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Elmshorn : Geburtstagsparty für den Wasserturm

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Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Das Elmshorner Wahrzeichen ist 111 Jahre alt: Der Turm am alten Schleusenwall revolutionierte Elmshorns Wasserversorgung.

Vor 111 Jahren war es für viele Elmshorner vorbei mit dem Schleppen von Wassereimern aus Haus- oder Straßenbrunnen: Etwa die Hälfte aller Häuser in der Innenstadt konnte mit fließendem Wasser aus Leitungen versorgt werden – sicher und zuverlässig. Möglich wurde dieser moderne Komfort durch den Wasserturm, der zwischen Neuer Straße und Schleusenwall (heute: Schleusengraben) errichtet wurde.

45 Meter hoch ragt der Backsteinturm an der Jahnstraße empor, er hat einen maximalen Durchmesser von 10 Metern, und in seinem oberen Bereich befindet sich ein Stahlkessel mit einem Fassungsvermögen von 550 Kubikmetern Wasser. Das floss von dort aus direkt in die Wohnungen des Elmshorner Zentrums. Während Leitungswasser heute mittels hochtechnischen Pumpensystemen in die Häuser gelangt, funktionierte die Wasserversorgung damals aufgrund der Schwerkraft.

Die Schwierigkeit dabei: Der Druck in den Leitungen musste groß genug sein, damit das Wasser auch in die oberen Stockwerke gelangen konnte. Deshalb wurde der zentrale Wasserspeicher möglichst hoch angelegt – eben auf einem Turm. Zwar gab es schon Pumpen, doch mit ihnen konnte man noch nicht die Stärke des Wasserzuflusses regulieren – sodass mit ihnen eine gleichmäßige Wasserversorgung nicht gewährleistet war. Pumpen wurden deshalb lediglich dazu verwendet, das Wasser in den Kessel des Wasserturms zu befördern. Eine weitere technische Herausforderung: das große Gewicht von Wasser. Ingenieure mussten Behälterformen ausknobeln, die die entstehenden Kräfte so in das Mauerwerk leiten, dass große Wassermengen gespeichert werden konnten.

Betrieb wurde 1989 eingestellt

Im Laufe der Zeit allerdings verloren die Wassertürme ihre Funktion: Neue Generationen von Pumpen, mit denen der Wasserdruck geregelt werden kann, machten sie überflüssig. Dieses Schicksal teilte auch der Elmshorner Wasserturm: 1989 musste er seinen Betrieb einstellen. Nach und nach übernahm er allerdings eine andere Funktion: Er entwickelt sich zu einem Wahrzeichen der Krückaustadt – und wurde in die Liste der eingetragenen Kulturdenkmale aufgenommen.

Damit hatte die Stadt Elmshorn das Problem, den Wasserturm zu erhalten – und der damalige Stadtwerkedezernent Siegfried Golz schlug 1992 vor, das Bauwerk für den symbolischen Preis von einer Mark an einen Privatinvestor zu verkaufen. Das Interesse war groß – doch alle Vorhaben zerschlugen sich. Bis 2003 Ilse und Ludwig Klein den Wasserturm erwarben – jetzt für 50 Cent. Gemeinsam mit ihrem Architekten Jan-Peter Witte planten sie die Umnutzung des historischen Bauwerks. Seit August 2005 ist der Wasserturm der Öffentlichkeit zugänglich: Turmbesichtigungen erfreuen sich großer Beliebtheit – ebenso wie „Ilses Kerzenhaus“ im unteren Teil des Gebäudes, in dem beispielsweise auch Kindergeburtstage gefeiert werden können.

Die Kleins sind es auch, die zum 111. Jahrestag des Turms eine Geburtstagsparty für das Elmshorner Wahrzeichen organisiert haben: Die findet am kommenden Sonnabend und Sonntag jeweils von 11 bis 19 Uhr statt. Auf dem Programm: ein Handwerkermarkt, Turmführungen, Musik und ein Kinderprogramm mit Turmquiz und kleinen Gewinnen. Natürlich ist auch für das leibliche Wohl gesorgt: Es gibt Waffeln, Suppe sowie Würstchen und Kartoffelsalat.

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erstellt am 19.Sep.2013 | 12:00 Uhr

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