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Kölln-Reisiek : Flüchtlinge: Das Amt sucht nach Wohnungen

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Elmshorn-Land vor großer Herausforderung bei Unterbringung von Asylbewerbern. Zahl steigt bis Ende des Jahres im Bezirk auf 180.

shz.de von
erstellt am 19.Mär.2015 | 14:30 Uhr

Kölln-Reisiek | Jahrelang lief die Unterbringung von Asylbewerbern oder Flüchtlingen in der Verwaltung des Amtes Elmshorn-Land so nebenbei mit. Das war einmal. „Inzwischen ist es das dominierende Thema, das wir jeden Tag zu beackern haben“, sagte Amtsdirektor Roland Reugels bei seinem Besuch im Kölln-Reisieker Gemeinderat.

Dort referierte er über die Flüchtlingssituation, die zunehmend auch die Kommunalpolitik beschäftigt, denn: „Die Zahlen, die prognostiziert werden, können wir ohne die Mithilfe der Gemeinden nicht bewerkstelligen“, so Reugels. In Kölln-Reisiek wird sich nun der Sozialausschuss mit diesem Thema beschäftigen.

Aktuell werden nach seinen Angaben im Amtsbezirk 95 Asylbewerber betreut; am Jahresende werden es voraussichtlich 180 sein. Die mehr als 80 neuen Flüchtlinge kommen laut Reugels ausschließlich aus Kriegs- und Krisengebieten. Allein für den Monat März sind von der zentralen Aufnahmestelle Schleswig-Holsteins in Neumünster 15 Flüchtlinge avisiert worden, die über den Kreis Pinneberg in den Bereich Elmshorn-Land untergebracht werden müssen. Letzteres, betonte Reugels, „ist eine staatliche Aufgabe. Wir müssen diese wahrnehmen.“

Für Schleswig-Holstein hat Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) unlängst 20.000 Flüchtlinge in diesem Jahr vorhergesagt; diese Prognose liegt über den bisher vom Bund publizierten Erwartungen. 10,4 Prozent davon werden in den Kreis Pinneberg gegeben. Die Kreisverwaltung verteilt diese rein nach einem Einwohnerschlüssel in die Kommunen und Ämter. „Obwohl die Verordnung etwas anderes vorschreibt“, sagte Reugels. Formal müsste nach seiner Ansicht auch die Aufnahmemöglichkeit berücksichtigt werden. Was er nicht sagte, aber angesichts der auch vom Amt Elmshorn-Land in der Stadt Elmshorn untergebrachten Flüchtlinge wohl meinte: Auf dem Dorf gibt es weniger Wohnungen als in der Stadt.

Eine Wahl habe die Amtsverwaltung indes nicht. Noch sehe es leidlich gut aus. „Im Moment sind wir der Zuteilung voraus“, sagte Reugels. Wenn am Montag, 23. März, eine sechsköpfige Familie komme, gebe es eine Wohnung inklusive einer Grundausstattung an gebrauchten Möbeln. Diese beziehe man in guter Zusammenarbeit aus dem Sozialkaufhaus.

Im weiteren Verlauf des Jahres werde man aber auf Wohnangebote aus den Kommunen des Amtsbezirks angewiesen sein. „Wir können nicht mal eben eine große Unterkunft bauen“, sagte der Amtsdirektor, der Containerdörfern ebenfalls eine Absage erteilte. Reugels hofft nun auf Angebote, die das Amt als Mieter wahrnehmen kann.

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