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Sparrieshoop : Gewerbegebiet statt Sendefunkstelle

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

25 Hektar für kleine Betriebe: Sparrieshoop will eng mit Elmshorn zusammenarbeiten und brach liegendes Gelände bebauen.

shz.de von
erstellt am 04.Feb.2014 | 16:18 Uhr

Seit 1996 liegen die Gebäude der ehemaligen Sendefunkstelle in Sparrieshoop brach. Doch nun tut sich etwas. Die Gemeinde plant, gemeinsam mit Elmshorn und dem Eigentümer des Areals dort ein Gewerbegebiet einzurichten. Der Sparrieshooper Bauausschuss hat sich bereits in nicht öffentlicher Sitzung mit dem Thema befasst. Am heutigen Dienstag wird die Gemeindevertretung darüber diskutieren. Auch Elmshorns Bürgermeister Volker Hatje bewertet die Einrichtung eines Gewerbegebiets an der Stadtgrenze Elmshorns grundsätzlich positiv.

Von 1943 bis 1996 war auf dem rund 25 Quadratmeter großen Gelände eine Sendefunkstelle untergebracht. Anfang 2012 übernahm die Immobiliengesellschaft Elmshorn UG das Gelände. Deren Geschäftsführer Ahmet Yazici bekam die Fläche quasi als Beigabe eines anderen Geschäfts mit der Telekom. Er soll dafür weniger als 10.000 Euro bezahlt haben.

Dennoch wollte Yazici von Anfang an „etwas Schönes“ daraus machen. Nur was? „Formalrechtlich ist das Gelände im Flächennutzungsplan nur als Grünland, nicht einmal als Sondergebiet Sendefunkstelle ausgewiesen“, hatte CDU-Gemeindevertreter Joachim Naumann das Problem skizziert. „Das wird planungsrechtlich sehr schwierig“, sagt deshalb auch Hatje. Yazici hatte an Wohnen und Gewerbe gedacht.

Nun hat die Gemeinde den ersten Schritt gemacht. „Die Gemeindevertretung beschließt, das Gebiet der ehemaligen Sendefunkstelle in Abstimmung mit dem Grundeigentümer sowie der Stadt Elmshorn zu einem Gewerbegebiet mit nichtstörendem Gewerbe weiterzuentwickeln“, lautet der Beschlussvorschlag für den Gemeinderat, mit dem sich der Bauausschuss befasst hat. Eine Entscheidung wurde aber noch nicht getroffen.

Acht Wohnungen, in Doppel- und Einzelhäusern untergebracht, sind ebenfalls auf dem Gelände. Sie werden laut Yazici nicht angetastet. Zudem sind mehrere Flächen an Landwirte verpachtet.

Interessant sind jedoch die beiden großen Backsteingebäude. Eines stammt aus den 40er-Jahren, eines ist etwas jünger. Beide sollen grundsolide gebaut sein. Sie haben eine Nutzfläche von rund 8000 Quadratmetern. Und dort soll nach dem Wunsch des Besitzers künftig „nicht störendes Gewerbe“ angesiedelt werden. Nicht störendes Gewerbe sind kleine Handwerksbetriebe deren Wirken weder Lärm und Dreck noch ein größeres Verkehrsaufkommen verursacht.

Allerdings ist Sparrieshoop auf die Hilfe Elmshorns angewiesen, sonst, so die Einschätzung in der Gemeinde, sei die Chance auf Realisierung der Pläne gleich null.

Auf Unterstützung des Bürgermeisters der Nachbarstadt kann Sparrieshoop bauen: „Ich finde es positiv, wenn es gelingt, dort ein Gewerbegebiet zu entwickeln“, sagt Hatje. Wie diese Idee konkret umgesetzt werden könne, müsse gemeinsam mit allen Beteiligten erarbeitet werden. Sicher ist für Hatje: „Wir müssen auch partizipieren.“

Denkbar sei unter anderem ein Gebietstausch. Welche von mehreren Möglichkeiten gewählt werde, müsse sich im Zuge des Verfahrens zeigen. Ohne das Land gehe gar nichts und das sehe die Gewerbegebiets-Pläne skeptisch. „Wir müssen der Landesplanung ein vernünftiges Konzept vorlegen“, sagt Hatje deshalb. Es seien noch viele Details zu klären. Hatje: „Wir müssen die Sache in Ruhe angehen.“

Denn bevor Yazici loslegen kann, müssen Flächennutzungsplan und Bebauungsplan geändert werden. Das geht nicht von heute auf morgen, kann zwei bis drei Jahre dauern. Zudem müssen nicht nur Elmshorn und die Landesplanung zustimmen, sondern auch die übrigen neun in der Stadt-Umland-Kooperation (SUK) zusammenarbeitenden Gemeinden. Auf einen Termin, wann auf seinem Gelände Betriebe angesiedelt werden können, möchte sich Yazici deshalb auch nicht festlegen. Er ist aber vorsichtig optimistisch: „Ich glaube, dass wir schneller fertig sein werden als der Berliner Flughafen.“ Volker Hatje: „Ich warte jetzt auf ein positives Signal aus Sparrieshoop.“

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