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Elmshorner Nachrichten

18. November 2017 | 20:43 Uhr

Gemüse: Historisch und urban

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Das Industriemuseum Elmshorn zeigt ab dem 13. April die neue Sonderausstellung „Stadtgemüse – Vom Bauerngarten zur essbaren Stadt“

shz.de von
erstellt am 08.Apr.2014 | 16:00 Uhr

Vom Bauerngarten bis zur essbaren Stadt: Wie vielfältig die Geschichte der Nutzgärten von den vergangenen Jahrhunderten bis heute sein kann, will das Industriemuseum Elmshorn unter Beweis stellen. Dafür werden im Rahmenprogramm rund um die Sonderausstellung „Stadtgemüse“ auch gänzlich neue Wege beschritten.

Die Idee zur Ausstellung entstand in der Frauengeschichtswerkstatt des Museums. Deren Teilnehmer sahen sich jedoch schnell einem ganz grundsätzlichen Problem gegenüber: „Museum und Garten, das ist eigentlich schizophren. Gärten sind vergänglich, Pflanzen kommen und gehen“, sagt Christiane Wehrmann von der Frauengeschichtswerkstatt, „anfangs war das wirklich problematisch.“ Denn: Was vergänglich ist, lässt sich einfach schwer ausstellen. Erst recht, wenn es dann auch noch historisch sein soll. Doch das Team um Bärbel Böhnke fand schnell Alternativen – und zwar so viele, dass die Museumsleiterin nun versprechen kann: „Wir haben uns viel vorgenommen.“

Im Museum wird sich einiges um das Thema Kleingarten drehen. Dafür wurde eine typisch-deutsche Parzelle aus den 1960er-Jahren in Szene gesetzt, auf einigen Text-Bild-Tafeln wird passend dazu die Geschichte der Kleingärten bundesweit und in Elmshorn erläutert. Mit dabei: Sämtliche Beiträge, die beim EN-Selbstversuchsprojekt „Parzelle 70“ entstanden sind. Auch historische und moderne Gartenwerkzeuge werden gezeigt, darunter auch eher abenteuerliche Eigenkonstruktionen. Was sich mit der Ernte dann anfangen lässt, wird ebenso präsentiert, wie fachmännische Gartenpläne oder historische Samentüten.

Richtig vielfältig soll das Rahmenprogramm rund um die Ausstellung werden. Erstmals wird so auch das ausgestellt, was vergänglich ist und eigentlich keinen Platz im Museum hätte. Denn beim urban gardening – zu Deutsch so viel wie: Gärtnern im innerstädtischen Raum – soll der Museumshof und der Bereich um die Knecht’schen Hallen bepflanzt werden. Schon jetzt wachsen dort erste Pflanzen in Töpfen, ausrangierten Dosen und Körben heran. Bei dieser modernsten Form des Gärtnerns darf übrigens jeder mit anpacken. „Gemeinsames Gärtnern macht Spaß und bringt Leute zusammen“, sagt Böhnke – und hofft, dass das Projekt ansteckend wirkt. „Wir wollen grüne Perspektiven für die Stadt – Rhabarber statt Koniferen!“, gibt die Museumsleiterin die Parole aus.

Das Gemüse, das auf den Freiflächen gezogen wird, soll dann an jedem 1. Mittwoch im Monat in der Hofküche des Industriemuseums zu einem Mittagstisch verkocht werden. Im Kranhaus werden zudem acht Aussteller regelmäßig ihre Werke, von Malerei, Keramik, Stein, Holz, Textil und Schmuck bis zur Feinkost, zeigen.

Die Ausstellung des Museums wird vom 13. April bis 7. September an der Catharinenstraße 1 zu sehen sein. Die Freifläche am Kranhaus befindet sich an der Berliner Straße. Dort wird dienstags von 16 bis 18 Uhr gegärtnert. Die Ausstellung im Kranhaus ist, nach der Eröffnung am Sonnabend, 26. April, immer sonnabends von 11 bis 16 Uhr zu sehen. Hungrige Besucher werden ab Mai jeweils am 1. Mittwoch des Monats ab 11.30 Uhr in der Hofküche versorgt.

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