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Elmshorn : Gemeinsam auf der Jagd nach Kriminellen

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Hamburgs Fraktionschef wirbt für mehr Kooperation zwischen den Städten.

shz.de von
erstellt am 11.Mai.2016 | 16:15 Uhr

Elmshorn | Die Formel ist einfach: „Wer Einbrecher fangen will, braucht Polizisten“, sagte André Trepoll und plädiert ganz allgemein für ausreichend Polizeibeamte. Aber nicht nur die Anzahl sei entscheidend, denn die Arbeit der Ordnungshüter könnte verbessert und sogar vereinfacht werden – wenn man enger zusammenarbeiten würde.

Trepoll ist der Vorsitzende der CDU-Fraktion in der Hamburger Bürgerschaft und sprach am Montag bei einer öffentlichen Diskussionsrunde zum Thema Kooperation zwischen Hamburg und den umliegenden Regionen. Der Abend stand unter dem Titel „Metropolregion Hamburg – wie stärken wir die Zusammenarbeit?“ und wurde von der CDU Elmshorn organisiert.

„Wir haben 20 Prozent mehr Wohnungseinbrüche“, sagte Trepoll und gab damit ein Beispiel, wo man den Informationsaustausch verbessern und eine engere Zusammenarbeit über Stadt- und Landesgrenzen hinweg sinnvoll wäre. Doch auch in anderen Punkten sei eine Kooperation bei der Polizei wünschenswert. Etwa wenn Material oder Spezialfahrzeuge angeschafft werden müssen. Hier könne man sich Kosten teilen, so Trepoll.

Neben der Verbrechensaufklärung zählt Trepoll eine Vielzahl von Punkten auf, wo sich die Zusammenarbeit lohnen würde. Etwa bei der Krankenhausplanung und Pflege, bei Forschungseinrichtungen und dem öffentlichen Personennahverkehr. „All das sind Dinge, die man sich gemeinsam angucken muss“, so Trepoll. Ein Schwerpunkt seiner Rede lag aber auf den Problemen in der Infrastruktur. „Unternehmen interessieren sich nicht für die Stadtgrenze“, sagte Trepoll und führte aus, dass eine gute Verkehrsanbindung sehr viel wichtiger für Firmen sei.

Den Ausbau der Verkehrswege setzt der CDU-Politiker darum mit einer Stärkung der Wirtschaft gleich. Dass es in diesem Bereich massive Probleme in Schleswig-Holstein gebe, bestätigten mehrere Diskussionsteilnehmer. „Für manche Unternehmen endet Deutschland hinter Hamburg“, sagte der Elmshorner Stadtrat Dirk Moritz (parteilos).

Im Verlauf des Abends wurden auch von den Veranstaltungsbesuchern eine Vielzahl von Beispielen genannt, wo sich die Zusammenarbeit innerhalb der Metropolregion Hamburg lohnen würde. Eine anschauliche Strategie zur Stärkung der Kooperation wurde aber nicht vorgestellt. „Konkrete Modelle, wie wir so etwas anpacken können, haben wir nicht. Aber das ist bis heute auch gar nicht gewollt“, sagte Trepoll und machte dafür den politischen Gegner verantwortlich. „Auf deutsch gesagt fehlt heute der politische Wille. Auch bei kleinen Dingen.“

Andererseits begründe sich die Zurückhaltung auch im Argwohn der Beteiligten, etwa der Städte und Gemeinden: „Natürlich ist klar, dass jeder erst mal an sich selber denkt. Aber es könnte Ausgleichsmechanismen geben“, so Trepoll, der am Ende seiner Rede bekräftigte: „Wir wollen den Wettbewerb nicht aushöhlen. Der hat natürlich seine Vorteile. Aber wenn wir nicht zusammenarbeiten, verschenken wir in bestimmten Bereichen Potenzial.“

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