Gespenstische Stille nach der Schmach von Cordoba

Walter Zessin aus dem Fußballvorstand des Wedeler TSV erinnert sich nur ungern an die 2:3-Niederlage Deutschlands gegen Österreich bei der WM 1978 in Argentinien.
Walter Zessin aus dem Fußballvorstand des Wedeler TSV erinnert sich nur ungern an die 2:3-Niederlage Deutschlands gegen Österreich bei der WM 1978 in Argentinien.

shz.de von
06. Juni 2018, 15:39 Uhr

Am 21. Juni jährt sich die „Schmach von Cordoba“ zum 40. Mal. Im Jahr 1978 unterlag die deutsche Nationalmannschaft als amtierender Weltmeister Österreich im letzten Spiel der Gruppenphase mit 2:3 – das Aus für die Mannschaft von Trainer Helmut Schön.

In Deutschland herrschte nach der unerwarteten Niederlage gegen den Nachbarn aus Österreich Entsetzen. Auch Walter Zessin aus dem Fußballvorstand des Wedeler TSV brauchte eine Weile, um den Moment zu verdauen. „Die Niederlage gegen Österreich ist meine schlimmste WM-Erinnerung. Die Pleite hat mich wirklich getroffen, das hat sich über eine lange Zeit bei mir im Kopf eingebrannt“, sagt der 68-Jährige.


WM-Spiel ein absolutes Highlight

Gemeinsam mit seiner Frau Susanne sowie Sohn Thorsten, der als Einjähriger jedoch nichts vom Spiel mitbekam, fieberte Zessin vor dem heimischen Fernseher mit. „Ein WM-Spiel ist natürlich auch heute noch etwas Besonderes. Damals hatte ein einzelnes Spiel meiner Meinung nach jedoch noch eine wesentlich höhere Bedeutung für den Zuschauer“, so Zessin, der die veränderte Medienpräsenz dafür verantwortlich macht.

„Man kann quasi jeden Tag Fußball im TV oder im Internet sehen. Damals war ein Livespiel im TV ein absolutes Highlight, da hat man Tage lang drauf hingefiebert“, so Zessin, der sich seit knapp 20 Jahren um die Fußball-Themen der Wedeler Männer kümmert.

19 Minuten nach dem Anpfiff der Partie im Norden Argentiniens herrschte bei Zessin noch Hoffnung auf ein Weiterkommen der deutschen Elf. Karl-Heinz Rummenigge hatte für die Führung gesorgt. Als Berti Voigts nach der Halbzeit zunächst ein Eigentor unterlief und Österreich in der 66. Minute in Führung ging, wurde Zessin immer leiser. „Ich werde in solchen Situationen nicht laut, sondern eher ruhiger“, sagte Zessin. Nach dem Spielende und der 2:3-Niederlage herrschte bei den Zessins totale Stille.

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