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Elmshorn : Graffiti-Aktion gegen „Geisterradler“

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Polizei, Stadt und ADFC starten gemeinsame Kampagne, um Radfahrer auf die richtige Seite zu bringen. Kontrollen werden verschärft.

von
erstellt am 10.Jun.2015 | 10:00 Uhr

Elmshorn | Mit zusätzlichen Polizei-Kontrollen und Warnhinweisen auf Radwegen sagt Elmshorn „Geisterradlern“ den Kampf an. Nachdem die Zahl der Falschfahrer in der Stadt laut Angaben der Polizei in den vergangenen Jahren stetig gestiegen ist, soll mit der in Schleswig-Holstein in dieser Form einmaligen Kampagne nun das Problem in den Griff bekommen werden. „Allein im vergangenen Jahr wurden in Elmshorn 28 Unfälle registriert, weil Radfahrer die falsche Straßenseite benutzt haben“, betont Polizeihauptkommissar Frank Hesse. Längst sei dies die Hauptursache für Unfälle mit Radfahrer-Beteiligung.

Die Aktion ist in Kooperation von Stadt, Polizei und der Ortsgruppe des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) entstanden. „Wir hoffen mit den gelben Graffitis, auf denen ein Rad fahrender Geist mit dem Hinweis ‚Geisterradler bitte wenden!‘ zu sehen ist, in die Köpfe der Verkehrsteilnehmer zu kommen“, sagt Ellen Unger, Verkehrsplanerin der Stadt. Zum Sprühen wird Farbe verwendet, die nach einiger Zeit wieder verschwindet. Ziel der Aktion sei ein Weckruf, man wolle keinen Gewöhnungseffekt eintreten lassen. Geplant sei aber, die Kampagne im kommenden Jahr fortzusetzen.

„Dass so viele Parteien an dem Projekt mitarbeiten ist ist ein klares Zeichen dafür, wie wichtig es ist“, sagt Markus Petrucha von der Stadt. Vor allem jüngeren Radfahrern sei nicht bewusst, wie groß die Gefahr für „Geisterradler“ ist, von Autofahrern übersehen zu werden.

Ursache Nummer 1 für Unfälle

Sie sind die Ursache Nummer 1 für Unfälle mit Radfahrern in Elmshorn: „Geisterradler“. Den Falschfahrern wird jetzt der Kampf angesagt. Mit einer gemeinsamen Kampagne wollen Stadt, Polizei und die Ortsgruppe des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) das Bewusstsein der Verkehrsteilnehmer für das Risiko schärfen. „Es ist sehr gefährlich auf der falschen Seite zu fahren“, sagte ADFC-Vorsitzender Holger Cordes beim offiziellen Startschuss des Aktion. Am Montagabend wurden die ersten Bildmarkierungen auf den Radwegen in der Langeloher Chaussee aufgebracht. Weitere Warnhinweise werden in den kommenden Tagen in Adenauerdamm, Kaltenweide und Berliner Straße folgen.

Allein 28 Unfälle registrierte die Polizei im Jahr 2014, weil Radfahrer die falsche Seite benutzt hatten. „Darüber hinaus kommt es vermehrt zu Beinahe-Unfällen. Wir verzeichnen immer mehr dieser Regelverstöße“, sagte Polizeihauptkommissar Frank Hesse. Auch Cordes unterstreicht das. Seitdem der ADFC-Vorsitzende vor sieben Jahren nach Elmshorn gezogen sei, habe er zwei Unfälle als Radfahrer gehabt. Beide Male mit Radlern, die die falsche Straßenseite befuhren. Er erläuterte, warum das Falschfahren so gefährlich ist: „Autofahrer, die aus einer Seitenstraße oder einer Ausfahrt kommen, schauen häufig nur nach links bevor sie Gas geben. Einen von rechts kommender Radfahrer – also ein ‚Geisterradler‘ gefährdet sich daher vor allem selbst, denn er wird vom Autofahrer schlichtweg nicht gesehen“, so der ADFC-Vorsitzende.

Die Wahl auf die vier Straßen, in denen die Markierungen aufgebracht werden, ist nicht zufällig gefallen. Hier ist laut Ellen Unger, Verkehrsplanerin der Stadt, ein hoher Anteil an Falschfahrern festgestellt worden. Mit den Graffitis, auf denen ein Rad fahrender Geist mit dem Hinweis „Geisterradler bitte wenden!“ zu sehen ist, hofft sie, die Verkehrsteilnehmer für das Fehlverhalten zu sensibilisieren. Zum Sprühen wird provisorische Markierungsfarbe verwendet, die nach einiger Zeit wieder verblasst. „Das ist auch so gewollt. Denn es geht darum, durch das neu aufgesprühte Warnzeichen die Aufmerksamkeit der Radfahrer zu erregen. Wenn der Gewöhnungseffekt eintritt, verblasst das Graffiti wieder“, erläuterte Unger.

Es wird nicht nur bei den Markierungen bleiben. Die Polizei wird in den nächsten Wochen auch die Zahl der Kontrollen erhöhen. Wer bei dem Regelverstoß erwischt wird, muss ein Verwarngeld zahlen. In dieser Form hat es eine solche Kampagne nach Auskunft der Stadt in Schleswig-Holstein noch nicht geben. Das Konzept stamme aus Nordrhein-Westfalen. Die Elmshorner Radwege AG habe schließlich die Idee zur Umsetzung in der Stadt geboren. In der Gruppe sind Vertreter von Stadt, Polizei und Politik sowie weitere Bürger gemeinsam aktiv. Läuft das Projekt gut, soll es womöglich im kommenden Jahr wiederholt werden.

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