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Umfrage auf dem Weihnachtsmarkt : Ganz viel Lob und wenig Klagen

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Umfrage: Eisbahn-Betreiber, Buden-Verkäufer und Besucher sind zufrieden. Nur kältere Temperaturen wünschen sich viele.

shz.de von
erstellt am 15.Dez.2016 | 12:15 Uhr

Elmshorn | Fünf Grad – plus. Nieselregen und ein wolkenverhangener Himmel, der jede Hoffnung auf ein paar Sonnenstrahlen zunichte macht. Und das seit Tagen. Weihnachtsmarkt-Wetter geht anders. Leiden die Budenbetreiber, meiden die Elmshorner ihren Lichtermarkt und ihr Eisvergnügen? Die EN fragte nach, denn in zehn Tagen ist der Lichtermarkt schon wieder vorbei. Das Ergebnis: Viel Lob und nur wenig Kritik.

Am Tallin-Stand sind die Stehtische schon mittags gut besetzt. Richard Laanemets hat ganz gut zu tun. „Der Umsatz ist vergleichbar mit dem vergangenen Jahr. Kaltes Wetter wäre gut“, sagt er auf Englisch. Der Winter fehlt, vor allem den Ständen, die heiße Getränke ausschenken. „Es ist schlicht zu warm“, sagt Jeannine Vorlop. „Die Leute trinken weniger.“ Trotzdem: Dramatisch sei das alles nicht. Die Umsätze seien stabil. Ingo Fahrenkrug ist im zweiten Jahr dabei – mit Schinken und Champignons. „Wir sind sehr zufrieden. Es läuft sogar besser als im vergangenen Jahr.“

Zufrieden ist auch das Wort, das Sascha Liebe in den Mund nimmt. Der Kölner ist am Schmalzkuchenstand für einen Kollegen eingesprungen. Er schwärmt von dem Angebot in Elmshorn. „Hier gibt es viele Events, viel Kultur und schöne Angebote für Kinder.“ Nur den Regen fürchtet der Rheinländer, „denn der hält die Besucher ab.“

Den Elmshornern gefällt augenscheinlich, was ihnen da geboten wird. „Der Lichtermarkt ist schöner als das Weihnachtsdorf in Pinneberg“, sagt die Elmshornerin Gerdi Löwe. „Das ist richtig urig und gemütlich hier“, ergänzt ihre Schwester Elenore Steffens. Ihr gefallen die vielen Angebote für Kinder. Die beiden Schwestern haben sich auf einen Glühwein in der City getroffen.

„Die Stimmung ist gut. Der Markt hat eine schöne Atmosphäre“, sagt die Elmshornerin Svenja Berry. „Am Stand von Petra König informiert sich eine Kundin über Lampen und die Accessoires. „Die Bilanz ist bisher durchwachsen. An den Wochenenden läuft es ganz gut.Aufs Wetter will sie etwaige Umsatzrückgänge nicht schieben. Noch zehn Tage: Vor allem an den Glühweinständen hoffen die Betreiber auf eine Kaltfront, auf den Einzug des Winters – und damit gute Umsätze auf der Zielgeraden.

Kälte steht auch im Mittelpunkt der Arbeit von Arber Bajraktari. Er ist als Projektleiter der Firma Interevent zuständig für die Eislaufbahn auf dem Holstenplatz. Zu warm ist es für seinen Geschmack in diesem Winter aber nicht. „Bei zehn Grad kriege ich irgendwann Probleme, aber das hatten wir erst an einem einzigen Tag“, sagt der 28-Jährige. Die Temperatur seines Kühlaggregats passt er eher den Bedürfnissen seiner Gäste an. „Vormittags kommen vor allem die ganz kleinen Kinder mit ihren Eltern. Dann stelle ich ein paar Grad kälter ein, damit sich beim Schlittschuhfahren Schnee auf der Eisfläche bildet und die Eltern nicht so schnell ausrutschen.“

Problematischer sei da schon der Regen, dann kämen weniger Leute. „Aber ansonsten ist die Eisfläche eigentlich immer voll, vor allem am Wochenende.“ Bis zu 60 Gäste auf einmal zögen dann auf der Eisbahn ihre Runden. Dem Mönchengladbacher gefällt die Atmosphäre: „Es ist eine entspannte Stimmung und die Leute sind sehr nett. Es sind viele Stammgäste dabei.“

Richard Laanemets hat am Tallin-Stand alle Hände voll zu tun.
Richard Laanemets hat am Tallin-Stand alle Hände voll zu tun. Foto: Brameshuber
 

Trotz des ungemütlichen Nieselregens ist die Eisfläche an diesem Tag gut besucht. Acht Viertklässler aus der Nachmittagsbetreuung der Astrid-Lindgren-Schule fahren mit ihren Betreuerinnen Schlittschuh. Zwei der am Wochenende heiß begehrten Pinguine zum Festhalten haben sie ganz für sich. „Den Kindern macht das Wetter überhaupt nichts aus“, sagt Betreuerin Kerstin Seiler. „Sie hatten sich einen Besuch auf der Eisbahn schon vor Wochen gewünscht. Wir wären bei jedem Wetter hergekommen.“

Gleich nebenan, im Gastronomie-Zelt, ist Florian Heyn vom „Strandfloh on Ice“ mit seinem ersten Jahr an der Eisbahn glücklich. „Wir bekommen unheimlich tolle Rückmeldungen und man merkt, dass sich die Leute hier wohlfühlen.“ Vor allem beim Eisstockschießen und bei der Livemusik am Wochenende sei das Zelt voll. Am Anfang wären die Gäste allerdings noch etwas vorsichtig gewesen, was das Speiseangebot betrifft. „Aber inzwischen hat sich unsere Qualität rumgesprochen und Hausfrauen lassen sich ganze Töpfe mit unserer Gulaschsuppe füllen.“

So positiv die Stimmung bei den Betreibern der Weihnachtsmarkt-Stände und der Eisbahn ist, so zufrieden ist auch Stadtmarketing-Chefin Manuela Kase. „Die Eisbahn war gleichmäßig gut besucht, sowohl tagsüber als auch abends zum Eisstockschiessen“, sagt sie. Sehr positives Feedback habe sie zum neuen Gastronomie-Partner an der Eisbahn erhalten. Was den Lichtermarkt betrifft, so beobachtet Kase, dass besonders die „Erlebnisoasen“, wie die Rentierkutsche oder Santas Gute Stube gut angenommen werden. Was dagegen nicht so gut funktioniere seien die donnerstagabends stattfindenden Musik-Events auf dem Alten Markt. „Da bin ich noch nicht sicher, ob wir das im nächsten Jahr wiederholen.“

Die absoluten Höhepunkte im Lichtermarkt-Programm waren für Kase das Eröffnungsevent mit dem Engelsflug und die Weihnachtsparade. Am Freitag, 23. Dezember, können Kinder um 18 Uhr zum ersten Mal ihre Weihnachtswünsche mit einem Luftballon in den Himmel schicken. Kase: „Ich bin gespannt, wie sich das Luftballon-Event einreiht.“

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