwer verletzter Erwachsener in einer völlig verrauchten Halle – diese Situation erwartete die Freiwillige Feuerwehr Seestermühe, als sie der Notruf vom Yachthafen am Krückausperrwerk ereilte. Bei der Arbeit an einem Traktor in der großen Bootshalle wurde ein Mann eingeklemmt. Aus ungeklärter Ursache brach gleichzeitig ein Brand aus. Die Kinder, die gerade in der Halle an ihren Optimisten (kleine Segelboote) bastelten, versteckten sich in Panik in allen Ecken, während die Halle sich schnell mit Rauch füllte.

Nach der Alarmierung muss die Feuerwehr in zehn Minuten vor Ort ankommen. Schon bei der Anfahrt verständigte die Feuerwehr Seestermühe die Kameraden aus Elmshorn. „Wenn der Einsatzleiter bei der Anfahrt sieht, dass das Gebäude in voller Ausdehnung brennt, alarmiert er sofort Elmshorn“, erklärt Frank Homrich, stellvertretender Kreiswehrführer das Vorgehen der Einsatzkräfte. Zudem würden sofort Notarzt und Rettungswagen informiert.

Zum Glück war das Ganze nur eine gemeinsame Übung der Feuerwehren, der Rauch nur einfacher Disco-Nebel. An der großen Übung, die in verschiedenen Varianten ein Mal pro Jahr stattfindet, nahmen insgesamt vierzig bis fünfzig Feuerwehrleute aus beiden Orten teil. Bis zur Löschung des Brandes dauerte die Übung rund anderthalb Stunden. Alle Beteiligten waren am Ende sehr erschöpft, aber zufrieden mit der erfolgreichen Probe.

„Solche Großeinsätze sind deutlich seltener geworden, als noch vor 20 Jahren“, so Homrich. Wassereinbruch im Keller oder Bäume von Straßen zu räumen, sei heute die Hauptarbeit, auch wenn sich der Baum vor Ort gelegentlich als Ast entpuppe.

Neben der offiziellen Übung absolvierte die Feuerwehr Seestermühe an diesem sonnigen Abend auch die „Cold-Water-Challenge“. Dabei muss die Mannschaft innerhalb von ein bis zwei Tagen ein lustiges Video in Zusammenhang mit kaltem Wasser drehen und ins Internet stellen. Am Ende müssen zwei weitere Wehren nominiert werden, die dann wiederum ein Video drehen müssen. Die Kameraden um Wehrführer Andreas Rockel mussten, brusttief im Wasser, ein Boot anschieben, dessen Motor nicht anspringen wollte.

Sollte eine Feuerwehr kein Video drehen, muss sie Geld an eine gemeinnützige Organisation spenden und damit rechnen, dass sie von der Feuerwehr zum Grillen überrascht werden, die sie zuvor nominiert hatte. „Für den guten Zweck spenden aber eigentlich alle trotzdem“, ergänzt Seestermühes Wehrführer Andreas Rockel.

Die „Cold-Water-Challenge“ der Feuerwehr Seestermühe
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