zur Navigation springen
Elmshorner Nachrichten

15. Dezember 2017 | 06:25 Uhr

Gemeinde leidet unter Verkehrschaos

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Umleitung Trotz Verbots nutzen Lkw die Umleitung über Raa-Besenbek / Die Folge: Unfälle und Straßenschäden

Zwei Laster sind in Raa-Besenbek bereits in den Graben gerutscht. Auch einige Transporter sind am Straßenrand hängen geblieben. Die Banketten der Dorfstraße, die von der Gemeinde erst im vergangenen Jahr saniert worden sind, gleichen wahlweise einer Buckelpiste oder einer Seenlandschaft. Alles Ergebnisse der Vollsperrung der Bundesstraße 431 zwischen Elmshorn und Neuendorf, die zur Zeit saniert wird.

Die offizielle Umleitung für die gesperrte Bundesstraße ist über Horst ausgeschildert. An allen Straßen, die von Elmshorn nach Raa-Besenbek führen, steht auf Schildern zu lesen: „Durchfahrt für Lkw verboten“. Nicht alle halten sich an dieses Verbot. Wer sich auskennt oder ein gutes Navigationsgerät im Auto oder Lkw hat, der weiß, dass die Raa-Besenbeker Dorfstraße der scheinbar perfekte Schleichweg ist, um die leidige Baustelle zu umfahren. Die Fahrt über Raa-Besenbek ist deutlich kürzer, als die offizielle Umleitungsstrecke über Horst. Der Haken an der Sache: Die Dorfstraße ist sehr schmal und für das deutlich erhöhte Verkehrsaufkommen nicht ausgelegt.

Begegnen sich ein Lkw und ein Auto, wird es knapp. Ein Ausweichmanöver über die Banketten ist meistens noch möglich. Sind die derzeit häufig auf der Dorfstraße anzutreffenden Erntefahrzeuge unterwegs und begegnen einem Auto oder einem Lastwagen, dann wird es richtig eng. Ausweichen wird zur Millimeterarbeit. Sind zur gleichen Zeit auch noch Radfahrer auf der Dorfstraße unterwegs – sowohl Schüler, als auch Ausflügler nutzen häufig die Straße durch Raa-Besenbek – dann wird es besonders für die schwächsten Verkehrsteilnehmer schon fast lebensgefährlich. Ausweichmöglichkeiten sind dünn gesät, manchmal hilft nur ein Sprung ins Gebüsch. Allerdings ist Vorsicht geboten, direkt dahinter verläuft häufig ein Graben.

Wer jetzt glaubt, dass die Auto- und Lkw-Fahrer wenigstens die Geschwindigkeit den Straßenverhältnissen anpassen, der irrt. Frei nach dem Motto: „Zeit ist Geld“ wird die Gemeinde Raa-Besenbek im Eiltempo durchquert.

„Dass die Einwohner unserer Nachbargemeinden aus Neuendorf und Kollmar den Weg durch Raa-Besenbek nutzen, das war uns klar. Das war ja auch so gewollt. Aber mit dieser Masse an Durchgangsverkehr haben wir nicht gerechnet. Es ist weit schlimmer, als wir befürchtet haben. Die Banketten der Dorfstraße sind mittlerweile im Eimer“, sagt Raa-Besenbeks Bürgermeister Norman Sternberg.

Rund 25  000 Euro kostet die Sanierung der Banketten der Dorfstraße, weiß der Bürgermeister. Die letzte Sanierung ist noch nicht lange her. „Jetzt müssen wir schon wieder Geld in die Hand nehmen und bleiben, so sieht es im Moment aus, auch noch auf den Kosten sitzen. Wir sind nicht die offizielle Umleitungsstrecke, so die Begründung“, erzählt Sternberg.

Doch nicht nur die augenblickliche Verkehrssituation nervt die Raa-Besenbeker. Wird die B 431 aus anderen Gründen gesperrt, häufig nach Unfällen, wird der gesamte Verkehr über Raa-Besenbek umgeleitet. Dann rauschen nicht nur Autos und Transporter durch die Gemeinde sondern auch zahlreiche Lkw. Wie die Gemeinde mit diesem Verkehrsaufkommen klar kommt fragt niemand.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen