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Elmshorner Nachrichten

18. Oktober 2017 | 09:48 Uhr

Elmshorn : Gigantischer Start in die Pilzsaison

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

2013 soll ein gutes Jahr für Pilzsammler werden - der sechsjährige Luis liefert dafür mit seinem Zufallsfund den ersten Beweis.

shz.de von
erstellt am 27.Sep.2013 | 16:00 Uhr

Das feucht-warme Wetter hat die Pilze reichlich sprießen lassen. Sammler können sich rund um Elmshorn auf eine gute Ernte freuen. Wie zum Beispiel der sechsjährige Luis Tomaschewski. Mit seinem Opa Hans Kriegsmann (75) fand der Grundschüler einen kapitalen Riesen-Steinpilz. Ganz zufällig beim Fliederbeersammeln.

620 Gramm schwer und 28 Zentimeter groß ist der schmackhafte Pilz. „Seit 30 Jahren gehe ich in die Pilze, aber solch einen Riesen habe ich noch nie gefunden“, sagt Opa Kriegsmann. Gefunden hat ihn ja auch Enkel Luis. Und der ist ganz stolz auf den Brocken. „Opa, ich hab’ einen“, rief er voller Freude, als er das riesige Teil im Gestrüpp sah. Bei aller Schönheit sei aber der Geschmack verlorengegangen, sagen Pilzkenner. Macht rein gar nichts, sagen Enkel und Opa. „Man sollte den Augenblick als glücklicher Finder genießen und ein schönes Foto zur Erinnerung machen.“

Wer sich auch auf die Suche nach essbaren Pilzen machen möchte, sollte vorher einige Tipps annehmen. Wann ist die beste Sammelzeit und wo sollte man suchen? Was darf man sammeln und was nicht? Und wie erntet man die Pilze überhaupt? Fragen, die Hans Helmut Dürnberg vom Nabu beantwortet.

Die erste Frage ist schnell beantwortet. Das Sammeln in Naturschutzgebieten, Nationalparks oder ähnlichen Schutzzonen ist streng verboten. Allgemein gilt, dass sich Pilze eher in schattigen und oft bemoosten Gegenden anfinden lassen. Sie kommen sowohl in Laub- und Nadelwäldern als auch in Mischwäldern vor, sogar auf Wiesen und Weiden sind sie zu finden. „Auf Pferdekoppeln kann man immer gut nach Champignons suchen“, sagt Dürnberg weiter. Auch in den Birkenmooren und Wäldern in der Elmshorner Umgebung sei das Sammeln meist von Erfolg gekrönt. Auf Weiden sei jedoch zu beachten, dass diese oft stark gedüngt oder mit Pestiziden behandelt werden. Daher sollte man diese Pilze lieber nicht essen.

Wenn im Wald gesammelt wird, solle die Innere Uhr der Waldbewohner berücksichtigt werden. Besonders in der Dämmerung und am frühen Morgen seien diese aktiv. Um sie beim Äsen und Verdauen nicht zu stören, solle man seine Ausflüge lieber auf die Mittagszeit verschieben.

Um Verwechslungen von Speise- und Giftpilzen zu vermeiden, ist für jeden Pilzsammler ein Bestimmungsbuch unbedingt notwendig. „Am besten ist es, mit einem Pilzkenner unterwegs zu sein“, sagt Dürnberg. Kann ein Pilz trotz Bestimmungsbuch nicht erkannt werden, so sollte er lieber stehengelassen werden. Viele Speisepilze haben nämlich einen fast identischen giftigen Doppelgänger, ein klassisches Beispiel sind der Wiesen-Champignon und der Knollenblätterpilz. Beide sehen fast gleich aus – der eine genießbar, der andere giftig.

Auch beim Ernten ist einiges zu beachten. Besondere Sorgfalt ist dem Myzel geboten – dem unterirdischen Wurzelwerk und dem eigentlichen Pilz. Daher dürfen Pilze auf keinen Fall einfach herausgerissen werden, man sollte sie vorsichtig mit Stumpf und Stiel herausdrehen oder mit einem kleinen Messer abschneiden. Löcher im Erdreich sollten anschließend mit Erde oder Laub gestopft werden, damit das Myzel nicht austrocknet.

 

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