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Elmshorner Nachrichten

21. Oktober 2017 | 12:44 Uhr

Geplanter Einbruch bei den EN

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Improtheater Die Schauspieltruppe Steife Brise tritt vor ausverkauftem Haus auf – und fasst vor Publikum einen unverschämten Plan

shz.de von
erstellt am 11.Feb.2017 | 16:29 Uhr

Normal sein – das hat in Elmshorn seit dem neuen Slogan eine ganz neue Bedeutung. „Elmshorn supernormal“ lautet das neue Motto. Aber was ist hier eigentlich normal? „Für den Anfang brauche ich eine ganz alltägliche Situation in Elmshorn“, fragt Wiebke Wimmer das Publikum. „Einreiseverbot“, antwortet ein Zuschauer. Wer hätte das gedacht?

Wimmer steht zusammen mit ihren Schauspielkollegen Knut Kalbertodt und Youssef Rebahi-Gilbert auf der Bühne im Haus 13 und schlüpft sofort in die Rolle einer Reisenden, die flugs am Elmshorner Grenzzaun von einem mürrischen Beamten angehalten wird. „Guten Tag, ich bin aus Pinneberg.“ –„Haben Sie ihren Baumschulausweis dabei?“

Zusammen mit dem Pianisten Markus Glossner starten die drei Schauspieler den Impro-Theaterabend mit vielen Verweisen auf die kleinen und großen Eigenheiten der Stadt Elmshorn. Die Theatermacher gehören zum Ensemble der Hamburger Kombo Steife Brise und spielen im Haus 13 an zwei Abenden nacheinander vor ausverkauftem Haus. Der Abend besteht aus unterschiedlichen Szenen, die vom Publikum mitgestaltet werden – was zu einigen skurrilen Momenten führt. Etwa wenn der Wikipediaeintrag zum ominösen Wurzelgewächs Deichschwämmer getanzt oder die Elmhorner Stadtvertretung ihre Ratssitzung singend vorträgt; einsteigt mit „Elmshorn first, Seestermühe second, Elmshorn first und Pinneberg lieber gar nicht“ und Kalbertodt das Lied beendet mit „Wir blicken immer nach vorn, Elmshorn, Elmhorn!“

Immer wieder ist Elmshorn Thema auf der Bühne – dabei legt das Publikum oft den Finger in offene Wunden. „Zu welcher Tageszeit ist in der Elmshorner Innenstadt am meisten los?“, fragt Kalbertodt und erhält gleich von mehreren Zuschauern die stimmgewaltige Antwort „Nie“. Dass den Elmshornern ein anderes Thema der Stadt noch dringender unter den Nägeln brennt, wird im zweiten Teil des Abends deutlich. „Ich hätte gerne eine Schlagzeile aus den Elmshorner Nachrichten“, fragt Wimmer und ein Großteil der Zuschauer ruft „Elmshorn ist supernormal“.

„Supernormal, ich kann’s nicht mehr hören“, beschwert sich Rebahi-Gilbert irgendwann, als das Thema immer wieder auftaucht. Dem Publikum aber gefällt es. Viel wird gelacht und immer wieder erntet das Ensemble lauten Zwischenapplaus. Nicht ohne eine Zugabe lässt das Publikum die Steife Brise von der Bühne gehen. Und diese Zugabe hat es in sich, denn die Truppe lässt sich dabei zusehen, wie sie einen Einbruch in die Redaktion der Elmshorner Nachrichten begehen. Natürlich nur um im Redaktionscomputer das Motto der Stadt von „Elmshorn supernormal“ in „Deichschwämme auf dem Hauptstadtflughafen“ zu ändern. Drei Gedanken müssen dazu gefasst werden.

Erstens, wie man sieht, ist der aktuelle Slogan gar nicht so schlimm. Es geht bekloppter. Zweitens: In den Redaktionsräumen laufen keine Katzen rum, auf die man treten könnte, und drittens: Hey, wir haben mit dem Supernormal-Spruch doch gar nichts zu tun!

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