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Elmshorner Nachrichten

22. Oktober 2017 | 00:21 Uhr

Neuer Band : Geschichte eines Elmshorner Dorfs

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Karl-Heinz Kuhlemann vom Stadtarchiv schreibt neuen Band der Serie „Materialien zur Elmshorner Geschichte“ über Vormstegen.

shz.de von
erstellt am 05.Aug.2015 | 17:30 Uhr

Elmshorn | Vormstegen? Na klar! Das ist doch die Straße, die den Wedenkamp mit der Reichenstraße verbindet. Kennen wir alle. Sicher. Was aber sicher nicht allzu viele wissen: Vormstegen war einst ein eigenständiges Dorf. Einer, der es ganz genau weiß, ist Karl-Heinz Kuhlemann vom Elmshorner Stadtarchiv. Er hat jetzt ein Buch herausgebracht, das in der Reihe „Stadtarchiv Elmshorn – Materialien zur Elmshorner Geschichte“ erschienen ist. Es geht um die „Geschichte des früheren Dorfes Vormstegen“.

„Vormstegen war früher ein eigenständiges Dorf“, sagt Kuhlemann. 1652 wurde es erstmals erwähnt. 1878 wurde es eingemeindet. Seinen Namen bekam das Dorf wegen eines großen hölzernen Wiesenstegs, der den südlich der Krückau liegenden Dörfern Hainholz, Langelohe, Lieth, Klostersande, Wisch und Vormstegen als Kirchen- und Schulsteig diente. Der Steg führte von Streckers Gang (Torhaus) über die Auwiesen und die alte Au bis zum Platz (Friedensplatz) vor dem Gebäude Vormstegen 23 (heute Haus- und Grundeigentümerverein). Der Name des Dorfes wandelte sich im Laufe der Jahre von Übermstegen (1652), vorm Stegen (1666), fürm Stegen (etwa 1734), Vorn Stegen (1704), Byd lang Steg (1793) Vorm Stegen schließlich zu Vormstegen.

Im Norden grenzte der alte Lauf der Krückau (Verlauf der ehemaligen Hafenbahn) das Dorf gegen Elmshorn ab, schreibt Kuhlemann. Im Westen gehörten nördlich der Westerstraße zwischen der Straße Vormstegen und der Hafenstraße etwa zweidrittel des Gebiets zur Gemeinde. Die Grenze verlief parallel zur Hafenstraße mitten durch das Areal der Mühlenwerke von Peter Kölln. Südlich und östlich waren Hainholz und Langelohe die Nachbargemeinden.

Dieses schöne Gebäude stand unmittelbar an der Bahn, am Eiskeller 40, der Zufahrt zu Lidl. Es wurde 1982 abgerissen. (Foto: Kuhlemann )
Dieses schöne Gebäude stand unmittelbar an der Bahn, am Eiskeller 40, der Zufahrt zu Lidl. Es wurde 1982 abgerissen. (Foto: Kuhlemann )
 

Die Grenze bildeten im Süden die Mommsenstraße, der Fußweg von der Timm-Kröger-Schule zur Hebbelstraße, die Heinrich-Hauschildt-Straße bis zur Hälfte zwischen Konrad-Struve-Straße und Morthorststraße, hier quer durch in nördlicher Richtung zur Detlefsenstraße, dort in gerader Linie über die Bahn bis zum Mehlbeerenweg. Weiter führte die Grenze am Mehlbeerenweg über die Wasserstraße westlich vorbei am Wohngebiet des Teichwegs bis an die südlichen Grenzen der Häuser des Holzwegs bis zur Einfahrt an der Heinrich-Gadow-Kleingartenanlage. Und weiter über den Holzweg hinweg über die Bahnlinie zu An der Bahn. An der Bahn war Grenzstraße bis zur Reichenstraße.

Verwaltungsmäßig gehörte Vormstegen wie die Dörfer Hainholz, Langelohe und Lieth in der Amtsvogtei Uetersen zur Herrschaft Pinneberg; kirchlich zum Kirchspiel Elmshorn.

Erste Verhandlungen der Stadt Elmshorn über eine Eingemeindung der Dörfer Klostersande und Vormstegen scheiterten an Vormstegen. Da Vormstegen die Eingemeindung auch weiterhin ablehnte, erließ die königliche Regierung das Gesetz vom 30. Januar 1878, das die Vereinigung von Elmshorn, Klostersande und Vormstegen festlegte. Straßennamen gab es damals noch nicht.

Der Speicher in der Reichenstraße ist das letzte Gebäude des früheren Dorfs Vormstegen, das noch erhalten ist. (Foto: Amsberg)
Der Speicher in der Reichenstraße ist das letzte Gebäude des früheren Dorfs Vormstegen, das noch erhalten ist. (Foto: Amsberg)
 

Von den alten Häusern, die einst zum Dorf Vormstegen gehörten, steht nur noch eines: der Speicher in der Reichenstraße 12. Die anderen Häuser wurden mittlerweile abgerissen. Kuhlemann hat aber alle Gebäude in seinem Buch aufgelistet, ihre damalige Lage nach heutigen Straßen eingeordnet, die Größe der Häuser und die verschiedenen Ausbaustufen aufgelistet sowie den Zeitpunkt des jeweiligen Abbruchs genannt.

Zudem hat er die im Laufe der Jahre wechselnden Besitzer aufgeführt. So war beispielsweise ein Haus, das in der heutigen Reichenstraße 26 bis 28 liegt, quasi die Wiege der Firma Kölln. Am 3. November 1837 übernahm Peter Kölln, Mehlhandel und Göpelmühle, das Gebäude.

Viele Fotos gehören dem Stadtarchiv Elmshorn. Geholfen haben Kuhlemann bei seinem Werk zudem unter anderem Ernsthermann Kölln, Jürgen Reinstrom, die Vereinigung für Familienkunde sowie Klaus-Joachim Lorenzen-Schmidt und Sabine Schon.

Das Buch „Geschichte des früheren Dorfes Vormstegen“ ist im Stadtarchiv Elmshorn gegen eine Schutzgebühr von fünf Euro erhältlich.

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