Filial-Abbau: Heftige Kritik an Sparkasse

Gemeinsamer Protest der betroffenen Gemeinden?

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28. Oktober 2013, 16:00 Uhr

Der Sparkurs der angeschlagenen Sparkasse Südholstein sorgt für mächtig Wirbel im Kreis Pinneberg. Die Bürgermeister der von den Filial-Schließungen betroffenen Gemeinden reagieren zum Teil mit heftiger Kritik an dem Unternehmen. Einige hätten sogar erst am Sonnabend aus unserer Zeitung vom endgültigen Aus erfahren. Wie berichtet, schließt die Sparkasse zum 15. Januar 2014 elf ihrer insgesamt 47 Filialen – sieben davon im Kreis Pinneberg. Betroffen sind: Klein Offenseth-Sparrieshoop, Brande-Hörnerkirchen, Hasloh, Krupunder, Pinneberg-Waldenau, Appen und Holm.

„Ich bin am Donnerstag erstmals von der Sparkasse kontaktiert worden. Mir wurde gesagt, dass die finale Beratung noch ausstehe, man mich aber auf jeden Fall vor der Presse informieren wird“, sagte Sparrieshoops Bürgermeister Günther Korff (SPD) gestern. Das dies nicht geschehen sei, sei ein Unding. Korff will nun kurzfristig Kontakt mit seinen Kollegen aus den anderen betroffenen Kommunen aufnehmen, um eine mögliche Protestaktion abzustimmen. „Für ältere Menschen sind die Schließungen eine Katastrophe. Ich kann den Schritt der Sparkasse nicht nachvollziehen.“

Grund für die Schließungen ist der einschneidende Sanierungskurs, den der Sparkassen- und Giroverband der Sparkasse Südholstein verordnet hat. So müssen auch 130 Vollzeitstellen wegfallen, damit der Verband mit weiteren 60 Millionen Euro die viertgrößte Sparkasse des Landes stützt. Die Sparkasse braucht diese Millionenspritze, um die EU-weiten Basel-III-Vorgaben einer Kernkapitalquote von 8,5 Prozent ab 2019 dauerhaft erfüllen zu können. Seite 5

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