Förderprogramm geplant : Frauenhaus in Elmshorn: Die Helfer brauchen Hilfe

Spendenübergabe: Bettina Fischer (Bürgerstiftung, von links), Silke Thies (Mitarbeiterin Frauenhaus), Carolin Armster (Volksbank-Regionalleiterin Elmshorn) und Cordula Pahl (Mitarbeiterin Frauenhaus).
Spendenübergabe: Bettina Fischer (Bürgerstiftung, von links), Silke Thies (Mitarbeiterin Frauenhaus), Carolin Armster (Volksbank-Regionalleiterin Elmshorn) und Cordula Pahl (Mitarbeiterin Frauenhaus).

Das 25 Jahre alte Gebäude, dessen Standort aus Sicherheitsgründen geheim ist, ist dringend sanierungsbedürftig.

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10. August 2018, 12:00 Uhr

Elmshorn | Frauen, die von ihren Männern geschlagen oder psychisch unter Druck gesetzt werden, die zuhause unter Kontrolle und Stalking, einer Zwangsehe oder Bedrohungen leiden – sie alle finden mit ihren Kindern Schutz im Elmshorner Frauenhaus. Einige bleiben nur eine Nacht, bis sie in ein anderes Frauenhaus an einem weiter entfernten und damit sichereren Ort umziehen können. Andere bleiben über ein Jahr, weil sie keine Unterkunft finden.

Allerdings: Auch das Frauenhaus braucht Hilfe. Das 25 Jahre alte Gebäude, dessen Standort aus Sicherheitsgründen geheim ist, ist dringend sanierungsbedürftig. Die 28 Frauen und Kinder, die das Frauenhaus maximal aufnehmen kann, sind in acht Schlafräumen mit bis zu vier Betten untergebracht – in zwölf Quadratmeter großen Zimmern mit Stockbetten. Wenn ein Notfall wie so oft mitten in der Nacht von der Polizei gebracht wird, müssen die traumatisierten Familien wegen Überfüllung nicht selten auf Matratzenlagern und Sofas untergebracht werden.

Finanzierung ist Landessache

Alarm geschlagen hat das Frauenhaus-Team wegen dieser Bedingungen schon vor Jahren. Das Problem: Die Stadt ist zwar die Vermieterin des Frauenhauses, die Finanzierung aber Landessache. Immerhin gibt es jetzt einen Lichtblick, das Land plant ein Impuls-Förderprogramm für alle Frauenhäuser aufzulegen. Derzeit werden die Förderrichtlinien für dieses Programm aufgestellt, wieviel Geld tatsächlich an das Frauenhaus Elmshorn fließen wird, steht noch in den Sternen. „Wir bräuchten für eine Sanierung und Erweiterung des Hauses ungefähr eine Million Euro“, erklärt Cordula Pahl. „Aber wir nehmen, was wir kriegen können und passen unsere Pläne an.“

1000 Euro Spende

Eine weitere finanzielle Erleichterung kam jetzt in Gestalt einer Spende in Höhe von 1000 Euro von der Bürgerstiftung der Volksbank Pinneberg-Elmshorn. Das Geld will das Frauenhaus-Team in die Anschaffung eines neuen Bullis stecken. Der alte Bus muss regelmäßig repariert werden und kann als altes Diesel-Fahrzeug nicht mehr in allen Städten eingesetzt werden. „Wir brauchen dieses Fahrzeug, wenn wir die Frauen auf die Ämter oder in ihre alten Wohnungen begleiten, um wichtige persönliche Gegenstände zu holen oder auch für Ausflüge“, erklärt Silke Thies vom Frauenhaus. „Ohne diesen Bulli ist unsere Arbeit kaum machbar.“

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