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Elmshorner Nachrichten

20. August 2017 | 17:45 Uhr

Elmshorn : Gemeinsam für die Kindererziehung

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Im Zertifikatskursus „Brückenbauer“ sollen Erzieher und Lehrer Möglichkeiten der besseren Zusammenarbeit erlernen.

Elmshorn | Wenn ein Kind von der Kita auf die Grundschule wechselt, nimmt es seine Talente und Probleme in der Regel mit. Der Gesetzgeber schreibt deshalb die Zusammenarbeit zwischen Lehrern und Erziehern vor. Auf diese Weise soll die Grundschule idealerweise dort anknüpfen können, wo die Kinder in ihrem Bildungs- und Entwicklungsstand stehen. „Wie das genau ablaufen soll, steht aber nicht im Gesetz“, kritisiert Ulrike Martens vom Lehrerfortbildungsinstitut in Kiel. Im Zertifikatskurs „Brückenbauer“ bringt sie Erzieher und Lehrer zusammen, um die Zusammenarbeit zugunsten der Kinder zu verbessern.

„Tatsächlich steckt in vielen Lehrerköpfen immer noch die Idee, dass Kinder in der Kita nur betreut werden und der Ernst des Lebens erst in der Grundschule beginnt.“ Dabei handele es sich bei den Erziehern um Fachleute, die das Kind vier Jahre lang erlebt und begleitet hätten – und wovon die Lehrer profitieren könnten, so Martens.

Beim dritten Brückenbauer-Kurs haben auch Lehrerinnen der Grundschule Kaltenweide und der Paul-Dohrmann-Schule sowie eine Erzieherin der Kita Memelerstraße teilgenommen. „Bei uns ist die Zusammenarbeit zwischen Schule und Kita eigentlich schon seit vielen Jahren üblich“, sagt Gudrun Heitmann, Lehrerin an der Grundschule Kaltenweide. Dennoch helfe es weiter, über den Kurs fundiertes Hintergrundwissen zu erlernen und weiterzugeben. Die Kursteilnehmer sollen als Multiplikatoren agieren und neue Ideen zur besseren Zusammenarbeit einbringen.

Es gebe allerdings auch Schulen, in denen die Kooperation überhaupt nicht funktioniere. „Manchmal werden die Beobachtungsbögen, die wir an die Schulen weiterleiten, überhaupt nicht gelesen“, erklärt Christiane Carstensen, Leiterin der Kita Memelerstraße. „Viele Lehrkräfte sagen, sie wollten die Kinder unvoreingenommen kennen lernen. Aber Professionalität sollte bedeuten, dass man wichtige Dinge über den Hintergrund eines Kindes erfährt und es trotzdem nicht in eine Schublade steckt.“

Einverständnis der Eltern

Um überhaupt Informationen an die Schule weitergeben zu können, sind die Kindergärten auf das Einverständnis der Eltern angewiesen. „Wenn die Eltern das Gefühl haben, dass Kita und Schule gut zusammenarbeiten, vertrauen sie uns auch eher“, sagt Carstensen. Gudrun Heitmann ergänzt: „Wir haben mit den selben Eltern zu tun. Wenn die sich bei uns gut aufgehoben fühlen, haben alle etwas davon.“

Zusammenarbeit zwischen Grundschule und Kindergarten bedeutet nicht nur, Vorwissen über den familiären Hintergrund oder über Lernschwächen und -stärken zu haben. „Im Kindergarten lernen die Kinder im letzten Jahr zum Beispiel, Laute zu identifizieren. Das spart uns später in der Schule Wochen“, erzählt Heitmann.

Aus der Fortbildung mitgenommen hat Annette Lorek-Fasching, dass es „ganz wichtig ist, die Kinder da abzuholen, wo sie stehen“ . Als Förderschullehrerin arbeitet sie häufig an der Grundschule Kaltenweide. Heutzutage gebe es kaum noch die Möglichkeit, ein Kind ein Jahr länger im Kindergarten zu lassen, wenn es noch nicht reif ist für die Schule. „Viele haben zum Beispiel Aufmerksamkeitsprobleme.“ Deshalb sei es um so wichtiger, dass die Kollegen im Unterricht auf die einzelnen Stärken und Schwächen eingehen könnten. Das möchte Lorek-Fasching zukünftig in Form von Fortbildungen stärker an der Grundschule Kaltenweide thematisieren.

Auch andere Schulen in Elmshorn machen mit den Kitas in ihrem Einzugsgebiet ähnliche Fortbildungskurse. Auf diese Weise soll die Zusammenarbeit zwischen Grundschulen und Kitas nach und nach verbessert werden.

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erstellt am 05.Feb.2016 | 18:00 Uhr

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