Marktkauf bleibt Marktkauf : Geplante Aldi-Ansiedlung am Franzosenhof in Elmshorn ist umstritten

Wollen Marktkauf zum Erfolgsmodell weiter entwickeln: Eigentümer Jan Hayunga (von rechts), Marktleiter André Müller und Prokurist Erich Arndt.
Wollen Marktkauf zum Erfolgsmodell weiter entwickeln: Eigentümer Jan Hayunga (von rechts), Marktleiter André Müller und Prokurist Erich Arndt.

Der Kaufmann Jan Hayunga investiert vier Millionen Euro. Neustart am 1. September.

shz.de von
24. August 2018, 12:00 Uhr

Elmshorn | „Wird denn noch geschlossen oder geht das einfach so ineinander über“, will der ältere Herr an der Kasse wissen. „Nein, wir schließen nicht“, antwortet die Kassiererin. Der Neustart ist für alle Marktkauf-Kunden unübersehbar. Im Non-Food-Bereich klaffen ein paar Lücken. Fernseher und Waschmaschinen gibt es nicht mehr. Es wird umgebaut. Der Tresen für Frischfleisch ist mit einer Plane abgedeckt. „Elf Gewerke und 31 Handwerker haben wir zurzeit im Haus“, sagt Prokurist Erich Arndt. Der Tresen für Fleisch und Käse wird in Zukunft 30 Meter betragen.

Der Marktkauf in Elmshorn ist der sechste Verbrauchermarkt der Edeka Nord, der privatisiert wird. Laut Jan Hayunga hat Marktkauf keine tiefroten Zahlen geschrieben. Das Ergebnis hätte aber besser sein können. „Der Markt war personell unterbesetzt“, betont der 47-Jährige. Große Verbrauchermärkte mit Verkaufsflächen von mehr als 6000 Quadratmetern hatten zuletzt Marktanteile verloren. Der Lokalmatador Hayunga hatte sich bei der Übernahme von Marktkauf in Elmshorn gegen den Pinneberger Bert Meyer durchgesetzt.  

Mit einem neuen Konzept will Jan Hayunga die Kunden überzeugen. „Wir trennen uns von schwachen Sortimenten und bauen unsere Stärken aus“, sagt der 47-Jahre alte Elmshorner Kaufmann. Im Drogeriebereich ist eine Kooperation mit der Kette Budnikowsky geplant.

Jan Hayunga (47) übernimmt zum 1. September den Marktkauf am Franzosenhof in Elmshorn.
Christian Brameshuber

Jan Hayunga (47) übernimmt zum 1. September den Marktkauf am Franzosenhof in Elmshorn.

 

Die Verkaufsfläche wird auf 4500 Quadratmeter reduziert. Zusätzliche Kunden – auch für Marktkauf – soll ein Discounter anlocken, der mit einer Verkaufsfläche von zirka 1400 Quadratmetern im Gebäudekomplex angesiedelt werden soll. „Das war eine Voraussetzung von Edeka Nord für unser Engagement“, betont Hayunga. Edeka will Aldi an den Franzosenhof locken. Durchaus ein Frontalangriff auf den Marktkauf-Konkurrenten Famila. Denn an der Hamburger Straße – unweit des Franzosenhofes – gibt es schon einen Einzelhandelsstandort mit Discounter Aldi und dem Vollsortimenter Famila unter einem Dach. Gibt Aldi diese Filiale auf und zieht rüber zum Franzosenhof?

Stadt sieht Discounter-Pläne kritisch

Pikant: Das Einzelhandelsgutachten der Stadt Elmshorn weist für die Hamburger Straße und für den Hainholzer Damm die Kombination Vollsortiment und Discounter aus – nicht aber für den Franzosenhof. Deshalb war die Stadt alles andere als begeistert von den Discounter-Ansiedlungsplänen von Edeka Nord. „Wir sind mit allen Beteiligten im Gespräch“, betont dann auch Elmshorns Wirtschaftsförderer Thomas Becken.

Eine Aldi-Ansiedlung verhindern kann die Stadt aber wohl nicht. „Die Fläche am Franzosenhof ist ja für Einzelhandel vorgesehen. Nur die Aufteilung würde sich ändern“, sagt Becken. Hinter den Kulissen wird um Lösungen gerungen. Der Lebensmittelmarkt ist heiß umkämpft.

Leere Marktkauf-Flächen werden die Kunden nicht zu sehen bekommen. Auf 250 Quadratmetern wird bis Januar 2019 eine „Tschibo-Prozente-Welt“ aufgebaut. 200 Quadratmeter nimmt die neue Bücherwelt ein. „Beides temporäre Lösungen“, betont Hayunga. Ende 2019 soll der Einzelhandelsstandort mit Discounter realisiert sein. Wie es mit den übrigen Geschäften wie Apotheke, Optiker, Friseur und Bäcker weiter geht, muss Edeka Nord entscheiden. Fest steht: Der Name Edeka taucht am Franzosenhof nicht auf. Marktkauf bleibt Marktkauf.

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