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Frauenempfang in Elmshorn : Frauen fordern Anteil am Reichtum

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Landesfinanzministerin Heinold sprach über ihre Erfahrungen als weibliche Führungskraft in der männerdominierten Finanzwelt.

„Geld ist nicht so wichtig“: Es hört sich schön an, die immateriellen Werte höher einzuschätzen, und ist gerade bei Frauen eine verbreitete Einstellung, meinte Elmshorns Bürgermeister Volker Hatje; aber die führe „geradewegs in die Altersarmut“. Jedenfalls ging es am Sonntagmorgen im Elmshorner Rathaus um das genaue Gegenteil: Frauen fordern ihren Anteil am Reichtum. „Frauen Macht Geld“ lautete das Motto des 28. Frauenempfangs, von der städtischen Gleichstellungsbeauftragten Maren Schmidt vor allem wegen des Doppelsinns gelobt: „Frauen, macht Geld!“

Volker Hatje erinnerte in seinem Grußwort daran, dass bis 1958 das Vermögen einer Frau beim Heiraten automatisch unter die Verwaltung ihres Manns kam. Dabei können Männer wahrlich nicht besser mit Geld umgehen, betonte Gastrednerin Monika Heinold, Landesfinanzministerin: Unter den Chefs der 100 größten deutschen Banken und Sparkassen befänden sich nur vier Frauen, was angesichts der Finanzkrise bedeute, dass „viele Männer viel falsch gemacht“ hätten.

Vor weit mehr als 100 Besucherinnen im Kollegiensaal berichtete Heinold von ihren Erfahrungen als weibliche Führungskraft in der männerdominierten Finanzwelt. „Ich habe Macht und Einfluss, und das fühlt sich gut an“, stellte die Grünen- Spitzenpolitikerin klar. Sie ist Vorgesetzte von 5.300 Mitarbeitern und trägt die Verantwortung für einen jährlichen Etat in Höhe von 10 Milliarden Euro. Dort die Weichen zu stellen für Krippenausbau oder Verkehrswege, diese Macht genieße sie.

Dass neun der 17 Vorsteher von schleswig-holsteinischen Finanzämtern Frauen seien, bewertete die Ministerin als „gut gegendert“. Dass fünf dieser Frauen ihre Leitungsposition in Teilzeit ausüben, lobte sie ebenfalls.

„Macht braucht, unabhängig vom Geschlecht, Transparenz und Kontrolle“, an dieses Prinzip erinnerte Witthinrich Kohlschmitt. Als Vorsitzender des Elmshorner Gleichstellungsausschusses eröffnete er den Frauenempfang und blickte dabei in die Geschichte. Dort fand er Frauen mit Macht und Geld nur als Ausnahmen, fürs 20. Jahrhundert fielen ihm unter anderem Indira Gandhi, Margarete Steif und Beate Uhse ein. Fürs 21. Jahrhundert mache er Hoffnung, denn die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), der IWF – und ab dem 1. Februar auch die US-Notenbank – werden von Frauen geführt.

Die schleswig-holsteinische Finanzfrau Heinold kann schon auf einen großen Erfolg verweisen: 2013 wies der Landeshaushalt nach mehr als 50 Jahren einen Überschuss aus – „und das fällt in die Verantwortung einer Frau“.

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erstellt am 26.Jan.2014 | 12:00 Uhr

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