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Einigung mit Eigentümer : Freundeskreis darf Teil der Knechtschen Hallen kostenlos nutzen

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Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Start in ein kulturelles Abenteuer: Freundeskreis darf Teil der Knechtsche Hallen kostenlos nutzen. Ideen-Suche für Veranstaltungen.

shz.de von
erstellt am 20.Feb.2016 | 10:00 Uhr

Elmshorn | „Die Gedanken sind frei!“, rief Jens Jähne dazu auf, kreativ zu werden. Viel Fantasie brauchte es, um sich hier Kunst, Gastronomie, Konzerte oder irgendeine andere Aktivität vorzustellen. Denn außer einem Betonboden mit Pfützen, kaputten Fenstern und Stützen im Rastermaß 5 mal 5,5 Meter gibt es hier eigentlich nichts. Aber das soll sich ändern, dafür will der Verein sorgen, der schon im hohen Tempo das Kranhaus zur kreativen Zelle hat werden lassen: der Freundeskreis Knechtsche Hallen.

Der Freundeskreis ist seit Anfang Januar seinem Vereinsziel ein entscheidendes Stück näher gekommen. Mussten sich die Aktiven bisher mit dem benachbarten Kranhaus zufrieden geben, haben sie jetzt endlich einen Fuß in die Knechtschen Hallen gesetzt, deren Erhalt und Belebung das eigentliche Ziel des Vereins ist. Nun hatte der Freundeskreis zum ersten öffentlichen Treffen in dem Teil des Gebäudekomplexes eingeladen, den er jetzt nutzen darf. Rund 30 Interessierte inspizierten den Raum für Aktivitäten, die noch gefunden werden sollen.

Beim Stammtisch des Freundeskreises wurden die Ideen für die Fläche gesammelt. Willkommensteam und Repair Café wollen sich zusammentun und in den Knechtschen Hallen ein Angebot für Flüchtlinge und andere Bedürftige aufbauen, erläuterte Jens Jähne, der Vorsitzende des Freundeskreises. Nächster Schritt soll Selbsthilfe für Radfahrer sein: Hilfe bei Reparaturen, eventuell unterstützt von Menschen mit Handicap.

Anderer Vorschlag: Eine offene Kunstwerkstatt mit festen Flächen, auf denen Werkzeug und Arbeiten untergebracht werden können. Als weiteres Projekt wurde eine Großveranstaltung ins Visier genommen: Erntedank mit regionalen Produkten. Dabei soll auch das mehrere Tausend Quadratmeter große Außengelände an der Berliner Straße einbezogen werden, das dem Freundeskreis ebenfalls seit Jahresanfang zur Verfügung steht.

Ideen aus dem Kieler Künstlerviertel

Eike Kristott aus Horst will Ideen aus dem Kieler Künstlerviertel einbringen, erklärte er bei der Besichtigung: „Malerwerkstätten, Labore“. Sein Begleiter Dirk Binder hat nach der ersten Besichtigung noch keine konkreten Ideen: „Ich lasse mich inspirieren.“ Er ist hier, weil er beim Erhalt der Knechtschen Hallen mitmachen will: „Das ist eine tolle Aktion, was die hier machen.“ Für ihn passt es zum Thema „Netzwerken“, das ihn umtreibt.

Seit Jahresanfang darf der Freundeskreis kostenlos 700 von insgesamt rund 20.000 Quadratmetern der Knechtschen Hallen nutzen. Dazu kommt die große Hoffläche an der Berliner Straße. Hallen und Außenfläche gehören Kibek-Eigentümer Frank Sachau. Veranstaltungen mit maximal 200 Besuchern sind in dem 3,80 Meter hohen Raum möglich, erläuterte Matthias Pitzer beim Ortstermin, bei dem der Strom für die Lampen sowie Tische und Bänke noch aus dem Kranhaus nebenan kamen. Verlegen von Stromleitungen wird das erste Projekt sein, kündigte der Architekt Pitzer aus dem Freundeskreis-Vorstand an. Parallel dazu werde daran gearbeitet, die kaputten Fenster zu reparieren, „damit es zugfrei wird“.

Pfützen geben Rätsel auf

Die Belebung der Knechtschen Hallen wird ein Abenteuer, das zeigte schon die Frage einer Besucherin: Woher die Pfützen auf dem Boden rührten, wollte sie wissen. Pitzer antwortete ihr mit einer Hoffnung und einem Verdacht. Die Hoffnung: Warmwasserrohre der Heizung, die überall verlaufen, seien verrostet und undicht. Der böse Verdacht: Regenwasser suche sich seinen Weg durch alle fünf Stockwerke bis ins Erdgeschoss.

Weitere Ideen für die Nutzung der Knechtschen Hallen sammelt der Freundeskreis bei seinen öffentlichen Treffen in der „Kantine“: Stammtisch immer am zweiten Dienstag im Monat (nächster: 8. März) und Vorstandssitzung jeweils am vierten Montag eines Monats (nächste: 22. Februar).

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