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Flunkyball-Meisterschaften : Es wird eine Lösungen für das Event gesucht

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Die Politik streitet über den Sinn der Veranstaltung. Stadt in konstruktiven Gesprächen mit dem Orgateam.

Elmshorn | Die elfte Auflage der Flunkyball-Meisterschaften am Vatertag in Elmshorn hat Spuren hinterlassen – erstmals, wie berichtet, im negativen Sinne. „Diese Veranstaltung erschließt sich mir nicht“, kritisierte Monika Czemper (SPD) im Hauptausschuss. Sie war zudem sauer darüber, dass die Organisatoren des Trinkspiels den Erlös in Höhe von 900 Euro ausgerechnet an das Projekt „Frischlinge“ im Stadtteil Hainholz gespendet haben. „Hier spielt Alkohol in vielen Familien ein große Rolle. Viele ehrenamtliche Helfer kämpfen in Hainholz gegen den Alkoholmissbrauch“, betonte Czemper.

Für viele ist das das Sportereignis des Jahres, es wird monatelang vorher „trainiert“, die Motivation ist riesig. Nein, es handelt sich nicht um Fußball, Handball oder eine der gängigen Sportarten, sondern um ein Trinkspiel – Flunkyball. Das Prinzip ist einfach: zwei Mannschaften mit jeweils vier Spielern stehen sich in einem Feld gegenüber, in der Mitte ist eine Astraknolle platziert. Aufgabe ist es nun, mit einem Tennisball die leere Flasche zu treffen, bei einem Treffer darf die eigene Mannschaft ihr Bier so schnell wie möglich exen. Die Mannschaft, die als erste ihre Bierflaschen geleert hat, geht als Sieger aus dem Spiel. In Elmshorn waren in diesem Jahr 64 Teams aus  ganz Deutschland am Start.

Trinken und spielen, spielen und trinken: Stadtrat Dirk Moritz betonte, dass es sich bei der Flunkyball-Meisterschaft um eine „genehmigungsfreie Veranstaltung handele“. Trotzdem: Auch die Stadt möchte nach den Vorfällen in diesem Jahr nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Moritz sprach von einem „ordnungsrechtlichen Rahmen“, der geschaffen werden müsse. Und Elmshorns Bürgermeister Volker Hatje möchte die Veranstaltung nicht noch einmal im Krückaupark stattfinden lassen. „Wir befinden uns in guten Gesprächen mit den Organisatoren“, betonte Hatje.

Körperverletzung, Beleidigung, Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz: 68 Mal musste die Elmshorner Polizei am Himmelfahrtstag eingreifen. Zehn Strafanzeigen wurden erstattet, 18 Platzverweise ausgesprochen und zwei Personen in Gewahrsam genommen. Gut 2000 Menschen waren zur Flunkyball-WM nach Elmshorn gekommen.

Vor allem im Nibelungenring seien die Störungen zum Teil massiv gewesen. Allerdings – und das betonte Hatje mit Nachdruck – seien die Störer vor allem im Umfeld der Veranstaltung zu beobachten gewesen. „Das waren nicht die Teilnehmer“, sagte Elmshorns Verwaltungschef. Statt wie früher nach Kollmar seien viele Vatertagstouren diesmal zum Event nach Elmshorn gekommen. Folge: Alkohol, Lärm und Müll. Lange nachdem die Flunkyball-Meisterschaft beendet war, musste die Polizei vor Ort für Ruhe und Ordnung sorgen. Das alles soll sich 2018 nicht wiederholen: Dafür wollen Stadt, Polizei und Organisationsteam sorgen.

Hatje ist davon überzeugt, dass für kommendes Jahr „bessere Lösungen“ gefunden werden. Braucht Elmshorn überhaupt Flunkyball? CDU-Fraktionschef Immo Neufeldt sprach von einem „Generationenkonflikt, der regelmäßig ausbricht.“ Dieses Spiel sei eine Art Jugendkultur. Auch für das „Spendenproblem“ zeichnet sich eine Lösung ab. Der Erlös der Trinkspiel-Meisterschaft könnte – so ein Vorschlag aus der Politik – an das Elmshorner Spendenparlament fließen.

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erstellt am 02.Aug.2017 | 12:00 Uhr

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