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Elmshorner Nachrichten

23. August 2017 | 03:11 Uhr

Gift-Altlast mitten in der City

vom

Verseuchter Boden in der Kö macht Neu-Nutzung schwierig / Eigentums-Verhältnisse gerichtlich geklärt

elmshorn | In der Königstraße 7 bis 9 schlummert die giftigste Altlast des Kreises Pinneberg. Bereits seit Jahren ist bekannt, dass der Boden auf dem Gelände der ehemaligen Textil-Reinigung Otto Junge mit unzähligen Tonnen der Chemikalie Chlor-Kohlenwasserstoff verseucht ist. Dieses Gift-Erbe sorgte auch dafür, dass sich auf dem Grundstück bisher wenig getan hat. Nach jahrelangen Querelen ist nun allerdings die Eigentümerfrage geklärt. Vertreter der Stadt Elmshorn befinden sich bereits in Gesprächen für eine neue Nutzung.

Rückblick: 1998 wurde ein Teil des ehemaligen Wäscherei-Gebäudes abgerissen. Es sollten neue Wohnungen auf dem hinteren Teil des Geländes entstehen. Beim Bau der Eigentumswohnungen wurde durch einen Gutachter eine massive Kontamination des Bodens festgestellt. Der damalige Eigentümer begann in den Folgejahren den Baugrund auszutauschen und das Grundwasser an dieser Stelle abzupumpen und zu reinigen. 2006 musste er dann allerdings Insolvenz anmelden, die Reinigungsmaßnahmen wurden beendet. Fortan übernahm der Kreis Pinneberg die Zuständigkeit für den Fall. Umfangreiche Untersuchungen ergaben dann 2010, dass die Belastung teilweise um das 1600-fache höher lag als der zulässige Richtwert - eine Gefahr für die Anwohner bestand laut damaliger Auskunft des Fachdienstes für Umwelt der Kreisverwaltung aber nicht.

Lange Zeit blieb es um die Elmshorner "Gift-Deponie" in der Königstraße still. Unklar war, wer der rechtmäßige Eigentümer der Gebäude ist. Erst Ende des vergangenen Jahres wurden die Eigentums-Verhältnisse dann gerichtlich geklärt. "Es gibt Gespräche mit dem Eigentümer und der Stadt", berichtet Stadtrat Volker Hatje. Es gehe darum, Möglichkeiten auszuloten, wie das Grundstück genutzt werden kann. "Zum jetzigen Zeitpunkt ist unklar, wie hoch der Entsorgungsaufwand ist, um das Grundstück zu revitalisieren", sagt Hatje. Es sollen dazu nun auch Gespräche mit dem Kreis Pinneberg geführt werden.

In der Kreisverwaltung ist man nicht untätig geblieben. Zwischenzeitlich wurden so genannte "Sanierungsuntersuchungen" in Auftrag gegeben. "Die Auswertungen laufen noch", berichtet Kreis-Sprecher Marc Trampe. Die Untersuchungen werden ihm zufolge mit dem Ziel geführt, welche Maßnahmen zur Beseitigung der Gift-Altlasten eingesetzt werden. "Wir warten auch auch noch auf Rückmeldung vom Land bezüglich möglicher Förderungen", so Trampe. Er rechnet mit ersten Untersuchungsergebnissen innerhalb der kommenden Wochen. Aus Sicht der Bodenschutzbehörde besteht nach wie vor kein Grund zur Panik: "Nach unserem Kenntnisstand besteht hier derzeit keine akute Gefahr", so Kreis-Sprecher Trampe.

Dennoch stehen Stadt, Kreis und Eigentümer vor einer langwierigen Aufgabe den Leerstand in der Kö zu beseitigen.

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erstellt am 06.Aug.2013 | 05:59 Uhr

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