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Elmshorner Nachrichten

21. Oktober 2017 | 23:43 Uhr

Elmshorn : Frau am Steuer

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Ellen Unger ist seit dem 1. August in der Stadtverwaltung als Verkehrsplanerin tätig. Ihr früherer Chef war Peer Steinbrück.

shz.de von
erstellt am 28.Okt.2013 | 16:00 Uhr

In dieser Rubrik stellen wir Menschen vor, die in der Region Elmshorn leben und/oder hier berufstätig sind. Sie erlauben Einblicke in ihr Leben und sind unsere „Menschen am Montag“.

Das Leben, zumindest das berufliche Leben von Ellen Unger besteht aus Planung. Dass sie allerdings jemals in Elmshorn landen würde, hatte sie nie geplant. Das hat sich so ergeben. Seit dem 1. August arbeitet sie als Verkehrsplanerin in der Stadtverwaltung. Und es gefällt ihr gut.

Geboren wurde Unger im hessischen Rüsselsheim. Nach dem Abitur zog es sie in den Norden. Sie studierte in Braunschweig Bauingenieurswesen. Im Laufe des Studiums spezialisierte sie sich auf Verkehrs- und Stadtplanung. „Das hat mir am meisten Spaß gemacht, weil man gestalterisch tätig sein kann“, sagt sie.

Nach abgeschlossenen Studium blieb sie in Braunschweig und arbeitete in der Stadtverwaltung als Verkehrsplanerin. Von dort aus zog es sie noch weiter in den Norden, und zwar nach Eutin in die Straßenbauverwaltung. Die nächste Station war das Verkehrsministerium in Schleswig-Holstein. Das war in den 90er-Jahren. „Peer Steinbrück war mein Chef“, berichtet Ellen Unger. Der war damals Wirtschafts- und Verkehrsminister. Unger musste sich mit Planungen von Landesstraßen oder Umgehungsstraßen und, natürlich, mit dem Dauerbrenner A 20 befassen.

Doch die Arbeit im Verkehrsministerium war der Planerin auf Dauer ein wenig zu abstrakt. Ihr gefiel das Kommunale besser. Sie nahm ein Angebot aus Reinfeld an. Drei Jahre lang leitete sie das Bauamt der Gemeinde. Anschließend zog es Unger nach Norderstedt. „Ich finde es spannend, etwas Neues zu machen“, sagt sie.

In Norderstedt war sie wieder ausschließlich in Sachen Verkehrsplanung tätig. Allerdings nur in Teilzeit, wegen der Kinder. Die sind mittlerweile acht und zehn Jahre und damit alt genug, dass ihre Mutter wieder Vollzeit arbeiten kann. Nach zehn Jahren Tätigkeit in Norderstedt bewarb sie sich deshalb in Elmshorn und wurde genommen.

Innenstadtumbau als zentrale Aufgabe

„Das war eine gute Chance. Es ist eine sehr schöne Aufgabe“, sagt sie. Und auch Elmshorn gefällt ihr gut: „Hier kann man fast alles mit dem Fahrrad erreichen, die Nähe zu Hamburg ist schön und auch das ÖPNV-Angebot ist gut. Die Stadt hat viel Potenzial.“ Auch dass sie in Elmshorn sehr selbstständig arbeiten kann, sieht sie als Pluspunkt an.

Zentrale Aufgabe in den kommenden Jahren wird der Innenstadtumbau sein. Aber auch mit dem Fahrradverkehr werde sie sich intensiv befassen, sagt sei. Das Veloroutenkonzept sei gut, es könne aber noch weiter ausgebaut werden. Problematisch seien Radwege, die in beide Richtungen befahren werden dürfen, wie die Strecke in der Schulstraße.

Wichtig ist der Verkehrsplanerin die enge Zusammenarbeit mit den Bürgern. „Enge Kooperation mit Bürgern und Politikern finde sich sehr wichtig“, sagt sie. Vielfach gebe es von Bürgern wichtige Hinweise für die Planung. Auch die Öffentlichkeitsarbeit ist ihr wichtig. „Wenn man die Menschen mit einbezieht, ist die Akzeptanz von Vorhaben viel größer“, sagt sie.

Viel Wert legt sie auf Verkehrsplanung, die den schwächeren Verkehrsteilnehmern, älteren Menschen und Kindern gerecht wird. „Die sind mir wichtig, denn Verkehrsplanung hat auch soziale Aspekte.“

Ihre Freizeit verbringt Ellen Unger mit ihren Söhnen. Denen gefällt es in Elmshorn ebenso gut wie ihrer Mutter.

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