zur Navigation springen

Traditionssegler : Ewer „Gloria“: Das Zittern geht weiter

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Verkehrsinisterium bleibt bei den Verhandlungen um das Gesetz hart.

shz.de von
erstellt am 25.Mai.2017 | 16:39 Uhr

Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Und so hatte Ulrich Grobe, Geschäftsführer des Traditionsseglers Ewer „Gloria“ mit Heimathafen in Elmshorn, zumindest „ein Prozent Hoffnung“, dass die neue Schiffssicherheitsverordnung des Bundesverkehrsministeriums doch noch gekippt wird. Vergeblich: Sie tritt in Kraft – und zwar unverändert. Das ist das Ergebnis eines Spitzentreffens in Berlin. Vier Stunden saßen die 70 ehrenamtlichen Vertreter von 45 Traditionsschiffen mit den Vetretern des Verkehrsministeriums an einem Tisch.

Nach Aussage der Traditionsschiffer sei schnell klar geworden, dass das Verkehrsministerium keinen ergebnisoffenen Dialog führen wolle. Staatssekretär Enak Ferlemann habe angekündigt, dass die Verordnung nach Abschluss der EU-Notifizierung in Kraft gesetzt werde. Erst nachträglich sollten erforderliche Veränderungen erfolgen. „Wir verstehen nicht, warum trotz so vieler offener Fragen die Verordnung nun in Kraft gesetzt werden soll. Es ist kein Zeitdruck vorhanden. Wir hätten mehr Vertrauen in den Erhalt der Traditionsschifffahrt, wenn erst nach Klärung der offenen Fragen eine Verordnung erlassen wird“, sagte Gerhard Bialek von der Ethel von Brixham. Immerhin: Die Vorschläge der Traditionsschiffer sollen geprüft werden.

Sicherheitskonzept würde bis zu 50.000 Euro Kosten verursachen

Das vom Bund geforderderte neue Sicherheitskonzept würde für die „Gloria“ unter anderem erhebliche Umbauten bedeuten mit Kosten von bis zu 50.000 Euro. Für den 70 Mitglieder zählenden Verein, der bis zu 50 Mal im Jahr Fahrten mit dem 120 Jahre alten Schiff auf der Elbe anbietet, nicht zu leisten. Grobe hält die neue Verordnung schlichtweg für „unsinnig“. Die Zukunft des Schiffs bleibe nach 2018 – solange gilt der Bestandsschutz – ungewiss.

Die Abhängigkeit der Traditionssegler von der Dienststelle Schiffssicherheit könnte sich verstärken. Denn Schiffe, die das neue Sicherheitskonzept nicht zu 100 Prozent erfüllen, müssen jeweils Ausnahmegenehmigungen beantragen. „Das kostet Geld, ohne, dass wir wissen, ob die Genehmigung am Ende erteilt wird“, warnt Grobe. Das Ministerium sagte für solche Fälle die Einrichtung einer Ombudsstelle zu.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen