zur Navigation springen

Bürger-Ideen sind gefragt : Erster Beteiligungswerkstatt zum Rathaus-Neubau in Elmshorn

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

40 Teilnehmer nahmen an der erster Beteiligungswerkstatt teil. Die dabei entstehenden Ideen sollen in die Planung mit einfließen.

shz.de von
erstellt am 16.Okt.2015 | 10:00 Uhr

Elmshorn | Die Entscheidung für ein neues Rathaus ist längst gefallen – doch wie soll der Neubau genutzt werden? Mit dieser Frage setzten sich am Mittwochabend etwa 40 Bürger im Rahmen der ersten Beteiligungswerkstatt im Foyer des Verwaltungsgebäudes auseinander. Ziel der Veranstaltung war es, dass die Bürger eigene Ideen entwickeln, die dann auch – wenn möglich – berücksichtigt werden.

Das Bauprojekt ist nach dem Willen von Politik und Verwaltung keine ausschließliche Angelegenheit von Experten, sondern lässt Raum für die Vorstellungen der „Kunden“. Dies unterstrichen in ihren Wortbeiträgen auch Stadtrat Dirk Moritz, Wulf Dau-Schmidt, der Moderator des Abends, sowie Monika Czemper (SPD), die dem Sonderausschuss Rathaus vorsitzt. „Ihre Meinung ist uns ganz wichtig!“ stellte Moritz mit Blick auf die Werkstatt-Teilnehmer fest. Zudem erläuterte er, weshalb ein neues Rathaus her müsse – weil das alte, wie er befand, nicht mehr den Anforderungen an eine moderne Verwaltung und an Bürgerbeteiligung genüge.

Czemper, die aufgrund der vielen Mängel des Verwaltungsgebäudes anfangs eindeutig dafür war, „diesen Schritt zu vollziehen“, wie sie formulierte, kamen im Laufe des Meinungsbildungsprozesses leise Zweifel – weil sie verstanden habe, wie die Menschen damals gedacht hätten. Jetzt jedoch seien all ihre Zweifel beseitigt. Dau-Schmidt erläuterte unter anderem das Anforderungsprofil für das neue Rathaus aus Sicht der Verwaltung, das im Raum- und Funktionsprogramm seinen Niederschlag gefunden hat. Es besagt unter anderem, dass es offen, einladend, repräsentativ, familien- und bürgerfreundlich sowie ein Ort der Begegnungen sein soll: Damit kann sich wohl jeder identifizieren.

Zudem konfrontierte der Moderator die anwesenden Bürger mit einer Reihe von Fragestellungen wie: Für wen planen die Architekten? Was ist das Rathaus im 21. Jahrhundert? Wie repräsentativ muss es sein? Wie wichtig ist es für die Identität der Stadt? Geht es auch ohne? Weitere Erläuterungen galten der integrierten Lage des neuen Rathauses am Buttermarkt, die Nachbarschaft mit Kulturfunktionen, Beratungsstellen, Kindertageseinrichtungen, Wohnungen, Gastronomie und Einzelhandel ermöglicht.

„Das Beteiligungsverfahren ist ein wichtiger Baustein für den bevorstehenden Architektenwettbewerb“, erklärte Dau-Schmidt abschließend. „Die Architekten brauchen die Hilfe eines breiten Beteiligungsforums.“ Das neue Rathaus sieht er als Ort, das die drei Gruppen Verwaltung, Selbstverwaltung und Bürger zusammenbindet.

Die Anforderungen aus Nutzersicht erarbeiteten die Werkstattteilnehmer im Anschluss daran in verschiedenen Gruppen, wobei jeder aufgefordert war, Ideen und Vorstellungen zu entwickeln. Die zweite Runde der Gruppenarbeit bestand aus einer Wanderung durch sieben Stationen des Rathauses. Dabei befassten sich die Teilnehmer mit Fragen wie „Was soll mit und was nicht?“ sowie „Was fehlt?“

 

Verbesserungsvorschläge, die von den Bürgern unterbreitet wurden, bezogen sich beispielsweise auf den Bürgermeisterflur, wo eine Wartezone für Gäste fehle. Die vielen Ideen, Anregungen und Anstöße der Teilnehmer werden jetzt bewertet und dienen als Grundlage der zweiten Beteiligungswerkstatt am 9. Dezember.

Bürgermeister Volker Hatje zeigte sich zufrieden mit dem Verlauf der ersten Veranstaltung – auch wenn lediglich 40 Elmshorner erschienen. „Ich habe nicht mehr erwartet“, sagte er. „Diejenigen, die gekommen sind, waren wirklich gut und nervenstark.“

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen