Elmshorn : Gewerbe: Sprung über die Autobahn

Direkt hinter dem Kreisel in an der Autobahn in Richtung Seeth-Ekholt sollen Gewerbeflächen ausgewiesen werden.
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Direkt hinter dem Kreisel in an der Autobahn in Richtung Seeth-Ekholt sollen Gewerbeflächen ausgewiesen werden.

Die Stadt möchte neue Gewerbeflächen möglichst selbst vermarkten. Es gibt Verhandlungen über Grundstücke auch mit Kölln-Reisiek.

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11. Juni 2014, 10:00 Uhr

Elmshorn | Für Elmshorns Wirtschaftsförderer Thomas Becken geht es um nichts weniger als die Zukunftsfähigkeit der Stadt: Weil Firmen Steuern zahlen und Arbeitsplätze schaffen, will er mehr Unternehmen hierher holen. Der Stadt aber mangele es an den nötigen Gewerbeflächen. Die Suche nach neuen Grundstücken führt Elmshorn in die Nachbargemeinden.

Rein rechnerisch gibt es derzeit in Elmshorn noch etwa 20 verfügbare Hektar, sagt Becken. Was sich nach viel anhört, ist dem Wirtschaftsexperten viel zu wenig und reicht nicht, Elmshorn zukunftsfähig zu machen. Vor allem aber: Die Grundstücke sind verstreut, schlecht geschnitten und in privater Hand. Ein direkter Zugriff auf die Entwicklung der Gebiete ist kaum möglich. Oft liegen die Grundstücke brach und dienen als Spekulationsgrundlage für Firmen.

Becken und sein Chef, Bürgermeister Volker Hatje, hätten gern weitere 300.000 Quadratmeter im Portfolio, möglichst an einer Bundesstraße gelegen, am besten mit Autobahnanschluss und zusammenhängend. Fündig sind sie bereits vor langer Zeit geworden. Östlich des Autobahnzubringers sollen zum Beispiel neue Flächen bereitgestellt werden. Der Grund liegt auf Elmshorner Stadtgebiet. Es sind Flächen, die Elmshorn mit dem Ausbau des Geländes am Franzosenhof von der Nachbargemeinde Seeth-Ekholt ausgehandelt hatte. Anfang 2000 war dies.

Festgehalten sind zukünftige Gewerbeflächen wie auch Wohngebiete im Stadt-Umland-Konzept (SUK). Eine Kooperationsvereinbarung bildet die Grundlage für eine nachhaltige Zusammenarbeit der Gemeinden in der Region, um insbesondere die Siedlungsentwicklung und die Inanspruchnahme von Flächen miteinander abzustimmen. In dieser Gruppe treffen sich regelmäßig die Bürgermeister der Elmshorner Stadtregion.

Wie ist der Stand der Dinge im Osten Elmshorns? „Wir sind aktiv dabei, mit Grundstückseigentümern über die Zukunft der dortigen Flächen zu verhandeln“, erklärt Hatje. Der „Sprung über die Autobahn“ soll nach Meinung von Thomas Becken möglichst zügig vonstatten gehen. „Wir haben dringend Nachholbedarf“, so Becken. In der Vergangenheit habe man sich nicht um neue Flächen gekümmert. Nun hole die Nachlässigkeit die Stadt ein.

„Unternehmen, die sich hier ansiedeln oder weiter entwickeln wollen, brauchen attraktive Flächen“, so Hatje. Dies soll mit den neuen Gebieten besser werden. Eines ist Hatje bei der Entwicklung der Flächen von höchster Wichtigkeit: „Wir möchten als Stadt den Finger auf die gesamten Flächen haben, damit wir eine eigene und aktive Ansiedlungspolitik betreiben können.“ Hatje weiter: „Unternehmen brauchen Klarheit. Wir müssen ihnen diese Klarheit geben und nicht lange im Ungewissen lassen.“ Dazu gehört entweder der Kauf der Grundstücke oder die Entwicklung gemeinsam mit den Eigentümern über eine Vermarktungsgesellschaft.

Auch auf Kölln-Reisieker Gebiet gibt es in der Verlängerung der Werner-von-Siemens-Straße ein Gebiet, das in der SUK parallel zur A23 für Gewerbe vorgesehen ist. Die Elmshorner Nachbargemeinde will da aber erst ran, wenn am Neuenkampsweg, wo gerade eine Autowaschanlage entsteht, alle Grundstücke bebaut sind. Und das kann dauern, denn auch diese Flächen sind in Privatbesitz. Ob man sich in Kölln-Reisiek ein ähnliches Modell wie beim Zusammenspiel von Seeth-Ekholt und Elmshorn vorstellen kann, ließ Bürgermeisterin Karin Röder auf Anfrage offen. Nur so viel: „Wir sind im Gespräch mit Elmshorn über alle möglichen Themen.“

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