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Ollnsstraße in Elmshorn : Geballtes Interesse an Sanierung - CDU will Bürger-Beteiligung

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

CDU-Infoveranstaltung in der Ollnsstraße: Anwohner hoffen auf neuen Straßenbelag – aber nicht alles soll verändert werden. 40 Anlieger kamen zu dem Ortstermin.

Elmshorn | Es soll nicht alles, aber vieles neu werden in der Ollnsstraße. Das allein gefällt schon nicht jedem Anwohner. Noch bitterer für viele: Die Anlieger müssen dafür tief in die eigene Tasche greifen. Kein Wunder, dass rund 40 Bürger der Einladung der Elmshorner CDU folgten, und ihre Sorgen und Wünsche formulierten. Als ein Ergebnis des Ortstermins fordert die Union eine intensive Beteiligung der Bürger an dem Verfahren.

Die Straße soll, wie berichtet, zwischen Schönaich-Carolath-Straße und Heidmühlenweg umfassend saniert werden. Dort liegen als Fahrbahn seit rund 85 Jahren Betonplatten, die mittlerweile zum Teil tiefe Risse aufweisen. Aufgrund der Straßenschäden ist dort nur noch Tempo 30 erlaubt. Rund 2,6 Million Euro soll die Sanierung kosten. 765.000 Euro davon sollen die Anlieger übernehmen. Das passt natürlich vielen nicht, wie die Gespräche mit der CDU ergaben.

Einig, so CDU-Fraktionschef Immo Neufeldt, seien sich die Anlieger gewesen, dass der grüne Charakter der Straße und die dort stehenden Bäume unbedingt erhalten werden müssten. „Mehrere Anwohner stört auch der Lärm, der aufgrund der Risse und Hubbel beim Befahren entsteht“, so Neufeldt. Und noch etwas anderes fiel den Christdemokraten beim Ortstermin auf. Die Ollnsstraße mit Kopfsteinpflaster auf der einen und kaputten Betonplatten auf der anderen Seite ist als Veloroute für Radfahrer ausgewiesen. „Ich weiß nicht, wie das funktionieren soll“, sagte Neufeldt.

Auf jeden Fall sei das Engagement der Bürger für ihre Straße sehr positiv. Es habe viele Fragen und Anregungen gegeben. Damit werde sich die CDU nun intensiv befassen, so der Fraktionschef. Er hält zudem eine Informationsveranstaltung der Stadt für sinnvoll. Es müssten viele Informationen fließen und viele Gespräche geführt werden, um die Bürger an dem Projekt zu beteiligen. Neufeldt: „Dann werden wir auch eine schöne Lösung finden.“ Mit der Baumaßnahme wird nach dem jetzigen Stand der Dinge 2017 begonnen.

Ein Leben lang in der Straße

„Ich bin 1944 in der Ollnsstraße geboren“, erzählt Erika Ohlsen: „Ich bin mit fünf, sechs Jahren hier Rollschuh gelaufen und damals schon über die Rillen gestolpert.“ Erika Ohlsen wohnt noch heute in der Elmshorner Ollnsstraße, die als Verlängerung des Vormstegen südlich zum Stadtwald Lieth führt, und die Querrillen gibt es immer noch.

Sie sind konstruktionsbedingt: Vor 85 Jahren wurde der damalige Sandweg mit Betonplatten befestigt. Die liegen noch heute, Löcher und Abbrüche haben bei der Stadt die Idee reifen lassen, die Straße zu sanieren. Dass sie einen neuen Belag braucht, scheint klar; über die Reparatur von Regen- und Schmutzwasserkanal herrscht wohl auch Einigkeit. Aber wie soll die Straße hergerichtet werden, soll bei dieser Gelegenheit gleich noch etwas am unbefestigten Bürgersteig auf der östlichen Seite gemacht werden, soll die Ollnsstraße einen Fahrradweg bekommen?

„Wir sind in einer sehr frühen Phase“, betont Immo Neufeldt am Sonnabendnachmittag mehrfach. Neufeldt ist Fraktionsvorsitzender der CDU im Stadtkollegium und Vorsitzender des Ausschusses für kommunale Dienstleister. Dieser Ausschuss hat Anfang Juli beschlossen, dass die Ollnsstraße zwischen Schönaich-Carolath-Straße und Heidmühlenweg erneuert werden soll. Rund 2,6 Millionen Euro soll das kosten; die Anlieger werden einen Teil dieser Kosten übernehmen müssen, aktuell kalkuliert die Stadt mit mehr als 750.000 Euro, die auf die Anwohner verteilt werden.

Dementsprechend gut besucht ist die von der CDU initiierte öffentliche Begehung der Ollnsstraße am Sonnabend. Rund 40 Leute treffen sich dort, darunter eine Handvoll CDU-Stadtverordneter. Die müssen sich erstmal einiges Schimpfen anhören, bevor es überhaupt losgeht. „Warum wartet die Stadt so lange und jetzt sollen die Anwohner bezahlen“, ärgert sich Erika Ohlsen.

Reichlich Diskussionsbedarf gab es bei der Begehung der Straße. (Roolfs)
Reichlich Diskussionsbedarf gab es bei der Begehung der Straße. (Roolfs)

Ingrid Grambow wohnt seit einem halben Jahr in der Ollnsstraße und hat seitdem „noch keine Nacht durchgeschlafen“, klagt sie: Morgens um halb fünf werde sie vom ersten Bus geweckt. Ein neuer Straßenbelag ist für sie „überfällig“, in ihrer Wohnung falle schon der Putz von der Decke.

Eine neue Fahrbahn wünscht sich auch Torsten Klockmann. Aber er will nicht, dass der unbefestigte östliche Bürgersteig verändert wird. Der werde zum Parken benötigt: „Wenn der Parkstreifen wegfällt, dann ist hier Ende.“ Gerlinde Schmidt wohnt auf der Ostseite, sie hätte gegen einen befestigten Bürgersteig allerdings nichts einzuwenden: „Im Winter macht der viel Dreck“, sagt sie über den sandigen Fußweg.

Das scheint ihren Mann Klaus nicht zu stören: „Die Straße neu asphaltieren, und dann ist gut“, lautet seine Meinung. „Ich finde es wichtig, dass es grün ist“, stellt Angela Jürgensen klar. Auf der Westseite der Straße liegt zwischen Bürgersteig und Fahrbahn ein Grünstreifen, auf dem viele Bäume stehen. Jürgensen kann sich da sogar noch ein paar Bänke vorstellen. Klaus Schmidt gibt allerdings zu bedenken, dass die Ollnsstraße im Volksmund „Hundekackeallee“ heiße, auf dem Grünstreifen liegen immer wieder Haufen.

Immo Neufeldt wirkt angesichts des geballten Interesses etwas angestrengt. Als Anregungen nimmt er mit, dass die Geschwindigkeit der Fahrzeuge und deren Lautstärke die Anwohner belasten und das Parken nicht einfach ist. „Mir war noch nicht bewusst, dass die Fahrradfahrer hier in die Irre geführt werden“, räumt er außerdem ein. Um wenigstens für einen Informationsfluss zu den Anwohnern zu sorgen, sammelt er E-Mail-Adressen und verspricht, die verfügbaren Unterlagen zur Herrichtung der Ollnsstraße zu verschicken.

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erstellt am 18.Aug.2015 | 10:00 Uhr

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