Projekt in Horst : Gegen die Einsamkeit

Wolfgang und Rita Herrmann wollen in Horst ein Projekt für gemeinschaftliches Wohnen ins Leben rufen und suchen Gleichgesinnte.
Wolfgang und Rita Herrmann wollen in Horst ein Projekt für gemeinschaftliches Wohnen ins Leben rufen und suchen Gleichgesinnte.

Ein Horster Ehepaar möchte ein Projekt für gemeinschaftliches Wohnen im Alter auf die Beine stellen.

shz.de von
07. Januar 2019, 17:24 Uhr

Horst | Gemeinschaftliches Wohnen im Alter – das ist das Ziel, das sich das Horster Ehepaar Rita und Wolfgang Herrmann aus der Horster Theodor-Storm-Straße gesetzt hat. Sie wollen ein Wohnprojekt ins Leben rufen, bei dem die einzelnen Bewohner in unterschiedlichen, ihren Bedürfnissen angepassten, Wohneinheiten zu einer erschwinglichen Miete leben können. Aus diesem Grund suchen sie jetzt Menschen, die sich ihrer Idee anschließen wollen und laden zu einem Informations- und Kennenlernabend am Mittwoch, 16. Januar, um 19 Uhr ins Vereinshaus Op de Host, Schulstraße 1b, ein.
„Dadurch, dass in der heutigen Gesellschaf die Kinder irgendwann das Haus verlassen und ihr eigenes Leben organisieren, bleiben die Eltern als Paar oder Single zurück. Der Familienzusammenhalt ist nicht mehr wie in der Großfamilie der Vergangenheit. Ältere Menschen vereinsamen und verlieren soziale Kontakte, können eventuell Haus und Grundstück nicht mehr bearbeiten. Dafür einen Ersatz zu schaffen ist die Grundidee des gemeinsamen Wohnens im Alter“, erklärt Wolfgang Herrmann.

„Wir wollen uns schon vor dem Beginn des Projekts zu einer Gruppe zusammenfinden, die gemeinsam an der Umsetzung von Ideen arbeitet und die notwendige Planung unter Einsatz der individuellen Stärken unterstützt“, betont er. Der ehemalige Softwareentwickler und seine Ehefrau, die als Erzieherin gearbeitet hat, stellen sich vor, zirka 15 bis 20 Wohneinheiten als Zwei- bis Drei-Zimmer-Wohnungen durch einen Investor oder eine Genossenschaft errichten zu lassen. „Wir sind schon in Gesprächen mit Grundstückseigentümern in Horst, die bislang aber noch zu keinem Ergebnis geführt haben“, sagt Rita Herrmann.

Für das Ehepaar ist es zunächst wichtig, Mitstreiter zu finden, die sich dem Projekt anschließen wollen. „Wenn wir mit mehreren Interessenten auftreten, ist es sicherlich einfacher, Investoren für so ein Projekt zu begeistern“, sagt Wolfgang Herrmann. Die Größe des Wohnprojekts und die gewünschte Altersstruktur der Bewohner soll von der Gruppe festgelegt werden.

In erster Linie ist daran gedacht, älteren Menschen die Möglichkeit zu geben, solange wie möglich selbstbestimmt in einer Gemeinschaft leben zu können. Eine Gemeinschaft, die sich gegenseitig hilft, beim Einkauf, Arztbesuchen oder Kinder hüten und die Aktivitäten wie Kino- und Konzertbesuche organisiert. Das Haus soll nach den Vorstellungen der Herrmanns aber nicht nur allein zu Wohnzwecken dienen. „Wir wollen das Haus auch für kulturelle Veranstaltungen im kleineren Kreis öffnen. Im geplanten Gemeinschaftsraum könnten Lesungen, Musikabende oder auch nur einfach gemeinsames Kaffeetrinken stattfinden“, erklärt Herrmann.

Wer sich für das Projekt interessiert, kann sich bei Wolfgang und Rita Herrmann in Horst unter der Telefonnummer (0 41 26) 7 94 schon vorab informieren.
 

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