zur Navigation springen
Elmshorner Nachrichten

24. Oktober 2017 | 05:09 Uhr

Hohenfelde : Fotoflüge mit Modell-Helikopter

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Bastler Jörg Schettler stattet Modellhubschrauber mit Kameratechnik aus und macht Aufnahmen aus luftiger Perspektive

shz.de von
erstellt am 25.Sep.2013 | 16:00 Uhr

Bereit machen zum Abflug: Sind die Rotorblätter fixiert? Sind alle Kabel richtig gesteckt? Halten sich keine Passanten oder Tiere in der Nähe auf? Die Situation ist fast dieselbe, wie beim Start eines richtigen Hubschraubers und erfordert die volle Konzentration von „Pilot“ Jörg Schettler. Erst als er sich voll überzeugt hat, dass alle Bedingungen stimmen, drückt er mit dem Daumen den kleinen Hebel an der Fernbedienung nach vorne und sein etwa kniehoher Modell-Helikopter hebt mit einem lauten Surren ab. Steil schwebt er nach oben und ist schnell nur noch als kleiner Punkt am Himmel sichtbar.

Und genauso sind die Menschen am Boden aus der Perspektive des Hubschraubers nur noch winzig wie Ameisen. Dank moderner Übertragungstechnik kann Jörg Schettler das Live-Bild der eingebauten Kamera wahlweise über eine Brille oder über einen kleinen Monitor verfolgen. Und mehr noch: Aus luftiger Perspektive kann er Fotos und Videos machen. Seit einigen Jahren schon erstellt er Bilder für Gutachter oder Makler und erspart ihnen damit den umständlichen Aufbau eines Gerüsts an Bauwerken und Objekten. Auch eigene Baustellen hat der selbstständige Maurer- und Betonbaumeister schon aus der Luft abgelichtet. Daneben wagt er gerne in seiner Freizeit den ein oder anderen Flug, um sein Heimatdorf Hohenfelde oder den Strand von St. Peter mal von oben abzubilden. „Das ist immer sehr überraschend, was man da alles sieht“, sagt er.

Als er vor einigen Jahren sein großes Hobby Motorcross an den Nagel hängte, war Schettler auf der Suche nach einer neuen Beschäftigung. „Da habe ich mir mal so einen kleinen Modell-Heli gekauft“, erzählt er. Schon beim ersten Start musste er feststellen, dass das Fliegen der kleinen Geräte gar nicht so einfach ist: „Den habe ich gleich eingebombt“, sagt er lächelnd, „und das hat meinen Ehrgeiz geweckt.“

Co-Piloten dürfen Kamera bedienen

Bei Schettler kommen Bastler- und Kämpfernatur zusammen. Und so brachte er sich mit viel Sitzfleisch am eigenen Computer mit einem Simulator das Fliegen bei, besorgte sich weitere Bausätze und schloss sich einem Verein für Modellflieger an. Früher schraubte der Technik-Freak an Autos, heute beschäftigt er sich mit seinen Hubschrauber-Modellen. Sechs der originalgetreuen Abbilder zieren inzwischen seinen Arbeitsraum – mehrere sind mit Kameratechnologie ausgestattet.

Der größte ist der T-Rex 800, mit einem Rotordurchmesser von 1,80 Meter. Unter der Haube im USA Stars and Stripes-Look ist jede Menge Technik versteckt. Insgesamt sieben Kilogramm wiegt das Fluggerät. „Und mindestens nochmal soviel könnte er tragen“, weiß der Besitzer. Bis zu sechs Kilometer weit könne er die Konstruktion theoretisch fliegen lassen, allerdings ist nur ein Kilometer erlaubt. Und die Akku-Haltbarkeit ist mit drei bis vier Minuten nicht gerade groß. „Aber für gezielte Luftbildaufnahmen reicht die Zeit allemal“, sagt Schettler. Das Modell ist mit einer gewöhnlichen Fotokamera und einer Actionbildkamera ausgerüstet, die Videos mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde aufnehmen kann.

Die Technik erlaubt es auch, dass Fotografen, die nicht mit dem Fliegen vertraut sind, ihre eigenen Aufnahmen mit Schettlers Modellen machen können. Das Steuer selbst gibt der Profi dabei nicht aus der Hand, allerdings kann der zweite Mann auf dem Monitor das Kamerabild verfolgen und auf einer eigenen Fernsteuerung im entscheidenden Moment den Auslöser drücken.

Wer Interesse hat, kann sich bei Schettler melden. Er selbst kann von seinem Hobby kaum noch lassen: „Es ist, als wenn ich selber fliegen würde“, beschreibt er das Gefühl, als er sein Heimatdorf Hohenfelde und das angrenzende Moor von oben betrachtet.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen