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Verkehrsdebatte in Elmshorn : Experte sagt: Die Ampeln am Kreisverkehr sind überflüssig

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Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Auch die Mehrheit der großen EN-Onlineumfrage stimmt für den Abbau der Anlagen auf Langelohe und am Adenauerdamm.

Elmshorn | Eine Ampel in einem Kreisverkehr? Für den Mobilitäts-Forscher Tilmann Bracher ist das ein Widerspruch in sich. „Ampeln und Verkehrskreisel passen nicht zusammen.“ Es gehe bei der Entscheidung immer um das Entweder-oder, sagt der Wissenschaftler vom Institut für Urbanistik in Berlin auf Anfrage der Elmshorner Nachrichten. Dennoch gibt es in Elmshorn gleich zwei Kreisel, die über Bedarfsampeln geregelt werden. CDU, FDP und Grüne wollen die Ampelanlagen an den Kreiseln auf Langelohe und am Adenauerdamm jetzt entfernen lassen, weil sie aus ihrer Sicht überflüssig sind. Die Stadt wurde beauftragt zu prüfen, welche Einflüsse das auf den Verkehrsfluss und die Verkehrssicherheit haben würde.

Die Kreisverkehre mit zusätzlichen Ampelanlagen in Elmshorn haben mehr als Seltenheitswert. Die aktuelle Diskussion dreht sich um den Sinn der doppelten Verkehrsführung an den Kreiseln.

Wenn es nach Bürgermeister Volker Hatje ginge, würden die Ampeln eher heute als morgen abgebaut. „Die Auffassung des Experten aus Berlin deckt sich mit unserer Auffassung in der Verwaltung“, sagt Hatje. Persönlich erlebe er jeden Morgen das Chaos, das die Bedarfsampel am Kreisverkehr am Adenauerdamm anrichte. Wenn Schulkinder die Straße überquert hätten, bliebe die Ampel noch länger rot. „Dann stauen sich die ersten Autos auf – und bald kommt auch schon das nächste Kind.“

Der eigentliche Vorteil eines Kreisverkehrs, dass er den Verkehrsfluss verbessert, werde so konterkariert. Dazu kommt, dass die Wartung einer Ampel für die Stadt teuer ist: Sie kostet im Jahr mehrere tausend Euro. Andererseits ist natürlich auch das Abbauen einer Ampelanlage nicht kostenlos.

Den Ampel-Befürwortern dürfte es aber weniger um Fragen des Verkehrsflusses oder der Kostenersparnis gehen. Ihnen ist wichtig, dass die Schulkinder sicher die Straßen überqueren können. Im sozialen Netzwerk Facebook wird das Thema emotional diskutiert. Während sich die einen fragen, warum ein Kreisverkehr ohne Ampel überall, nur nicht in Elmshorn funktionieren sollte, halten die anderen einen Kreisel ohne Ampel für lebensgefährlich für Kinder.

Muss sich die Stadt jetzt zwischen einem besseren Verkehrsfluss und der Sicherheit der Kinder entscheiden? Nach Ansicht von Verkehrsexperte Tilmann Bracher keinesfalls. Wenn Autofahrer die Verkehrsregeln beachten, müssen sie vor Verkehrskreiseln die Geschwindigkeit senken und Fußgängern Vorfahrt gewähren. „Wegen der besseren Übersichtlichkeit funktioniert das bei kleinen Verkehrskreiseln gut. Das spiegelt sich im Unfallgeschehen wider“, erklärt Bracher. Nur bei mehrspurigen Kreiseln könnten Ampeln sinnvoll sein.

Eine nicht repräsentative Online-Umfrage der EN deutet darauf hin, dass die Elmshorner einer Abschaffung der Ampelanlagen positiv gegenüberstehen. Von über 260 Teilnehmern der Umfrage waren 62 Prozent der Ansicht, die Ampeln seien überflüssig und sollten abgeschafft werden.

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erstellt am 19.Feb.2016 | 10:00 Uhr

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