Elmshorn : Freundschaft auf Russisch

In der KGSE hatten die Schüler in der vergangenen Woche Besuch aus Russland (nicht alle im Bild). Begleitet wurde der Austausch unter anderem von Dina Knjaschewski (vorne stehend, von links), Olga Baraeva und Isabell Grube.
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In der KGSE hatten die Schüler in der vergangenen Woche Besuch aus Russland (nicht alle im Bild). Begleitet wurde der Austausch unter anderem von Dina Knjaschewski (vorne stehend, von links), Olga Baraeva und Isabell Grube.

Schüler der KGSE hatten Besuch aus der Nähe von Kaliningrad – dabei entwickelten sich auch persönliche Kontakte unter den Schülern

shz.de von
26. März 2018, 16:00 Uhr

Autos, Bier und Wurst – das sind laut Studentin Milena Ulyanets die Klischees, die in Russland über Deutschland kursieren. Bei ihren vier Besuchen in Elmshorn hat die 18-järige Russin aus der Nähe von Kaliningrad aber auch ein ganz anderes Land kennengelernt.

In der vergangenen Woche war Milena mit 17 Schülern von ihrer ehemaligen Schule zu Gast an der KGSE und besuchte dabei auch ihre ehemalige Austauschpartnerin, mit der sie eine enge Freundschaft verbindet. Alle zwei Jahre kommt eine Gruppe aus Russland nach Deutschland, im folgenden Jahr fahren dann die KGSE-Schüler in die Umgebung von Kaliningrad. So läuft das schon seit 1992 – obwohl die jungen Leute sich oft nur mit Händen und Füßen verständigen können.

Dieses Mal stand der Besuch unter dem Motto „Berufsfindung“, die Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 14 und 18 Jahren besuchten unter anderem die Freiwillige Feuerwehr und das Berufsinformationszentrum (BiZ). Das duale System war für die russischen Schüler eine neue Entdeckung. „Außerdem hat mir gefallen, wie der Feuerwehrmann sagte, er liebe seine Arbeit“, sagt die russische Lehrerin Olga Baraeva. „Ich möchte, dass meine Schüler das später auch sagen.“ Milena Ulyanets und ihrem ehemaligen Klassenkameraden Nikita Nikolaev gefällt in Elmshorn vor allem die Architektur. „Bei uns gibt es hauptsächlich Hochhäuser“, berichtet Nikita auf russisch. „Hier sehen die Gebäude ganz unterschiedlich aus.“ Außerdem finden die beiden die Seilbahnen auf den Spielplätzen toll und das Shoppen in den Hamburger Geschäften. Anders sei vor allem das Essen. „Bei uns gibt es mindestens zwei Gänge und immer eine Suppe“, sagt Milena. Außerdem sei die russische Kantine nicht auf Vegetarier eingestellt. Andersherum sind der Elmshornerin Carolin Kirstein in Russland die Schuluniformen aufgefallen. „Außerdem ist das Wetter dort immer besser.“

Insbesondere profitieren die Schüler für KGSE-Lehrerin Dina Knjaschewski beim Austausch aber von den neuen Kontakten und dem erweiterten Horizont. Betrachtet man die aktuellen Beziehungen zwischen Deutschland und Russland, ist das heute möglicherweise besonders wichtig.

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