Bahn in Elmshorn : Es soll ruhiger werden

Zahlreiche betroffene Bürger folgten der Einladung zu dem Informationsabend über die geplanten Lärmschutzmaßnahmen entlang der Bahnortsdurchfahrt Elmshorn an der Strecke 1220.
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Zahlreiche betroffene Bürger folgten der Einladung zu dem Informationsabend über die geplanten Lärmschutzmaßnahmen entlang der Bahnortsdurchfahrt Elmshorn an der Strecke 1220.

Gut besuchter Info-Abend zur geplanten Lärmsanierung entlang der Elmshorner Ortsdurchfahrt an der Bahnlinie 1220.

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04. Juli 2014, 12:00 Uhr

Elmshorn | Der Zugverkehr soll für die Bürger Elmshorns, die dicht an den Gleisanlagen leben, zukünftig erträglicher werden, denn entlang der Ortsdurchfahrt wird es in absehbarer Zeit spürbar ruhiger werden – so zumindest lautet die zentrale Kernaussage des Informationsabends, zu dem die Stadt Elmshorn betroffene Bürger in den Konferenzsaal der Stadtwerke an der Westerstraße einlud.

Hintergrund: Die Bahnlinie 1220 zwischen Hamburg und Kiel, die zu den meist frequentierten Strecken der Deutschen Bahn zählt, wurde in die Prioritätenliste des Lärmsanierungsprogramms an Schienenwegen des Bundes aufgenommen. Das bedeutet, dass zeitnah entlang der Strecke, die die Krückaustadt teilt, Maßnahmen ergriffen werden, die die Lärmbelastung durch den Bahnverkehr drastisch senken werden.

Wie dieses umfassende Projekt im Detail umgesetzt werden soll, welche Voraussetzungen gegeben sein müssen, um etwaige Fördermittel zu erhalten, und wie der zeitliche Ablauf aussehen wird - darüber berichteten an diesem Abend zwei Experten, die konkret in dem Thema involviert sind.

Nachdem Bürgermeister Volker Hatje die zahlreich erschienenen Bürger begrüßt und ein paar zur Thematik einleitende Worte gesprochen hatte, führte Sabine Müller, Projektleiterin Lärmsanierung an Schienenwegen des Bundes RB West, in das Thema ein. Von den 34000 Kilometern Bahnstrecke in Deutschland seien – so Müller - 3700 lärmsanierungsbedürftig. „Seit 1999 wendet der Bund dafür erhebliche Mittel auf.

Zurzeit fließen 120 Millionen Euro pro Jahr in dieses Programm“, betonte Müller. Sie erläuterte daraufhin die erforderlichen Voraussetzungen für den aktiven Lärmschutz, also die Errichtung von Lärmschutzwänden (LSW), und erklärte unter anderem die diesbezügliche Nutzen-Kosten-Formel. „Wenn der Nutzen-Kosten-Faktor kleiner 1 ist, sind Lärmschutzwände nicht förderfähig“, so Müller. In diesem Fall, beziehungsweise wenn die aktiven Maßnahmen für betroffene Gebäude nicht ausreichend sein sollten, kommt der passive Lärmschutz ins Spiel. Dabei handelt es sich unter anderem um Maßnahmen wie den Einsatz schalldichter Fenster.

Die passiven Schutzmaßnahmen werden allerdings nur zu 75 Prozent mit Bundesmitteln finanziert, 25 Prozent müssen die Hausbesitzer als Eigenanteil stemmen. Wo aber jetzt genau aktiver oder nur passiver Lärmsschutz greifen soll, wurde in den anschließenden Ausführungen von Christian Krenz deutlich, der als Schallschutzgutachter bei diesem Projekt aktiv ist. Anhand von auf Großbildleinwand projizierten Schaubildern wurde das Projekt grafisch deutlich gemacht.

Vier Lärmschutzwände, jeweils in drei Meter Höhe und aus Schall absorbierenden Material gefertigt, werden errichtet. Im Detail: „LSW 1 Ansgarstraße“ (1729 Meter lang zwischen Kilometer 28,300 und 30,029 bahnlinks), „LSW 2 Holunderstraße“ (780 Meter lang zwischen Kilometer 28,430 bis 29,210 bahnrechts), „LSW 3 Parallelstraße“ (197 Meter lang zwischen Kilometer 30, 408 und 30,605 bahnlinks) und „LSW 4 Bockelpromenade“ (640 Meter lang zwischen Kilometer 31,491 und 32,131 bahnlinks). Mit dem Baubeginn wird für das dritte Quartal 2015 und mit dem Bauende im zweiten Quartal 2016 zu rechnen sein. Die geschätzten Kosten belaufen sich im Hinblick auf die aktiven Maßnahmen auf etwa 5,3 Millionen Euro und bei den passiven Baukosten auf etwa 119.000 Euro (Bundesanteil: 75 Prozent).

Kurz vor Ende der etwa 70 minütigen Veranstaltung hatten die Besucher noch Gelegenheit für gezielte Fragen. Hinsichtlich des zu erwartenden Baulärms, nach dem sich eine Anwohnerin besorgt erkundigte, antwortet Sabine Müller, dass dieser natürlich nicht vermeidbar sei. Allerdings betonte sie, dass diese „zusätzliche Belastung nur temporär“ sei und bat bereits jetzt um „Nachsicht“.

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