Frau in Rosa verzaubert Elmshorn

Die Sopranistin Svenja Kruse begeisterte ihr Publikum im Saalbau. Das Haydn-Orchester aus Hamburg schickte die Elmshorner mit Mozart, Strauss und Puccini ins neue Jahr.Roolfs (2)
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Die Sopranistin Svenja Kruse begeisterte ihr Publikum im Saalbau.
Das Haydn-Orchester aus Hamburg schickte die Elmshorner mit Mozart, Strauss und Puccini ins neue Jahr.Roolfs (2)

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07. Januar 2013, 01:14 Uhr

Elmshorn | Die Herren tragen schwarze Anzüge, einer sogar einen Frack, die Damen sind ebenfalls in edles Schwarz gekleidet bis auf eine im schulterfreien rosafarbenen Kleid. Sie alle arbeiten ernsthaft, und sie haben Spaß dabei. Dieses Vergnügen übertragen sie am Sonnabend im lange vorher ausverkauften Elmshorner Saalbau auf mehr als 400 Zuhörer. Zum 8. Mal fand im besten Konzertsaal der Stadt die Neujahrsgala statt, auf der Bühne alte Bekannte für diese Gelegenheit: das Haydn-Orchester Hamburg. Dazu kam "Brass con Brio", eine Blechbläser-Formation, zu der Instrumentalisten des Orchesters gehören.

Ihre gemeinsame Mission: Musik qualitativ hochwertig spielen. Das Orchester konzentrierte sich dabei aufs klassische Repertoire mit Mozart, Puccini und Strauss Sohn, die Bläser unternahmen Ausflüge in jüngere Literatur. Die Mischung passte: "Wie immer gut" fand Irmgard Pahlke die Gala. Ihr Urteil hat Gewicht, sie ist in jedem Jahr dabei. Die Elmshornerin lobte auch das Ambiente. "Besonders schön geschmückt" sei der Saalbau.

Beim Schmücken hatten sich die Veranstalter in der Tat Mühe gegeben, auch bei der Versorgung: In der Pause gab es Häppchen und Pralinen. Aber die Hauptsache war natürlich die Musik. Und da stach vor allem eine hervor: die Sopranistin Svenja Kruse. Sie sang zwei Mozart-Arien, zwei von Puccini und Wiener Blut. Sie begeisterte das Elmshorner Publikum mit ihrer Stimme und ihrer natürlichen Art. "Die Sängerin ist sehr gut", lobte nicht nur Petra Smith aus Rellingen. Smith ist mit ihrem Mann Stammgast bei Auftritten des Haydn-Orchesters. Ihr Urteil: "Beim ersten Stück mussten sich die Violinen noch einstimmen, jetzt ist es sehr gut." Auch Smith lobte den Saalbau, dort höre sie das Orchester lieber als in der Hamburger Musikhalle: "Schöne Atmosphäre, schöne Akustik, wo man von allen Plätzen gut hören kann."

Das Besondere an den Musikern: Sie sind allesamt Laien. Was an der musikalischen Brillanz nicht zu merken ist; höchstens daran, dass ihnen das Musizieren eine Menge Vergnügen bereitet. Da bleibt dann auch Platz für ein paar Einlagen wie ein Triangel-Duell bei der Pizzicato Polka oder eine Sängerin, die zu den ersten Takten durchs Orchester an ihren Platz stürmt statt dort schon sittsam auf ihren Einsatz zu warten.

Kaiserwalzer, als Zugabe den Radetzky-Marsch, bei dem Dirigent Rida Murtada auch gleich das Publikum beim Mitklatschen anleitete, und Mozart: Inhaltlich bot das Haydn-Orchester keine Überraschungen. Für ungewohnte Klänge waren die Bläser von "Brass con Brio" zuständig, die mit "Tico Tico" südamerikanisch kamen, Ragtime und jazzigen Walzer spielten und die Grenzen des Neujahrskonzert-Repertoires erweiterten. Fazit von Magdalena Springorum: Das Haydn-Orchester ist einfach großartig, der Saalbau ist gut für solche Veranstaltungen geeignet."

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