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Rückkehr der "Klostersande" : Große Feier - nur die "Gloria" fehlte

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Abwesenheit der "Gloria" ärgert die Elmshorner.

shz.de von
erstellt am 17.Mai.2013 | 08:43 Uhr

Elmshorn | Hunderte kamen, um die Rückkehr der "Klostersande" zu feiern: Als der einstige Haferfrachter der Kölln flockenwerke am Dienstagabend in den Elmshorner Hafen einfuhr, wurde sie mit begeisterten Jubelschreien begrüßt. Nur einer war nicht da: Der Elmshorner Traditionssegler "Gloria" hatte den Hafen am Tag vor der Ankunft des Frachtschiffes verlassen und lief erst einen Tag später wieder in seinen Heimathafen ein.

Das Fehlen der "Gloria" war ein Signal, das an Bord der "Klostersande" und auch in der Stadt mächtig für Aufregung sorgte. Schipper Günter Holtz, der das ehemalige Kölln-Schiff in den Hafen manövrierte, bedauerte die Abwesenheit des Ewers. Er hätte sich gefreut, wenn das Schiff den Frachter standesgemäß begrüßt hätte. "So ist das unsportlich", sagte Holtz.

Das Manöver sei eine Vorsichtsmaßnahme gewesen, verteidigt Ulrich Grobe, Schipper und Vereinsgeschäftsführer des Ewer Gloria, das Vorgehen. "Wir hatten befürchtet, dass die ,Klostersande es nicht in den Elmshorner Hafen schafft und den Fluss blockiert", sagte er gestern. Da der Verein bereits am Wochenende Fahrten anbietet, habe man das Schiff lieber nach Uetersen verlegt. "Jetzt ist die ,Klostersande da, und das ist doch prima", sagte Grobe. Von einer Rivalität zwischen den beiden Schiffen, wie einige Zuschauer vermuteten, könne keine Rede sein.

Versöhnliche Worte - und das, wo Grobe im Vorwege zu den entschiedensten Gegnern des Besuchs der "Klostersande" gehörte. Er befürchtete, dass der 55 Meter lange Binnenfrachter in der verschlickten Krückau nicht um die Kurven komme. "Das Schiff würde den Fluss auf Wochen hinaus lähmen", sagte Grobe damals voraus und drohte sogar, die "Gloria" aus dem Hafen zu entfernen, sollte die "Klostersande" in Elmshorn festmachen. Das hat er dann offensichtlich auch getan.

Grobes Vorgehen stieß auf viel Unverständnis. "Wo ist Herr Grobe mit seiner Gloria? Warum hat er die Klostersande nicht mit begrüßt? Er hätte doch über die Toppen flaggen und Signal geben können", schrieb zum Beispiel Helmut Kröger auf der Facebook-Seite der EN. Alle anderen Wassersportler hätten das Schiff doch auch begrüßt. Der Elmshorner Ortsverein der DLRG war sogar mit seinem Boot zum Krückausperrwerk gekommen und hatte die "Klostersande" willkommen geheißen. Der Eigner Andreas Bätjer und vor allem der ehemalige "Klostersande"-Kapitän Holtz freuten sich sehr über die Geste der jungen Leute. Sie fuhren dann nach Absprache sogar bis Elmshorn voran.

Vorweg, hinterher oder nur im Hafen - die "Gloria" wäre von Bord der "Klostersande" aus überall willkommen gewesen. Und mit Sicherheit hätten auch alle Sehleute am Ufer den schmucken Ewer herzlich begrüßt. Das wäre ein schönes Bild gewesen.

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