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Elmshorner Nachrichten

13. Dezember 2017 | 12:58 Uhr

Fäulnis: Stadt fällt alte Pappeln

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Marode Bäume Arbeiten an der Krückauinsel

shz.de von
erstellt am 17.Feb.2017 | 17:07 Uhr

„Hier wird es ganz anders aussehen“, sagt Karin Schmölcke vom Baumpflege- und Gartendienst Tiedemann aus Raa-Besenbek, der seit Mitte der laufenden Woche damit beschäftigt ist, die von der Stadt Elmshorn angekündigten Baumfällarbeiten auf der Krückauinsel entlang des Krückauwanderwegs vorzuehmen (wir berichteten). Und in der Tat: Bereits nach zwei Tagen zeigt sich das dortige Uferareal am Elmshorner Freibad stark gelichtet. Mehrere der rund 60 Jahre alten Pappeln wurden bereits gefällt.

Insgesamt 14 Tage sollen die Arbeiten dauern und die Vollsperrung des Wegs, der vor allem auch viel von den Schülern der Elsa-Brändström-Schule (EBS) genutzt wird, bestehen bleiben. Die Qualität der dortigen Natur soll durch diesen Eingriff allerdings keinen großen Schaden erleiden. „Im Gegenteil: Für viele Bäume und Pflanzen - auch am gegenüberliegenden Ufer – wird es deutlich mehr Licht geben“, erklärt Schmölcke, die die Notwendigkeit der von mehreren in der Nähe lebenden Bürgern angezweifelten Maßnahme auch anhand verschiedener Beispiele belegen kann. „Bei einigen der bisher gefällten Pappeln zeigte sich sehr deutlich, wie stark sie von innen her angegriffen waren. Teilweise sogar nahezu ausgehöhlt – ein von außen kaum sichtbarer, aber sehr großer Unsicherheitsfaktor“, betont sie.


„Ein unkalkulierbares Sicherheitsrisiko“


„Bei einem der nächsten Stürme wäre es garantiert zu weiteren Umstürzen gekommen. Ein unkalkulierbares Sicherheitsrisko, das es zu verhindern galt“, untermauert Rüdiger Quast von den Stadtwerken Elmshorn und erinnert an den Vorfall vor wenigen Jahren, als nur ein paar Meter weiter eine der alten Pappeln auf die dortige Fußgängerbrücke über der Schlangenau stürzte und erheblichen Schaden anrichtete. „Nicht auszudenken, wenn so etwas passieren würde, wenn hier gerade Passanten unterwegs wären“, sagt Quast.

Das Thema Sicherheit bildet bei dieser umfangreichen Maßnahme den maßgeblichen Hintergrund - und natürlich auch während der Arbeiten vor Ort. Allerdings kräuseln sich in dieser Hinsicht bei den Beteiligten die Nackenhaare. „Wir haben im Vorfeld der Arbeiten die betroffenen Einrichtungen und Anlieger rechtzeitig und deutlich informiert sowie klare Absperrungen mit der erforderlichen Beschilderung angebracht, die aber vielfach missachtet wurden und werden“, erklärt Schmölcke. Die Absperrungen wurden teilweise zur Seite gerückt, Schilder sogar entwendet. „Das Verhalten einiger Personen ist nicht nachvollziehbar und darüber hinaus auch sehr fahrlässig“, bestätigt Rüdiger Quast. Vielfach käme es sogar während der Arbeitszeit zu Diskussionen vor Ort im Hinblick auf ein gewünschtes Passieren der Baustelle ungeachtet der offensichtlichen Gefahren während der Fällarbeiten.

„Die Menschen sollten diesen Bereich wirklich erst betreten, wenn der Weg wieder offiziell freigegeben wird“, appelliert Schmölcke, die darauf hinweist, dass es auch außerhalb der Arbeitszeiten nicht gestattet sei, den Krückauwanderweg am Freibad zu überqueren. „Auch dann kann es mitunter sehr gefährlich werden“, betont sie. Es käme nicht selten vor, dass es bei derartigen umfangreichen Fällarbeiten zu sogenannten Witwenmachern kommt. „Dabei handelt es sich um Äste, die von gefällten Bäumen stammen und in anderen Baumkronen hängen bleiben - mitunter ganz lose – und schon beim kleinsten Windhauch hinabstürzen“, erklärt Schmölcke.

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