Thomaskirche : Erste Hilfe für bröckelnden Turm

In schwindelnder Höhe wird der 41 Meter hohe Turm auf Risse und lose Steine überprüft.
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In schwindelnder Höhe wird der 41 Meter hohe Turm auf Risse und lose Steine überprüft.

Mit einer Notsanierung soll der Glockenturm der Thomaskirche vor dem Zerfall bewahrt werden. Der Kirchenkreis stellt 5000Euro zur Verfügung.

shz.de von
06. Juni 2014, 10:00 Uhr

Elmshorn | Es geht um den Schutz der Gottesdienstbesucher und Passanten der Breslauer Straße – seit Monaten fallen vom in den 1960er-Jahren erbauten Glockenturm der Thomaskirche kleine Beton- und Steinbrocken aus dem Mauerwerk. „Ein gefahrloser Kirchenzugang ist nicht mehr möglich“, entschied man und sperrte die Fläche rund um den Turm und Teile des Parkplatzes mit weiß-rotem Flatterband ab. Das seit einigen Monaten bestehende Provisorium soll nun demnächst ein vorläufiges Ende haben.

„Wir werden den Glockenturm mit einer Notsanierung wieder herrichten“, erklärt Helmut Heyen, Bauausschussvorsitzender der Emmausgemeinde. Für kurzfristige Reparaturmaßnahmen stellte der Kirchenkreis bereits in der Novembersynode 2013 aus dem „Investitionsplan für Bauvorhaben“ 5000 Euro zur Verfügung – das ist zwar der berüchtigte Tropfen auf den heißen Stein, aber die Gemeinde kann sich eine Komplettsanierung nicht leisten. Ein Kostenvoranschlag belief sich auf über 70.000 Euro. „Das ist für uns nicht darstellbar“, so Helmut Heyen. „Nach der aufwändigen Sanierung des Pastorats, der anstehenden notwendigen energetischen Sanierung des Gemeindehauses und des Kircheninnenraumes muss die Kirchengemeinde Überlegungen anstellen, wie die Kosten für die Komplettsanierung des Glockenturms in den nächsten Jahren aufgebracht werden können. „Das Schlimmste wäre ein Abriss – immerhin ist der Turm ein Wahrzeichen des gesamten Stadtteils“, meint Heyen.

So ist nun die Notsanierung das Optimum dessen, was man dem Glockenturm angedeihen lassen kann. Architekt Karsten Thee prüfte mit Maurer Jörn Kröger das Mauerwerk auf Schäden und Risse – im kostenlos zur Verfügung gestellten Kran der Firma Kühl. „Das Problem ist deutlich sichtbar“, bescheinigen beide. Die vier Pfeiler müssten eingerüstet werden. „Die Steine schiefern ab, das bedeutet, dass man die losen Teile auf jedem einzelnen Stein abklopfen muss“, ergänzt Thee. Zwar seien die Risse zurzeit noch oberflächlich, aber es müsse bald gehandelt werden, da Witterungseinflüsse wie Sonne und Regen das Mauerwerk immer schlimmer beschädigen und dadurch die Sanierungskosten mit jedem Jahr steigen würden.

„Wir lassen jetzt den aktuellen Zustand des Turmes prüfen“, so Heyen. Es sei noch keine Auftragsvergabe erfolgt, aber lange warten könne man nicht mehr.

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