Erweiterung der Kreisfeuerwehrzentrale : Feuerwache: Kreis kauft Grundstück

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05. Februar 2011, 06:16 Uhr

Pinneberg | Der Weg für die von der Feuerwehr seit langem erwünschte Erweiterung der Kreisfeuerwehrzentrale ist frei. Zumindest theoretisch. Die Kreisverwaltung hat ein Grundstück der kreiseigenen Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WEP) für 1,2 Millionen Euro gekauft. Auf dieser Fläche in Tornesch-Ahrenlohe soll die Feuerwehrzentrale ausgebaut werden. Doch wann das passiert, ist offen.

"Ich hätte vor Freude fast eine Flasche Sekt aufgemacht, als ich das hörte", sagte Kreiswehrführer Bernd Affeldt. Nun werde das kleine Licht am Horizont ein wenig größer.

Doch für einige Politiker kam der Kauf zum jetzigen Zeitpunkt überraschend. Der Kreistag hatte zwar im Juni den Grundsatzbeschluss gefasst, die Erweiterung der Kreisfeuerwehrzentrale auf dem Gelände der WEP zu realisieren. Doch seitdem hatte sich nichts getan. Mehr noch: Die Modernisierung der Kreisfeuerwehrzentrale war noch Mitte Dezember von der Kreisverwaltung in eine Sparliste aufgenommen worden. Der Vorschlag der Verwaltung: "Zeitliche Verschiebung". Für dieses und das kommende Jahr waren 3,1 Millionen Euro im Haushalt eingeplant.

Die Sparliste wird laut Beschluss des Finanzausschusses nun in den Ausschüssen des Kreistags behandelt. Ist der Kauf des Grundstücks ein Widerspruch zu diesem Beschluss, schließlich könnten ja die Baumaßnahmen auf unbestimmte Zeit verschoben werden? Nein, sagt Marc Trampe, Sprecher der Kreisverwaltung: "Die Beschlusslage des Kreistags sah vor, das Grundstück zu kaufen." Damit sei nichts über den Zeitpunkt der Baumaßnahmen gesagt.

Interessant ist der Kaufpreis für das 17 000 Quadratmeter große Gelände. Noch im Juni hatte die WEP knapp 1,4 Millionen Euro verlangt und sogar gedroht, bei einem Kauf nach dem 31. August den Preis auf 1,9 Millionen Euro hochzuschrauben. Dagegen sind die jetzt ausgehandelten 1,2 Millionen Euro fast schon ein Schnäppchenpreis. Nach EN-Informationen soll ein pfiffiger Mitarbeiter der Kreisverwaltung herausgefunden haben, dass das Grundstück aufgrund von Umwelt- und Grenzab-standsvorschriften nicht komplett bebaut werden könne. Das habe den Preis gesenkt. Und wann wird nun gebaut? "Das muss die Politik entscheiden", sagt Trampe.

"Ein Jahr können wir die Maßnahme aus haushaltspolitischen Gründen aufschieben, länger nicht", weiß SPD-Kreistagsfraktionschef Hannes Birke. Sonst komme die Feuerwehr in große Schwierigkeiten. Laut Affeldt muss zumindest der Bauantrag noch in diesem Jahr gestellt werden. Sonst träten neue energetische Vorschriften in Kraft, die zu rund 400 000 Euro höheren Baukosten führen könnten. "Es wäre schön, wenn wir bald den nächsten Schritt machen könnten", so Affeldt.

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