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G8, G9, Y-Modell – welche Schulform wollen Sie?

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Fragen an die Landtagskandidaten – Heute: Wahlkreis 21 (Elmshorn, Tornesch, Elmshorn-Land)

shz.de von
erstellt am 28.Apr.2017 | 14:33 Uhr

Am 7. Mai wird in Schleswig-Holstein ein neuer Landtag gewählt. In den vier Landtagswahlkreisen des Kreises Pinneberg bewerben sich insgesamt 30 Direktkandidaten um Wählerstimmen. Unsere Zeitung wird in den Wochen bis zur Wahl die Kandidaten und einige ihrer Ansichten zu aktuellen Themen vorstellen. Heute sind die Kandidaten aus dem Wahlkreis 21 (Elmshorn, Tornesch, Elmshorn-Land) an der Reihe.

Birte Glißmann (CDU): Ich setze mich für eine flächendeckende Rückkehr zu G9 an unseren Gymnasien ein. Bildung bedeutet in meinen Augen nicht nur schulisches Lernen, sondern auch Zeit für ehrenamtliches Engagement, die Familie oder für Freunde. Um das zu ermöglichen, sollten alle Gymnasien wieder das Abitur in neun Jahren einführen. Auch für die Berufs- oder Studienwahl bietet ein weiteres Jahr Orientierung. Das sollten wir nutzen.

Beate Raudies (SPD): Ich will vor allen Dingen, dass alle SchülerInnen die gleichen Bildungschancen haben, egal, ob ihre Eltern arm oder reich sind, ob sie Migrationshintergrund haben oder nicht. Gerade haben wir nach einigen Strukturveränderungen den Schulfrieden im Land durchgesetzt. Und jetzt will die CDU wieder zurück zu G9 an Gymnasien. Damit setzen wir genau diesen Frieden wieder aufs Spiel. Ich will nicht, dass alte Diskussionen, die längst geführt worden sind, wieder von vorne beginnen. Wir brauchen Schulfrieden!

Jens Petersen (FDP): Die Gymnasien sollen selbst darüber entscheiden, ob sie G8 oder G9 anbieten, wie am Carl-Friedrich-von-Weizäcker-Gymnasium in Barmstedt und am Elsensee-Gymnasium in Quickborn. Durch das Y-Modell haben die Kinder die Möglichkeit mit einer geringeren wöchentlichen Stundenzahl bei einem Abitur nach neun statt acht Jahren mehr Freizeit für sich zu haben.

Silke Pahl (Grüne): Persönlich hätte ich G9 gerne beibehalten, doch nachdem an vielen Schulen die Umstellung auf G8 erfolgt ist, ist es das Wichtigste, dass SchülerInnen, LehrerInnen und Eltern keine weiteren Umwälzungen ins Haus stehen, die Zeit zum Lernen genutzt werden kann und ausreichend LehrerInnen für verlässlichen Unterricht zur Verfügung stehen. Ich begrüße vor allem, dass mit dem neuen Schulgesetz SchülerInnen und Eltern die Wahl haben. Mit den beiden G8 Gymnasien und den beiden Gemeinschaftsschulen mit einer G9 Oberstufe ist im Wahlkreis 21 das Erreichen der Hochschulreife in 8 oder in 9 Jahren möglich und die Wahlfreiheit auch praktisch gegeben.

Gerald Hinz (Piraten):Kinder und Jugendliche sollen genug Zeit haben, um für die Schule zu lernen, ihren Hobbies intensiv nachzugehen, sich mit Freunden zu treffen, sich ehrenamtlich zu engagieren und sich auch mal zu langweilen. Mit der Einführung von G8 ist dies alles für die meisten nicht mehr intensiv genug möglich. Die Piratenpartei möchte den Schulen die Wahlfreiheit lassen. Ich persönlich würde es befürworten, wenn es langfristig (ohne den Schulfrieden zu gefährden) wieder zu G9 zurückgehen könnte.

Klaus-Dieter Brügmann (Linke): In Perspektive streite ich für „eine Schule für alle“ – also Gesamtschulen –, an denen alle Schulabschlüsse erworben werden können. In der nächsten Legislatur muss jedoch G8 abgeschafft werden, denn neben der Schule bleibt den Schülerinnen und Schülern kaum noch Zeit für andere Aktivitäten. Sport, Kultur, Freizeit fällt aus. Das ist aber für die Entwicklung eines Menschen unverzichtbar. Im Übrigen fordern wir, dass Bildung kostenfrei ist. Von der Krippe bis zur Hochschule. Unabhängig vom Geldbeutel der Eltern.

Daniel Buhl (AfD):Ich stehe eindeutig zum G9 und dem dreigliedrigen Schulsystem aus Hauptschule, Realschule und Gymnasium sowie den Möglichkeiten für Haupt- und Realschüler sich über den 2. Bildungsweg weitere Abschlüsse ggf. auch berufsnah (Fachabitur, Fachschulabschlüsse) anzueignen. Gerade, dass viele Unternehmen sich beklagen, dass die Auszubildenden mittlerweile kaum noch die Basisanforderungen für das Berufsleben mitbringen, muss uns eine Warnung sein. Dies liegt aus meiner Sicht unter anderem darin begründet, dass die Landesregierungen der letzten Jahrzehnte auf der einen Seite das Leistungsniveau an den Schulen immer weiter gesenkt haben und zum anderen, dass das Lernumfeld für die Schüler durch ideologische Experimente wie die Inklusion immer schlechter wird.

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