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In Bokholt-Hanredder : Getötete Rinder: Staatsanwalt stellt Strafverfahren ein

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Der Ordnungsamtsleiter ist erleichtert. Doch die Tierrechtsorganisation Peta kündigt Beschwerde an.

shz.de von
erstellt am 08.Dez.2015 | 00:32 Uhr

Bokholt-Hanredder | Der Fall hatte bundesweit für Schlagzeilen und bei Tierschützern für große Empörung gesorgt: In Bokholt-Hanredder war vor etwas mehr als einem Jahr eine komplette Rinderherde abgeschossen worden. Die Tiere seien eine Gefahr für die Öffentlichkeit gewesen, so Rainer Schattauer, Chef des Ordnungsamts des Amtes Rantzau, damals. Die Tierrechtsorganisation Peta hatte Strafanzeige gegen Schattauer erstattet. Nun wurde das Verfahren eingestellt. Doch damit ist der Fall nicht erledigt. Peta kündigte Beschwerde gegen die Entscheidung der Staatsanwaltschaft an.

Die Entscheidung, das Verfahren gegen ihn einzustellen, dürfte Ordnungsamtsleiter Rainer Schattauer erleichtern. Der hatte den Abschuss der Herde den Jägern damals angeordnet. Die Entscheidung war umstritten.

Es sei dem Ordnungsamtschef nicht zu widerlegen gewesen, dass er im Rahmen der Gefahrenabwehr keine andere Möglichkeit gesehen habe, als die Tiere töten zu lassen, begründete Oberstaatsanwalt Uwe Dreeßen die Entscheidung der Staatsanwaltschaft Itzehoe. Es habe sich damals um eine Eilentscheidung Schattauers gehandelt. Als Ordnungsamtsleiter sei er befugt, derartige Entscheidungen zu treffen.

„Die Rinder waren völlig verwildert, haben Zäune niedergetrampelt. Es bestand die Gefahr, dass sie auf die A23 oder die Landstraße zwischen Elmshorn und Barmstedt laufen“, hatte Schattauer damals gesagt. Er hatte nach einem erneuten Ausbruch den Abschuss der Tiere durch Jäger angeordnet. Zuvor hatte er sich mit dem Kreisveterinäramt und weiteren Experten beraten. „Wir haben keine andere Lösung gesehen. Die Entscheidung ist mir alles andere als leicht gefallen. Es war ein Bild des Grauens“, sagte der Ordnungsamtsleiter damals. Auch Nachbarn sowie der Nabu, der dem Besitzer der Herde die Weide verpachtet hatte, hatten bestätigt, dass die Highlandrinder und Galloways immer wieder ausgebrochen seien.

Der Abschuss sei dennoch „nicht durch einen vernünftigen Grund gerechtfertigt“ gewesen, hatte Peta-Anwalt Krishna Singh damals entgegengehalten. Es wäre möglich gewesen, die Tiere durch gezielte Betäubungsschüsse von Straßen und anderen Orten fernzuhalten.

Schattauer wusste gestern noch nichts von der Entscheidung der Staatsanwaltschaft, erfuhr erst durch die Berichterstattung von der Einstellung des Verfahrens. „Das wäre sehr erfreulich“, sagte er.

Doch ganz aufatmen kann Schattauer noch nicht. „Die Begründung der Staatsanwaltschaft überzeugt uns nicht. Wir werden Beschwerde gegen die Einstellung einlegen“, sagte Peta-Anwalt Krishna Singh. In diesem Fall wird sich die Generalstaatsanwaltschaft mit dem Abschuss der Rinderherde befassen müssen.

 

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