Großbritannien steigt bei European XFEL ein

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19. März 2018, 15:31 Uhr

Großbritannien ist zwölftes Partnerland bei European XFEL. Gestern unterzeichneten Regierungsvertreter des Vereinigten Königreichs, Deutschlands und der anderen European XFEL-Vertragsparteien im Rahmen einer feierlichen Zeremonie in der britischen Botschaft in Berlin die Beitrittsdokumente. European XFEL in Schenefeld ist eine internationale Forschungsanlage der Superlative in der Metropolregion Hamburg: 27 000 Röntgenlaserblitze pro Sekunde und eine Leuchtstärke, die milliardenfach höher ist als die der besten Röntgenstrahlungsquellen herkömmlicher Art eröffnen völlig neue Forschungsmöglichkeiten. Forschergruppen aus aller Welt können an dem europäischen Röntgenlaser atomare Details von Viren und Zellen entschlüsseln, dreidimensionale Aufnahmen im Nanokosmos machen, chemische Reaktionen filmen und Vorgänge wie die im Inneren von Planeten untersuchen.


Die führende Position wird ausgebaut

Der Beitrag des Vereinigten Königreichs liegt bei 26 Millionen Euro. Im European XFEL-Council, dem obersten Leitungsorgan der Forschungseinrichtung, wird das Vereinigte Königreich durch den Science and Technology Facilities Council (STFC) vertreten sein. Der Vorsitzende des European XFEL-Council Professor Martin Meedom Nielsen erklärte in Berlin: „Die European XFEL-Mitgliedstaaten freuen sich sehr über den offiziellen Beitritt des Vereinigten Königreichs. Wir werden nun gemeinsam weiter daran arbeiten, die Position von European XFEL als weltweit führende Einrichtung für Forschung mit Röntgenstrahlen zu erhalten und auszubauen.“ Wissenschaftler aus dem Großbritannien tragen bereits auf unterschiedliche Weise zu European XFEL bei. Die STFC Central Laser Facility am Rutherford Appleton Laboratory bei Oxford beispielsweise baut derzeit einen Hochenergielaser für die Experimentierstation HED (High Energy Density) bei European XFEL. Der neue Dipole-Laser wird Zustände erzeugen, wie sie im Inneren von Planeten herrschen, so dass diese mit den Röntgenblitzen des European XFEL untersucht werden können.

Bilder in Milliardstel Sekunden

Ebenfalls bei STFC entwickelt wurde der erste bei European XFEL installierte hochentwickelte Detektor, der Large Pixel Detector (LPD). Der LPD ist eine Hochtechnologie-Röntgenkamerra, die Bilder innerhalb von Milliardstel Sekunden aufnehmen kann. Mitte 2017 wurde der Detektor an einer Experimentierstation bei European XFEL installiert. „Die volle Mitgliedschaft bei European XFEL ermöglicht britischen Wissenschaftlern Forschungsmöglichkeiten auf atomarer, molekularer und Nano-Ebene, die bislang nicht zugänglich sind“, erklärte STFC-Geschäftsführer Brian Bowsher. „Das ist ein sehr wichtiger Tag für die Wissenschaft im Vereinigten Königreich und STFC. Ich blicke mit Spannung auf die Entdeckungen der nächsten Jahre.“ European XFEL ist eine gemeinnützige Forschungsorganisation, die eng mit dem Forschungszentrum Desy und Institutionen zusammenarbeitet. Sie beschäftigt mehr als 300 Mitarbeiter. Die Anlage (Kosten 1,22 Milliarden Euro) ist seit September 2017 in Betrieb. Deutschland ist mit 58 Prozent Hauptgeldgeber
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